Hämorrhagisches Fieber – Symptome & Behandlung
Hämorrhagisches Fieber bezeichnet eine Gruppe schwerer Viruserkrankungen mit Fieber und Blutungsneigung. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Wissenswertes über "Hämorrhagisches Fieber"
Hämorrhagisches Fieber bezeichnet eine Gruppe schwerer Viruserkrankungen mit Fieber und Blutungsneigung. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Was ist Hämorrhagisches Fieber?
Hämorrhagisches Fieber (auch: virales hämorrhagisches Fieber, VHF) ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe potenziell lebensbedrohlicher Infektionskrankheiten, die durch verschiedene Virusfamilien verursacht werden. Das Wort „hämorrhagisch“ leitet sich vom griechischen Begriff für Blutung ab und beschreibt das typische Merkmal dieser Erkrankungen: eine ausgeprägte Blutungsneigung des Körpers. Betroffen sind häufig Menschen in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Südamerikas und Asiens.
Ursachen und Erreger
Hämorrhagische Fieber werden durch verschiedene RNA-Viren ausgelöst. Die wichtigsten Erreger gehören folgenden Virusfamilien an:
- Filoviridae: Ebola-Virus, Marburg-Virus
- Arenaviridae: Lassa-Virus, Junin-Virus (Argentinisches hämorrhagisches Fieber)
- Bunyaviridae / Nairoviridae: Krim-Kongo-hämorrhagisches-Fieber-Virus, Hantaviren
- Flaviviridae: Dengue-Virus, Gelbfieber-Virus
Die Übertragung erfolgt je nach Erreger durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut oder Körpersekret, durch Tiervektoren (z. B. Mücken, Zecken) oder durch Kontakt mit infizierten Tieren (z. B. Nager beim Lassa-Fieber).
Symptome
Die klinischen Zeichen variieren je nach Erreger, jedoch gibt es gemeinsame Merkmale:
- Hohes Fieber, häufig plötzlicher Beginn
- Starke Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Blutungszeichen: Einblutungen in die Haut (Petechien, Ekchymosen), Schleimhautblutungen, innere Blutungen
- Organversagen (Leber, Nieren) bei schwerem Verlauf
- Schock und erhöhte Sterblichkeit in ausgepägten Fällen
Die Inkubationszeit beträgt je nach Virus zwischen 2 und 21 Tagen.
Diagnose
Die Diagnose erfordert eine sorgfältige Reise- und Expositionsanamnese sowie spezialisierte Laboruntersuchungen, da die Erreger höchst ansteckend sind und nur in Hochsicherheitslaboren (Biosicherheitsstufe 4) untersucht werden dürfen. Folgende Methoden werden eingesetzt:
- PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Direkter Erregernachweis im Blut
- ELISA: Nachweis von Antikörpern oder viralem Antigen
- Blutbild und Gerinnungsparameter zur Beurteilung des Schweregrads
- Leber- und Nierenwerte
Bei Verdacht auf ein hämorrhagisches Fieber ist sofortige Isolation des Patienten und Meldung an die Gesundheitsbehörden zwingend erforderlich.
Behandlung
Eine spezifische antivirale Therapie steht nur für wenige Erreger zur Verfügung:
- Ribavirin: Wirksam gegen Lassa-Fieber und einige andere Arenaviren sowie Hantaviren
- Favipiravir und monoklonale Antikörper (z. B. Atoltivimab/Maftivimab/Odesivimab): Zugelassen oder in Erprobung bei Ebola-Virus-Erkrankung
- Impfung: Für Gelbfieber und Ebola existieren zugelassene Impfstoffe
Die übrige Behandlung ist überwiegend unterstützend (supportiv): Flüssigkeitszufuhr, Blutdruckstabilisierung, Behandlung von Blutungsstörungen sowie intensivmedizinische Betreuung bei schwerem Verlauf.
Prävention und Schutzmaßnahmen
Da es für die meisten hämorrhagischen Fieber keine spezifische Therapie gibt, kommt der Prävention eine besondere Bedeutung zu:
- Reiseimpfungen (z. B. Gelbfieber-Impfung) vor Aufenthalt in Endemiegebieten
- Insektenschutz (Repellentien, Moskitonetze) in Risikogebieten
- Vermeidung von Kontakt mit wilden Tieren und deren Ausscheidungen
- Strikte Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für medizinisches Personal
- Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) in Deutschland
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Virale hämorrhagische Fieber. RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: https://www.rki.de (2023)
- World Health Organization (WHO): Haemorrhagic fevers, Viral. Fact Sheet. Verfügbar unter: https://www.who.int (2023)
- Feldmann H, Geisbert TW. Ebola haemorrhagic fever. Lancet. 2011;377(9768):849-862. doi:10.1016/S0140-6736(10)60667-8
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