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M42.0 - Morbus Scheuermann: Ursachen & Therapie

M42.0 ist der ICD-10-Code für Morbus Scheuermann, eine Wachstumskrankheit der Wirbelsäule bei Jugendlichen mit strukturellen Veränderungen der Wirbelkörper.

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Wissenswertes über "M42.0"

M42.0 ist der ICD-10-Code für Morbus Scheuermann, eine Wachstumskrankheit der Wirbelsäule bei Jugendlichen mit strukturellen Veränderungen der Wirbelkörper.

Was ist M42.0 (Morbus Scheuermann)?

M42.0 ist der Diagnosecode nach ICD-10 für die juvenile Osteochondrose der Wirbelsäule, besser bekannt als Morbus Scheuermann oder Scheuermann-Krankheit. Es handelt sich um eine Wachstumskrankheit des Skelettsystems, bei der es zu strukturellen Veränderungen der Wirbelkörper im Bereich der Brustwirbelsäule, seltener der Lendenwirbelsäule, kommt. Die Erkrankung tritt typischerweise während des Wachstumsschubs in der Pubertät auf und betrifft vor allem Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren.

Ursachen

Die genaue Ursache von Morbus Scheuermann ist noch nicht vollständig geklärt. Es werden mehrere Faktoren diskutiert:

  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung deutet auf eine erbliche Komponente hin.
  • Mechanische Überlastung: Anhaltender Druck auf die Wachstumszonen (Epiphysen) der Wirbelkörper während des Wachstums.
  • Durchblutungsstörungen: Eine gestörte Blutversorgung der Wirbelendplatten kann die Knochenenwicklung beeinträchtigen.
  • Kollagenmangel: Veränderungen im Kollagenaufbau der Bandscheiben und Wirbelkörper werden ebenfalls diskutiert.

Symptome

Die Beschwerden variieren je nach Schweregrad der Erkrankung. Typische Symptome sind:

  • Sichtbare Rundrückenbildung (Kyphose) im Bereich der Brustwirbelsäule
  • Rückenschmerzen, besonders nach längerem Sitzen oder körperlicher Belastung
  • Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule
  • Muskelverspännungen im Rücken- und Schulterbereich
  • In schweren Fällen: Nervenkompressionen mit Ausstrahlungen in Arme oder Beine

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel durch folgende Untersuchungen gestellt:

  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Wirbelsäulenhaltung und Beweglichkeit.
  • Röntgenaufnahme der Wirbelsäule: Charakteristisch sind keilförmige Wirbelkörper, Schmorl-Knoten (Einbrüche der Bandscheiben in den Wirbelkörper) und eine Kyphosewinkel über 40 bis 45 Grad.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Zur detaillierten Beurteilung von Bandscheiben und Nervenstrukturen.

Der ICD-10-Code M42.0 kennzeichnet dabei ausdrücklich die juvenile Form (im Wachstumsalter), abzugrenzen von M42.1 (adulte Osteochondrose der Wirbelsäule).

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Alter des Patienten, dem Ausmaß der Verkrümmung und den vorhandenen Beschwerden. Mögliche Therapieansätze umfassen:

Konservative Behandlung

  • Krankengymnastik und Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Stärkung der Rumpf- und Rückenmuskulatur sowie zur Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Orthopädisches Korsett (Korsettbehandlung): Bei Jugendlichen mit noch wachsender Wirbelsäule und einem Kyphosewinkel über 50 Grad kann ein Korsett das weitere Fortschreiten verlangsamen.
  • Schmerztherapie: Einsatz von Schmerzmitteln (z. B. Ibuprofen) bei starken Beschwerden.
  • Sport: Empfohlen werden rückenfreundliche Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Rückengymnastik.

Operative Behandlung

Eine Operation ist selten notwendig und wird nur bei sehr schweren Verkrümmungen (Kyphosewinkel über 70 bis 75 Grad), anhaltenden starken Schmerzen oder neurologischen Ausfällen in Betracht gezogen. Dabei wird die Wirbelsäule operativ aufgerichtet und fixiert (Spondylodese).

Prognose

Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose in der Regel gut. Viele Patienten bleiben ohne wesentliche dauerhafte Einschränkungen. In schweren Fällen kann es jedoch zu chronischen Rückenschmerzen oder fortschreitenden Fehlstellungen im Erwachsenenalter kommen.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Code M42.0 - Juvenile Osteochondrose der Wirbelsäule.
  2. Spiegel DA, Flynn JM: Scheuermann's Kyphosis. In: Weinstein SL, Flynn JM (Hrsg.): Lovell and Winter's Pediatric Orthopaedics, 7. Auflage, Wolters Kluwer, 2014.
  3. Lowe TG: Scheuermann disease. J Bone Joint Surg Am. 1990;72(6):940-945. PubMed PMID: 2365734.

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