Entzündungsscreening – Marker, Ablauf & Bedeutung
Das Entzündungsscreening ist eine diagnostische Untersuchung zur Erkennung stiller oder chronischer Entzündungen im Körper anhand von Blutmarkern.
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Das Entzündungsscreening ist eine diagnostische Untersuchung zur Erkennung stiller oder chronischer Entzündungen im Körper anhand von Blutmarkern.
Was ist ein Entzündungsscreening?
Das Entzündungsscreening ist eine gezielte Laboruntersuchung, bei der bestimmte Entzündungsmarker im Blut gemessen werden, um akute oder chronische Entzündungsprozesse im Körper frühzeitig zu erkennen. Viele Entzündungen verlaufen zunächst ohne spürbare Symptome – man spricht von sogenannten stillen Entzündungen (englisch: silent inflammation). Diese können jedoch langfristig zu ernsthaften Erkrankungen führen, etwa zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Autoimmunerkrankungen oder chronischen Schmerzzuständen.
Das Entzündungsscreening wird sowohl in der Präventivmedizin als auch in der Diagnostik eingesetzt und liefert wichtige Hinweise auf den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.
Welche Marker werden untersucht?
Ein umfassendes Entzündungsscreening umfasst in der Regel mehrere Laborparameter, die gemeinsam ein differenziertes Bild des Entzündungsgeschehens liefern:
- CRP (C-reaktives Protein): Der wichtigste allgemeine Entzündungsmarker. Ein erhöhter CRP-Wert deutet auf eine akute oder chronische Entzündungsreaktion hin.
- hsCRP (hochsensitives CRP): Eine besonders empfindliche Messung des CRP, die auch geringe Entzündungsaktivitäten erkennt und ein wichtiger Marker für das kardiovaskuläre Risiko ist.
- Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG): Ein klassischer, unspezifischer Entzündungsmarker, der anzeigt, wie schnell rote Blutkörperchen absinken.
- Leukozyten (weiße Blutkörperchen): Erhöhte Leukozytenzahlen können auf Infektionen oder Entzündungen hinweisen.
- Ferritin: Ein Speichereiweiß für Eisen, das auch als Akute-Phase-Protein bei Entzündungen ansteigt.
- Homocystein: Ein Aminosäurederivat, dessen erhöhte Konzentration mit chronischen Entzündungen und kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert ist.
- Interleukin-6 (IL-6): Ein Entzündungsbotenstoff (Zytokin), der bei akuten und chronischen Entzündungen erhöht sein kann.
- TNF-alpha (Tumornekrosefaktor-alpha): Ein weiteres wichtiges Zytokin, das an Entzündungsprozessen beteiligt ist.
Wann wird ein Entzündungsscreening empfohlen?
Ein Entzündungsscreening kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein:
- Bei unklaren Beschwerden wie anhaltender Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder diffusen Schmerzen
- Zur Früherkennung im Rahmen der Präventivmedizin und Gesundheitsvorsorge
- Bei bekannten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Zur Verlaufskontrolle bei bereits bekannten Entzündungserkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn)
- Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung
- Im Rahmen eines umfassenden Gesundheitschecks (Check-up)
Ablauf der Untersuchung
Das Entzündungsscreening erfolgt in der Regel über eine einfache Blutentnahme, meist nüchtern am Morgen. Die entnommene Blutprobe wird in einem Fachlabor analysiert. Die Ergebnisse liegen häufig innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor. Die Befundinterpretation erfolgt durch einen Arzt, der die Werte im Kontext der Krankengeschichte und weiterer Untersuchungsergebnisse bewertet.
Interpretation der Ergebnisse
Erhöhte Entzündungsmarker sind allein kein abschließender Befund, sondern ein Hinweis, der weitere diagnostische Schritte erfordert. Der behandelnde Arzt wird die Werte im Gesamtbild beurteilen:
- Akute Erhöhungen können auf Infektionen, Verletzungen oder akute Erkrankungen hinweisen.
- Dauerhaft leicht erhöhte Werte deuten auf chronische Entzündungsprozesse hin, die möglicherweise noch keine Symptome verursachen.
- Normwerte schließen eine Entzündung nicht vollständig aus, können aber als beruhigendes Zeichen gewertet werden.
Therapeutische Konsequenzen
Je nach Befund können verschiedene Maßnahmen eingeleitet werden. Bei chronisch erhöhten Entzündungsmarkern empfehlen Ärzte häufig:
- Anpassung der Ernährung (z. B. entzündungshemmende Kost reich an Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Ballaststoffen)
- Regelmäßige körperliche Aktivität
- Stressreduktion und ausreichend Schlaf
- Verzicht auf Rauchen und Alkohol
- Gezielte medikamentöse oder naturheilkundliche Therapie, abhängig von der Ursache
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM): Leitlinien zur Entzündungsdiagnostik, 2022.
- Ridker PM. - From C-Reactive Protein to Interleukin-6 to Interleukin-1: Moving Upstream To Identify Novel Targets for Atheroprotection. Circulation Research, 2016.
- World Health Organization (WHO): Noncommunicable diseases and their risk factors. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/noncommunicable-diseases (abgerufen 2024).
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