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H80.2 – Otosklerose mit Kochleabeteiligung

H80.2 ist der ICD-10-Code für Otosklerose mit Beteiligung der Kochlea. Diese Erkrankung führt zu fortschreitender Hörminderung durch abnorme Knochenumbauprozesse im Innenohr.

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Wissenswertes über "H80.2"

H80.2 ist der ICD-10-Code für Otosklerose mit Beteiligung der Kochlea. Diese Erkrankung führt zu fortschreitender Hörminderung durch abnorme Knochenumbauprozesse im Innenohr.

Was ist H80.2? – Otosklerose mit Beteiligung der Kochlea

Der ICD-10-Code H80.2 steht für Otosklerose mit Beteiligung der Kochlea. Bei dieser Form der Otosklerose ist nicht nur das Mittelohr, sondern auch die Kochlea (Gehörschnecke im Innenohr) von den pathologischen Knochenumbauprozessen betroffen. Dies führt zu einer kombinierten Schalleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit und stellt eine klinisch bedeutsame Form der Otosklerose dar.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Otosklerose sind noch nicht vollständig geklärt. Als wesentliche Faktoren gelten:

  • Genetische Veranlagung: Otosklerose tritt familiär gehäuft auf und wird autosomal-dominant vererbt, allerdings mit unvollständiger Penetranz.
  • Hormonelle Einflüsse: Ein Zusammenhang mit Östrogen wird diskutiert, da Symptome oft während der Schwangerschaft zunehmen.
  • Virale Infektionen: Es gibt Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit dem Masernvirus.
  • Immunologische Faktoren: Entzündliche und autoimmune Prozesse könnten ebenfalls eine Rolle spielen.

Symptome

Bei der Otosklerose mit Kochleabeteiligung (H80.2) können folgende Symptome auftreten:

  • Fortschreitende Schwerhörigkeit: Zunächst als Schalleitungsschwerhörigkeit, später als kombinierte Schwerhörigkeit.
  • Tinnitus: Ohrgeräusche, häufig als niederfrequentes Rauschen oder Brummen beschrieben.
  • Schwindel: Kann bei Kochleabeteiligung auftreten, jedoch seltener als Schwerhörigkeit.
  • Parakusis Willisii: Ein Phänomen, bei dem Betroffene in lauter Umgebung besser hören als in ruhiger.

Diagnose

Die Diagnose der Otosklerose mit Kochleabeteiligung erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen:

  • Audiometrie: Das Tonaudiogramm zeigt typischerweise einen kombinierten Hörverlust mit einer charakteristischen Knochenleistungsdepression bei 2000 Hz (Carhart-Kerbe).
  • Tympanometrie: Die Messung der Mittelohrfunktion zeigt oft eine eingeschränkte Trommelfellbeweglichkeit.
  • Computertomographie (CT) des Felsenbeins: Bildgebende Untersuchung zur Darstellung der knöchernen Veränderungen im Bereich der Kochlea und des Steigbügels.
  • HNO-ärztliche Untersuchung: Inspektion des Trommelfells, das bei Otosklerose unauffällig erscheinen kann.

Behandlung

Operative Therapie

Die Stapedektomie oder Stapedotomie (operativer Eingriff am Steigbügel) ist die bevorzugte Behandlung bei vorwiegender Schalleitungskomponente. Dabei wird der verknöcherte Steigbügel durch eine Prothese ersetzt, um die Schallleitung zu verbessern. Bei Kochleabeteiligung ist der operative Erfolg jedoch begrenzt, da die Innenohranteile dadurch nicht beeinflusst werden können.

Hörgeräteversorgung und Cochlea-Implantat

Bei fortgeschrittenem Innenohranteil und mangelndem operativem Erfolg kommt eine Hörgeräteversorgung in Betracht. In schweren Fällen mit hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit kann ein Cochlea-Implantat (CI) eine wirksame Rehabilitationsmöglichkeit darstellen.

Medikamentöse Therapie

Die Gabe von Natriumfluorid wird in einigen Ländern eingesetzt, um die Krankheitsprogression zu verlangsamen. Die wissenschaftliche Evidenz hierfür ist jedoch begrenzt, und der Einsatz ist nicht in allen Leitlinien etabliert.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): ICD-10 Classification of Mental and Behavioural Disorders – H80.2 Otosclerosis involving cochlea. Genf, 2019.
  2. Declau F, Van de Heyning P: Otosclerosis. In: Ballenger's Otorhinolaryngology Head and Neck Surgery. 17. Auflage. PMPH-USA, 2009.
  3. Chole RA, McKenna M: Pathophysiology of otosclerosis. Otology & Neurotology. 2001;22(2):249–257. PubMed PMID: 11300267.

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