FSME-Impfung: Schutz vor Zecken-Virus
Die FSME-Impfung schützt vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer durch Zecken übertragenen Viruserkrankung. Sie ist besonders für Personen in Risikogebieten empfohlen.
Wissenswertes über "FSME Impfung"
Die FSME-Impfung schützt vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer durch Zecken übertragenen Viruserkrankung. Sie ist besonders für Personen in Risikogebieten empfohlen.
Was ist die FSME-Impfung?
Die FSME-Impfung ist eine Schutzimpfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine durch Zeckenstiche übertragene Viruserkrankung, die das Gehirn und die Hirnhaut befallen kann. Der Erreger ist das FSME-Virus, das zur Familie der Flaviviren gehört und hauptsächlich durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen wird. In bestimmten Risikogebieten Mittel- und Osteuropas sowie Asiens stellt die Impfung eine der wichtigsten präventiven Maßnahmen dar.
Wirkprinzip der FSME-Impfung
Die zugelassenen FSME-Impfstoffe – in Deutschland und Österreich hauptsächlich FSME-IMMUN und Encepur – sind Totimpfstoffe. Sie enthalten inaktivierte FSME-Viren, die keine Erkrankung auslösen können, aber das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anregen. Dadurch entsteht ein wirksamer Schutz vor einer Infektion mit dem echten FSME-Virus.
Impfschema und Dosierung
Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfstoffdosen:
- 1. Dosis: Zu einem beliebigen Zeitpunkt
- 2. Dosis: 1 bis 3 Monate nach der ersten Impfung
- 3. Dosis: 5 bis 12 Monate nach der zweiten Impfung
Für Personen, die schneller Schutz benötigen, steht ein Schnellschema zur Verfügung, bei dem die ersten beiden Dosen im Abstand von nur 14 Tagen verabreicht werden können (je nach Impfstoff). Nach der Grundimmunisierung sind regelmäßige Auffrischimpfungen notwendig, in der Regel alle 3 bis 5 Jahre, abhängig vom Alter und dem verwendeten Impfstoff.
Wer sollte sich impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für folgende Personengruppen:
- Personen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder diese bereisen
- Personen, die sich beruflich oder in der Freizeit in der Natur aufhalten (z. B. Wanderer, Forstarbeiter, Landwirte)
- Reisende, die Zecken-exponierte Aktivitäten in Endemiegebieten planen
Als Risikogebiete in Deutschland gelten zahlreiche Landkreise in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht jährlich eine aktualisierte Karte der Risikogebiete.
Nebenwirkungen
Die FSME-Impfung wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Lokale Reaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Schwellung, Schmerz)
- Allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber oder Gliederschmerzen
- Diese Reaktionen sind üblicherweise mild und klingen nach wenigen Tagen ab
Schwerwiegende allergische Reaktionen (Anaphylaxie) sind sehr selten. Personen mit einer bekannten Allergie gegen Hahn- oder Hühncheneiweiß sollten vor der Impfung ärztlichen Rat einholen, da einige Impfstoffe Spuren davon enthalten können.
Wirksamkeit und Schutzdauer
Nach Abschluss der Grundimmunisierung bieten die zugelassenen FSME-Impfstoffe einen Schutz von über 95 %. Die Schutzdauer nach der dritten Dosis beläuft sich in der Regel auf 3 bis 5 Jahre. Bei älteren Personen (ab 60 Jahren) kann die Immunantwort schwächer ausfallen, weshalb kürzere Auffrischintervalle empfohlen werden.
Abgrenzung zur Lyme-Borreliose-Prophylaxe
Es ist wichtig zu wissen, dass die FSME-Impfung ausschließlich gegen das FSME-Virus schützt. Gegen die ebenfalls durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose gibt es derzeit (Stand 2024) keine zugelassene Impfung für den Menschen in Europa. Allgemeine Zeckenschutzmaßnahmen wie das Tragen von langer Kleidung und die Verwendung von Repellentien bleiben daher weiterhin wichtig.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): FSME – Faktenblatt und Risikogebiete. Verfügbar unter: www.rki.de (2024)
- Ständige Impfkommission (STIKO): Empfehlungen zur FSME-Impfung. Epidemiologisches Bulletin, Robert Koch-Institut (2023)
- Heinz FX, Stiasny K. Flaviviruses and their antigenic structure. Journal of Clinical Virology, 55(4):289-295 (2012)
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