FSME Zeckenbiss – Symptome, Impfung & Behandlung
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine durch Zeckenbisse übertragene Viruserkrankung, die das Gehirn und die Hirnhaut schädigen kann. Eine Schutzimpfung ist die wichtigste Vorbeugemaßnahme.
Wissenswertes über "FSME Zeckenbiss"
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine durch Zeckenbisse übertragene Viruserkrankung, die das Gehirn und die Hirnhaut schädigen kann. Eine Schutzimpfung ist die wichtigste Vorbeugemaßnahme.
Was ist FSME?
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Virusinfektion, die durch den Biss infizierter Zecken übertragen wird. Der Erreger ist das FSME-Virus, ein Flavivirus, das hauptsächlich in bestimmten Risikogebieten Mittel- und Osteuropas sowie Asiens vorkommt. In Deutschland gelten vor allem Bayern und Baden-Württemberg als FSME-Risikogebiete. Der Name bezieht sich auf die häufigste Übertragungszeit im Frühjahr und Sommer, wenn Zecken besonders aktiv sind.
Wie wird FSME übertragen?
Die Übertragung des FSME-Virus erfolgt hauptsächlich durch den Biss der Gemeinen Holzbocke (Ixodes ricinus). Das Virus gelangt bereits kurz nach dem Anheften der Zecke in die Blutbahn des Menschen – daher hilft schnelles Entfernen der Zecke nicht sicher vor einer Infektion. Selten kann FSME auch durch den Genuss von roher Milch infizierter Tiere übertragen werden.
Symptome
Der Verlauf der FSME ist zweiphasig:
- Erste Phase (nach 7–14 Tagen): Grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Viele Infektionen bleiben auf diese Phase beschränkt.
- Zweite Phase (nach einer beschwerdefreien Periode): Bei etwa 10 % der Infizierten kommt es zu einer Beteiligung des Zentralnervensystems (ZNS). Dies kann sich als Meningitis (Hirnhautentzündung), Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder Myelitis (Rückenmarksentzündung) äußern.
Symptome der zweiten Phase umfassen:
- Starke Kopfschmerzen
- Hohes Fieber
- Nackensteifigkeit
- Lähmungserscheinungen
- Bewusstseinsstörungen
- Sprechstörungen
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper gegen das FSME-Virus (IgM und IgG). Bei Verdacht auf ZNS-Beteiligung wird zusätzlich eine Liquorpunktion (Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit) durchgeführt. Bildgebende Verfahren wie MRT können eingesetzt werden, um Entzündungen im Gehirn sichtbar zu machen.
Behandlung
Gegen das FSME-Virus gibt es keine spezifische antivirale Therapie. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, also auf die Linderung der Beschwerden ausgerichtet:
- Bettruhe und körperliche Schonung
- Fiebersänkende und schmerzlindernde Medikamente
- Bei schweren Verläufen: stationäre Behandlung auf einer Intensivstation
- Physiotherapie und neurologische Rehabilitation bei Folgeschäden
Vorbeugung und Impfung
Die wirksamste Vorbeugemaßnahme gegen FSME ist die Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Personen, die in FSME-Risikogebieten leben oder diese bereisen. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfstoffdosen; Auffrischungsimpfungen werden alle 3 bis 5 Jahre empfohlen. Zusätzlich helfen folgende Maßnahmen, Zeckenbisse zu vermeiden:
- Helle, bedeckende Kleidung beim Aufenthalt in Wald und Wiesen
- Verwendung von Insektenabwehrmitteln (Repellentien)
- Regelmäßige Körperkontrolle nach Aufenthalten im Freien
- Zecken so früh wie möglich mit einer Zeckenzange oder Pinzette entfernen
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis. RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: https://www.rki.de
- Ständige Impfkommission (STIKO): Empfehlungen zur FSME-Impfung. Epidemiologisches Bulletin, 2023.
- Mansfield KL et al. – Tick-borne encephalitis virus – a review of an emerging zoonosis. Journal of General Virology, 2009;90(8):1781–1794.
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