H60.5 – Akute Otitis externa: Ursachen & Therapie
H60.5 bezeichnet die akute Otitis externa – eine akute Entzündung des äußeren Gehörgangs, häufig durch Bakterien oder Pilze verursacht.
Wissenswertes über "H60.5"
H60.5 bezeichnet die akute Otitis externa – eine akute Entzündung des äußeren Gehörgangs, häufig durch Bakterien oder Pilze verursacht.
Was ist H60.5?
Der ICD-10-Code H60.5 steht für die akute Otitis externa – eine akute Entzündung des äußeren Gehörgangs. Diese Erkrankung betrifft den Bereich zwischen dem Ohrlöcher und dem Trommelfell. Die akute Form entwickelt sich meist innerhalb weniger Tage und geht mit Schmerzen, Schwellung und Ausfluss einher. Sie wird im klinischen Alltag häufig diagnostiziert und ist gut behandelbar.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen der akuten Otitis externa sind:
- Bakterielle Infektionen: Am häufigsten durch Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus verursacht.
- Pilzinfektionen (Otomykose): Durch Schimmelpilze oder Hefepilze wie Candida oder Aspergillus.
- Feuchtigkeit im Gehörgang: Häufiges Schwimmen oder Baden kann das schützende Milieu im Gehörgang stören (sog. "Swimmer's Ear" – auf Deutsch: Schwimmer-Ohr).
- Mechanische Reizung: Durch unsachgemäße Reinigung mit Wattesтäbchen oder anderen Gegenständen.
- Allergische Reaktionen: Auf Hörgeräte, Ohrstecker oder Ohrentropfen.
- Hautkrankheiten: Wie Ekzeme oder Psoriasis, die den Gehörgang mitbetreffen können.
Symptome
Typische Symptome der akuten Otitis externa umfassen:
- Ohrschmerzen (Otalgie), oft verstärkt beim Berühren oder Ziehen an der Ohrmuschel
- Juckreiz im Gehörgang
- Schwellung des Gehörgangs
- Ausfluss aus dem Ohr (Otorrhoe), wässrig oder eitrig
- Hörminderung durch Schwellung oder Sekretansammlung
- Rötung und Wärme im Bereich des Ohrs
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine otoskopische Untersuchung (Betrachtung des Gehörgangs mit einem Otoskop) durch einen Arzt oder eine Ärztin gestellt. Dabei können Rötung, Schwellung und Ausfluss beurteilt werden. Bei wiederkehrenden oder schwereren Fällen kann ein Abstrich zur mikrobiologischen Analyse entnommen werden, um den genauen Erreger zu identifizieren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad:
- Ohrentropfen mit Antibiotika (z. B. Ciprofloxacin oder Neomycin) bei bakterieller Infektion
- Antifungale Ohrentropfen bei Pilzinfektionen
- Kortikosteroid-haltige Tropfen zur Reduktion von Schwellung und Entzündung
- Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol zur Linderung der Ohrschmerzen
- Ohrspülung zur Entfernung von Sekret und Schuppen (nur durch Fachpersonal)
- Vermeidung von Feuchtigkeit im Ohr während der Behandlung
In schweren Fällen oder bei immungeschwächten Patienten kann eine systemische antibiotische Therapie notwendig sein.
Wann zum Arzt?
Betroffene sollten ärztliche Hilfe aufsuchen, wenn:
- die Schmerzen stark oder zunehmend sind
- Fieber auftritt
- die Symptome nach einigen Tagen nicht besser werden
- Hörverlust auftritt
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen vorhanden sind
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): ICD-10 Version 2019, Kapitel VIII – Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes (H60–H95). Verfügbar unter: https://icd.who.int
- Schaefer P, Baugh RF. Acute Otitis Externa: An Update. American Family Physician. 2012;86(11):1055-1061.
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC): Leitlinien und Empfehlungen zur Ohrenheilkunde. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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