FSME-Risikogebiet: Karte, Impfung & Schutz
Ein FSME-Risikogebiet ist eine Region, in der das FSME-Virus durch Zecken übertragen werden kann. Das RKI definiert diese Gebiete jährlich anhand gemeldeter Erkrankungsfälle.
Wissenswertes über "FSME Risikogebiet"
Ein FSME-Risikogebiet ist eine Region, in der das FSME-Virus durch Zecken übertragen werden kann. Das RKI definiert diese Gebiete jährlich anhand gemeldeter Erkrankungsfälle.
Was ist ein FSME-Risikogebiet?
Der Begriff FSME-Risikogebiet bezeichnet eine geografische Region, in der ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit dem Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME-Virus) zu infizieren. Das Virus wird hauptsächlich durch den Stich infizierter Zecken (vor allem Ixodes ricinus) auf den Menschen übertragen. Das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland aktualisiert die Liste der Risikogebiete jährlich auf Basis gemeldeter Erkrankungsfälle.
Verbreitung und Lage der Risikogebiete
FSME-Risikogebiete befinden sich hauptsächlich in:
- Süddeutschland: insbesondere Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Teile von Hessen, Thüringen, Sachsen und Rheinland-Pfalz
- Österreich: weite Teile des Landes gelten als Risikogebiet
- Schweiz: bestimmte Regionen, vor allem in Mittel- und Ostschweiz
- Weitere europäische Länder: z. B. Tschechien, Slowenien, Ungarn, das Baltikum, Teile Skandinaviens und Russland
Auch in Asien, insbesondere in Sibirien, China und Japan, kommen verwandte FSME-Virusvarianten vor.
Wie werden Risikogebiete definiert?
Das RKI stuft einen Landkreis als FSME-Risikogebiet ein, wenn in einem Zeitraum von fünf aufeinanderfolgenden Jahren mindestens ein Erkrankungsfall gemeldet wurde, bei dem eine Infektion im entsprechenden Landkreis anzunehmen ist. Die Einstufung basiert auf einem statistischen Modell, das die gemeldeten Fälle mit der Bevölkerungszahl ins Verhältnis setzt.
Welche Bedeutung hat das Risikogebiet für die FSME-Impfempfehlung?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine FSME-Schutzimpfung für alle Personen, die in einem Risikogebiet leben oder dieses bereisen und dabei Kontakt mit Zecken haben könnten. Dies gilt insbesondere für:
- Personen, die sich in Wald- und Buschgebieten, Wiesen oder Parks aufhalten
- Wanderer, Radfahrer, Jäger und Personen mit Gartenarbeit im Freien
- Reisende in FSME-endemische Regionen Europas oder Asiens
Symptome und Verlauf der FSME
Nach einem Zeckenstich vergehen in der Regel 7 bis 14 Tage, bevor erste Symptome auftreten. Die Erkrankung verläuft oft in zwei Phasen:
- Erste Phase: Grippeartige Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gliederschmerzen
- Zweite Phase (bei etwa 10 % der Infizierten): Beteiligung des Zentralnervensystems mit Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder Rückenmarksentzündung (Myelitis)
Schwere Verläufe können zu dauerhaften neurologischen Schäden führen. Eine spezifische antivirale Therapie existiert nicht; die Behandlung erfolgt symptomatisch.
Schutzmaßnahmen in Risikogebieten
Neben der Impfung empfehlen sich folgende Schutzmaßnahmen gegen Zeckenstiche:
- Tragen langer, heller Kleidung beim Aufenthalt im Freien
- Verwendung von Insekten- und Zeckenabwehrmitteln (Repellentien)
- Gründliche Körperuntersuchung nach Aufenthalt in der Natur
- Schnelles und sorgfältiges Entfernen von Zecken (nicht drehen, nicht quetschen)
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): FSME-Risikogebiete in Deutschland (jährlich aktualisiert). Verfügbar unter: www.rki.de
- Ständige Impfkommission (STIKO): Empfehlungen zur FSME-Schutzimpfung. Epidemiologisches Bulletin, aktuellste Ausgabe.
- Dobler G, Gniel D, Mickmaien P, Schaarschmidt-Kiener D: FSME-Handbuch – Epidemiologie, Diagnostik und Prävention. 3. Auflage, Zuckschwerdt Verlag.
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