K28.0 - Akutes Gastrojejunalulkus mit Blutung
K28.0 bezeichnet ein akutes Gastrojejunalulkus mit Blutung. Es handelt sich um ein ICD-10-Diagnose­kürzel für ein akutes Magengeschwur am Magen-Dünndarm-Übergang mit aktiver Blutung.
Wissenswertes über "K28.0"
K28.0 bezeichnet ein akutes Gastrojejunalulkus mit Blutung. Es handelt sich um ein ICD-10-Diagnosekürzel für ein akutes Magengeschwur am Magen-Dünndarm-Übergang mit aktiver Blutung.
Was bedeutet die Diagnose K28.0?
Der ICD-10-Code K28.0 steht für ein akutes gastrojejunales Ulkus mit Blutung. Dies ist eine schwerwiegende Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, bei der sich ein Geschwur (Ulkus) an der Verbindungsstelle zwischen dem Magen und dem Jejunum (dem zweiten Abschnitt des Dünndarms) gebildet hat. Das Geschwur ist akut, das heißt, es tritt plötzlich auf und ist mit einer aktiven Blutung verbunden.
Das gastrojejunale Ulkus entsteht häufig nach chirurgischen Eingriffen am Magen, insbesondere nach einer Magenresektion oder einer Gastroenterostomie (operativer Verbindung von Magen und Dünndarm). Solche Geschwure werden auch als peptische Anastomosengaschwure oder Stoma-Ulzera bezeichnet.
Ursachen
Die Entstehung eines gastrojejunalen Ulkus ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen:
- Magensaureangriff: Nach einer Magenoperation kann überschuss Magensaure das empfindliche Schleimhautgewebe des Jejunums angreifen und Geschwure verursachen.
- Helicobacter-pylori-Infektion: Das Bakterium Helicobacter pylori ist eine häufige Ursache für Magengeschwure und kann auch gastrojejunale Ulzera begünstigen.
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können die Magenschleimhaut schädigen und das Geschwurrisiko erhöhen.
- Kortikosteroide: Langzeitanwendung von Kortison-Präparaten kann die Schleimhautreparatur hemmen.
- Rauchen und Alkohol: Beide Faktoren erhöhen das Risiko für die Entstehung und das Wiederauftreten von Ulzera.
- Zollinger-Ellison-Syndrom: Ein seltenes Syndrom mit übermäßiger Gastrinproduktion, das zu extremer Magensaurebildung führt.
Symptome
Ein akutes gastrojejunales Ulkus mit Blutung (K28.0) kann folgende Symptome verursachen:
- Blutung: Sichtbares Blut im Erbrochenen (Hämatemesis) oder im Stuhl (Melaena, d.h. teerartiger, schwarzer Stuhl)
- Oberbauchschmerzen: Brennende oder stechende Schmerzen im Oberbauch, die sich nach dem Essen verändern können
- Nausea und Erbrechen: Übelkeit und möglicherweise Erbrechen von Blut
- Schwindel und Schwäche: Als Folge des Blutverlusts kann es zu Schwindel, Herzklopfen und allgemeiner Schwäche kommen
- Blasse Haut und Tachykardie: Zeichen eines signifikanten Blutverlusts
Bei starker Blutung besteht ein medizinischer Notfall, der eine sofortige Behandlung erfordert.
Diagnose
Die Diagnose eines gastrojejunalen Ulkus mit Blutung wird in der Regel durch folgende Untersuchungen gestellt:
- Endoskopie (Gastroskopie): Die wichtigste Untersuchungsmethode, bei der eine Kamera in den Magen und Dünndarm eingeführt wird, um das Geschwur direkt sichtbar zu machen und gleichzeitig therapeutische Maßnahmen einzuleiten
- Blutuntersuchungen: Blutbild, Gerinnungswerte und Entzündungsparameter zur Beurteilung des Blutverlusts und allgemeinen Zustands
- Helicobacter-pylori-Test: Atemtest, Stuhltest oder bioptische Untersuchung des Magengewebes
- Bildgebung: In bestimmten Fällen kann eine Computertomographie (CT) des Bauches notwendig sein
Behandlung
Die Behandlung von K28.0 ist dringend und umfasst mehrere Ansätze:
Notfallmaßnahmen
- Stabilisierung des Patienten durch Infusionen und ggf. Bluttransfusionen bei starkem Blutverlust
- Endoskopische Blutstillung (z.B. durch Injektion, Elektrokoagulation oder Clipping)
Medikamentöse Therapie
- Protonenpumpenhemmer (PPI): Medikamente wie Omeprazol oder Pantoprazol reduzieren die Magensaureproduktion und fördern die Heilung des Geschwurs
- Helicobacter-pylori-Eradikation: Falls eine Infektion nachgewiesen wird, erfolgt eine Kombinationstherapie aus Antibiotika und PPI (sogenannte Triple-Therapie)
- Absetzen von NSAR: Falls möglich, sollten Auslöser wie nichtsteroidale Antirheumatika abgesetzt oder ersetzt werden
Chirurgische Behandlung
In seltenen Fällen, wenn endoskopische und medikamentöse Maßnahmen nicht ausreichen, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein, um die Blutung zu stoppen oder das Geschwur zu entfernen.
Prognose und Verlauf
Mit rechtzeitiger und angemessener Behandlung ist die Prognose bei einem gastrojejunalen Ulkus mit Blutung in der Regel gut. Ohne Behandlung kann es jedoch zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen, einschließlich anhaltender Blutung, Perforation des Darms oder Schock. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um einen Rückfall zu verhindern.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XI - Krankheiten des Verdauungssystems (K00-K93), K28 Gastrojejunales Ulkus.
- Laine L, Jensen DM. Management of patients with ulcer bleeding. American Journal of Gastroenterology. 2012;107(3):345-360. doi:10.1038/ajg.2011.480
- Malfertheiner P, Megraud F, Rokkas T, et al. Management of Helicobacter pylori infection: the Maastricht VI/Florence consensus report. Gut. 2022;71(9):1724-1762. doi:10.1136/gutjnl-2022-327745
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieD50.9
J45.9
M49.3
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: K28.0