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M65.4 – Tendovaginitis stenosans (Schnappfinger)

M65.4 ist der ICD-10-Code für Tendovaginitis stenosans, auch als Schnappfinger bekannt. Dabei verengt sich die Sehnenscheide eines Fingers, was Schmerzen und ein hörbares Schnappen beim Beugen verursacht.

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Wissenswertes über "M65.4"

M65.4 ist der ICD-10-Code für Tendovaginitis stenosans, auch als Schnappfinger bekannt. Dabei verengt sich die Sehnenscheide eines Fingers, was Schmerzen und ein hörbares Schnappen beim Beugen verursacht.

Was ist M65.4 – Tendovaginitis stenosans?

Der ICD-10-Code M65.4 bezeichnet die Tendovaginitis stenosans, im Volksmund auch als Schnappfinger oder Triggerfinger bekannt. Es handelt sich um eine Erkrankung der Sehnenscheide, bei der sich der Bereich um eine Beugesehne des Fingers entzündet und verengt. Die betroffene Sehne kann sich nicht mehr frei in ihrer Scheide bewegen, was zu schmerzhaften Blockierungen und einem charakteristischen Schnapp- oder Klickgeräusch beim Beugen oder Strecken des Fingers führt.

Ursachen

Die genaue Ursache der Tendovaginitis stenosans ist häufig nicht eindeutig feststellbar. Folgende Faktoren gelten als begünstigend:

  • Chronische Überlastung: Wiederholte greifende oder kraftintensive Handbewegungen im Beruf oder Alltag
  • Grunderkrankungen: Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis und Hypothyreose erhöhen das Risiko erheblich
  • Alter und Geschlecht: Frauen im mittleren und höheren Lebensalter sind häufiger betroffen
  • Anatomische Enge: Verdickung des Ringbandes (A1-Pulley) an der Fingerbasis führt zur mechanischen Einengung der Sehne

Symptome

Die Beschwerden bei M65.4 entwickeln sich oft schleichend und können variieren:

  • Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der Fingerbasis, insbesondere über dem Grundgelenk
  • Steifigkeit des betroffenen Fingers, besonders morgens
  • Tastbarer Knoten oder Verdickung an der Handfläche
  • Schnapp- oder Klickgeräusch beim Beugen und Strecken des Fingers
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Blockierung des Fingers in Beugung, die nur passiv gelöst werden kann
  • In schweren Fällen: dauerhaft gebeugter Finger (Fixierung)

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt, das heißt durch Anamnese und körperliche Untersuchung:

  • Befragung zu Beschwerden, Beruf und Vorerkrankungen
  • Inspektion und Palpation (Abtasten) des betroffenen Fingers und der Handfläche
  • Funktionsprüfung der Fingerbeweglichkeit
  • Bei Bedarf: Ultraschall zur Darstellung der Sehnenscheide und Verdickung des Ringbandes
  • Laboruntersuchungen zum Ausschluss von Grunderkrankungen (z. B. Diabetes, Rheuma)

Behandlung

Konservative Therapie

In frühen Stadien stehen nicht-operative Maßnahmen im Vordergrund:

  • Schonung und Entlastung des betroffenen Fingers
  • Physiotherapie und Dehnungsübungen zur Verbesserung der Beweglichkeit
  • Kortikosteroid-Injektion in die Sehnenscheide: Häufig sehr wirksam, kann Symptome deutlich reduzieren
  • Schienung des Fingers (insbesondere nachts) zur Ruhigstellung
  • Entzündungshemmende Medikamente (NSAR) bei akuten Beschwerden

Operative Therapie

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, ist ein operativer Eingriff indiziert:

  • Offene Ringbandspaltung: Das einengende Ringband (A1-Pulley) wird unter lokaler Betäubung chirurgisch gespalten – sehr effektiv mit hoher Erfolgsrate
  • Perkutane Ringbandspaltung: Minimal-invasive Technik mit einer Nadel, geeignet für ausgewählte Fälle

Nach dem Eingriff ist eine Nachbehandlung mit Physiotherapie üblich, um die volle Beweglichkeit wiederherzustellen.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kode M65.4 – Tendovaginitis stenosans. www.dimdi.de
  2. Assmus H. et al.: Tendovaginitis stenosans (Schnappfinger). In: Handchirurgie, Mikrochirurgie, Plastische Chirurgie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2021.
  3. Makkouk A.H. et al.: Trigger finger: etiology, evaluation, and treatment. In: Current Reviews in Musculoskeletal Medicine, 2008; 1(2): 92–96. DOI: 10.1007/s12178-007-9012-1

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