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H72.0 – Zentrale Trommelfellperforation erklärt

H72.0 bezeichnet die zentrale Trommelfellperforation – ein Loch im Trommelfell, das nicht den Rand betrifft. Sie entsteht häufig durch Infektionen oder Verletzungen und kann Hörverlust verursachen.

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Wissenswertes über "H72.0"

H72.0 bezeichnet die zentrale Trommelfellperforation – ein Loch im Trommelfell, das nicht den Rand betrifft. Sie entsteht häufig durch Infektionen oder Verletzungen und kann Hörverlust verursachen.

Was ist H72.0?

Der ICD-10-Code H72.0 steht für eine zentrale Trommelfellperforation – also ein Loch oder einen Defekt im Trommelfell (Membrana tympani), das sich in der Mitte des Trommelfells befindet und den Rand (Anulus fibrosus) nicht erreicht. Das Trommelfell trennt den äußeren Gehörgang vom Mittelohr und spielt eine zentrale Rolle bei der Schallleitungsfunktion des Ohres.

Ursachen

Eine zentrale Trommelfellperforation kann verschiedene Ursachen haben:

  • Otitis media (Mittelohrentzündung): Die häufigste Ursache. Durch Eiteransammlung im Mittelohr erhöht sich der Druck, bis das Trommelfell nachgibt und perforiert.
  • Barotrauma: Plötzliche Druckschwankungen, z. B. beim Tauchen, Fliegen oder durch eine Explosion, können das Trommelfell reißen.
  • Direkte Verletzung: Einführen von Gegenständen in den Gehörgang (z. B. Wattestab), Ohrfeigen oder Schädel-Hirn-Traumata.
  • Chronische Mittelohrentzündung: Langanhaltende oder wiederkehrende Entzündungen können zu dauerhaften Defekten führen.

Symptome

Die Beschwerden hängen von der Größe der Perforation und deren Ursache ab:

  • Hörverlust (meist Schallleitungsschwerhörigkeit)
  • Ohrschmerzen zum Zeitpunkt der Ruptur
  • Ohrausfluss (Otorrhoe), insbesondere bei Infektion
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Schwindel in selteneren Fällen

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Ohrenspiegelung (Otoskopie), bei der der HNO-Arzt das Trommelfell direkt begutachtet. Ergänzend können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Audiometrie: Messung des Hörvermögens zur Bestimmung des Ausmaßes des Hörverlusts
  • Tympanometrie: Prüfung der Beweglichkeit des Trommelfells und des Mittelohres
  • Bildgebung (CT): Bei Verdacht auf Komplikationen oder ausgedehnte Mittelohrschäden

Behandlung

Viele zentrale Trommelfellperforationen heilen spontan innerhalb weniger Wochen ab, insbesondere wenn sie durch akute Infektionen oder Barotrauma entstanden sind.

Konservative Behandlung

  • Schutz des Ohres vor Wasser (kein Schwimmen, kein Eintauchen)
  • Antibiotikahaltige Ohrentropfen bei Infektion
  • Orale Antibiotika bei systemischer Infektion
  • Schmerzlinderung mit Analgetika

Operative Behandlung

Wenn die Perforation nicht von selbst verheilt oder groß ist, kann eine operative Versorgung notwendig sein:

  • Myringoplastik: Verschluss des Trommelfelldefekts mit körpereigenem Gewebe (z. B. Faszien-Transplantat)
  • Tympanoplastik: Umfangreichere Rekonstruktion bei gleichzeitiger Mittelohrschädigung

Prognose

Bei kleinen und mittelgroßen Perforationen ist die Prognose in der Regel gut. Kleine Defekte heilen oft spontan ab. Nach einer erfolgreichen Operation ist eine weitgehende Wiederherstellung des Hörvermögens möglich. Chronische oder unbehandelte Perforationen können jedoch zu dauerhaftem Hörverlust oder wiederkehrenden Mittelohrentzündungen führen.

Quellen

  1. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage, De Gruyter, 2020.
  2. Boenninghaus H.G., Lenarz T.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, 14. Auflage, Springer Medizin Verlag, 2012.
  3. World Health Organization (WHO): ICD-10 Version 2019 – H72.0 Zentrale Perforation des Trommelfells. Verfügbar unter: https://icd.who.int/browse10/2019/en#/H72.0

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