Magnesiumbisglycinattherapie – Wirkung & Anwendung
Die Magnesiumbisglycinattherapie nutzt eine gut verträgliche Magnesiumverbindung zur gezielten Behandlung von Magnesiummangel und damit verbundenen Beschwerden.
Wissenswertes über "Magnesiumbisglycinattherapie"
Die Magnesiumbisglycinattherapie nutzt eine gut verträgliche Magnesiumverbindung zur gezielten Behandlung von Magnesiummangel und damit verbundenen Beschwerden.
Was ist die Magnesiumbisglycinattherapie?
Die Magnesiumbisglycinattherapie bezeichnet den therapeutischen Einsatz von Magnesiumbisglycinat – einer organischen Magnesiumverbindung, bei der das Mineral Magnesium an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden ist. Diese sogenannte chelatierte Form gilt als besonders gut bioverfügbar und magenfreundlich. Sie wird eingesetzt, um einen Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) auszugleichen oder einem solchen vorzubeugen.
Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt ist. Er spielt eine zentrale Rolle für Muskel- und Nervenfunktion, Energieproduktion, Proteinsynthese sowie die Knochengesundheit. Ein Mangel kann vielfältige Beschwerden auslösen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Wirkmechanismus
Magnesiumbisglycinat wird im Dünndarm über spezifische Aminosäuretransporter aufgenommen. Die Bindung an Glycin schützt das Magnesiumion vor Wechselwirkungen mit anderen Nahrungsbestandteilen (z. B. Phytaten oder Oxalaten) und verbessert so die intestinale Absorption im Vergleich zu anorganischen Magnesiumverbindungen wie Magnesiumoxid oder Magnesiumchlorid.
Im Gewebe unterstützt Magnesium:
- Die Weiterleitung von Nervenimpulsen und die Regulation der Muskelkontraktion
- Die Produktion von ATP (Adenosintriphosphat) als universeller Energieträger
- Die Stabilisierung von DNA- und RNA-Strukturen
- Die Blutdruckregulation durch Entspannung der Gefäßwände
- Die Freisetzung und Wirkung von Insulin sowie den Blutzuckerstoffwechsel
Anwendungsgebiete
Die Magnesiumbisglycinattherapie wird bei folgenden Zuständen eingesetzt oder empfohlen:
- Magnesiummangel durch ungenügende Zufuhr, erhöhten Bedarf oder erhöhten Verlust (z. B. durch starkes Schwitzen, Stress oder Durchfall)
- Muskelkrämpfe und -verspannungen, insbesondere Wadenkrämpfe
- Migräne und Kopfschmerzen – Magnesium gilt als mögliche präventive Therapie
- Schlafstörungen – Glycin zusätzlich zum Magnesium kann die Schlafqualität positiv beeinflussen
- Angstzustände und Nervosität bei nachgewiesenem Magnesiummangel
- Chronische Erschöpfung und Energiemangel
- Prämenstruelles Syndrom (PMS)
- Unterstützende Therapie bei Typ-2-Diabetes und metabolischem Syndrom
Dosierung und Anwendung
Die empfohlene Tageszufuhr für Magnesium liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 300 mg (Frauen) bis 350 mg (Männer). Therapeutische Dosierungen mit Magnesiumbisglycinat können je nach Indikation und individuellem Bedarf variieren und sollten ärztlich begleitet werden.
Wichtige Hinweise zur Einnahme:
- Magnesiumbisglycinat wird häufig als Kapsel oder Tablette angeboten
- Die Einnahme am Abend kann die schlaffördernde Wirkung unterstützen
- Zur besseren Verträglichkeit empfiehlt sich die Einnahme zu den Mahlzeiten
- Bei höheren Dosierungen sollte die Tagesdosis auf mehrere Einnahmen aufgeteilt werden
Verträglichkeit und Nebenwirkungen
Magnesiumbisglycinat gilt im Vergleich zu anderen Magnesiumverbindungen als besonders gut verträglich und hat eine geringe abführende Wirkung. Dies liegt daran, dass es vollständiger resorbiert wird und weniger unabsorbiertes Magnesium den Dickdarm erreicht.
Mögliche Nebenwirkungen bei übermäßiger Zufuhr:
- Weicher Stuhlgang oder leichter Durchfall bei sehr hohen Dosen
- Bei Nierenfunktionsstörungen: Risiko einer Magnesiümie (erhöhter Magnesiumblutspiegel)
- Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten (z. B. Antibiotika der Tetrazyklin-Gruppe, Bisphosphonate)
Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten Magnesiumpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Vorteile gegenüber anderen Magnesiumformen
Im Vergleich zu häufig verwendeten Magnesiumverbindungen wie Magnesiumoxid, Magnesiumcitrat oder Magnesiumsulfat bietet Magnesiumbisglycinat folgende Vorteile:
- Höhere Bioverfügbarkeit: Die chelatierte Form wird effizienter im Darm absorbiert
- Bessere Magenverträglichkeit: Weniger Reizung der Magenschleimhaut
- Geringere abführende Wirkung: Ideal für empfindliche Personen
- Synergieeffekt mit Glycin: Die Aminosäure Glycin hat selbst nervenberuhigende und schlaffördernde Eigenschaften
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Magnesium. www.dge.de (2024)
- Schuette SA, Lashner BA, Janghorbani M: Bioavailability of magnesium diglycinate vs magnesium oxide in patients with ileal resection. JPEN J Parenter Enteral Nutr. 1994;18(5):430–435.
- Abbasi B et al.: The effect of magnesium supplementation on primary insomnia in elderly: A double-blind placebo-controlled clinical trial. J Res Med Sci. 2012;17(12):1161–1169.
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