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Hämangiom – Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Hämangiom ist eine gutartige Gefäßgeschwulst, die aus übermäßig gewachsenen Blutgefäßen besteht. Es tritt häufig bei Säuglingen auf und bildet sich meist von selbst zurück.

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Wissenswertes über "Hämangiom"

Ein Hämangiom ist eine gutartige Gefäßgeschwulst, die aus übermäßig gewachsenen Blutgefäßen besteht. Es tritt häufig bei Säuglingen auf und bildet sich meist von selbst zurück.

Was ist ein Hämangiom?

Ein Hämangiom ist eine gutartige (benigne) Geschwulst, die aus einer Ansammlung von überschüssigen Blutgefäßen entsteht. Es handelt sich um den häufigsten gutartigen Tumor im Kindesalter, der vor allem bei Neugeborenen und Säuglingen vorkommt. Hämangiome können an der Haut, in inneren Organen (z. B. Leber) oder im Gehirn auftreten. Obwohl sie zunächst wachsen, bilden sie sich in den meisten Fällen im Laufe der Kindheit vollständig oder weitgehend zurück.

Ursachen

Die genaue Ursache der Entstehung eines Hämangioms ist noch nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren werden diskutiert:

  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung wurde beobachtet.
  • Frühgeburtlichkeit: Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko, Hämangiome zu entwickeln.
  • Weibliches Geschlecht: Mädchen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Jungen.
  • Störungen der Gefäßentwicklung: Fehlregulationen im Wachstum von Endothelzellen (den Zellen, die Blutgefäße auskleiden) spielen eine Rolle.
  • Plazentare Faktoren: Bestimmte Veränderungen in der Plazenta werden ebenfalls als mögliche Ursache diskutiert.

Arten von Hämangiomen

Infantiles Hämangiom

Das infantile Hämangiom ist die häufigste Form. Es erscheint in den ersten Lebenswochen, wächst rasch in den ersten Lebensmonaten und beginnt sich ab dem ersten Lebensjahr zurückzubilden. Bei etwa 50 % der Kinder ist es bis zum Alter von fünf Jahren vollständig verschwunden, bei 70 % bis zum siebten Lebensjahr.

Kapilläres Hämangiom

Diese Form befindet sich nahe der Hautoberfläche und erscheint als leuchtend roter, erhabener Fleck, weshalb sie umgangssprachlich auch als Erdbeerfleck bezeichnet wird.

Kavernöses Hämangiom

Das kavernöse Hämangiom liegt tiefer im Gewebe, erscheint bläulich und fühlt sich weich und schwammartig an. Es kann in der Haut, aber auch in inneren Organen wie der Leber oder dem Gehirn vorkommen.

Kongenitales Hämangiom

Diese seltene Form ist bereits bei der Geburt vollständig ausgebildet und verhält sich anders als das infantile Hämangiom: Es bildet sich entweder sehr rasch zurück (RICH – Rapidly Involuting Congenital Hemangioma) oder bleibt dauerhaft bestehen (NICH – Non-Involuting Congenital Hemangioma).

Symptome

Die meisten Hämangiome verursachen keine Beschwerden. Je nach Lage und Größe können jedoch folgende Symptome auftreten:

  • Sichtbare rote oder bläuliche Hautveränderung
  • Schwellung oder Verdickung des betroffenen Gewebes
  • Blutungsneigung bei oberflächlichen Hämangiomen
  • Geschwürbildung (Ulzeration) bei schnell wachsenden Hämangiomen
  • Sehstörungen oder Atembeschwerden, wenn Hämangiome in der Nähe von Augen oder Atemwegen entstehen
  • Beschwerden durch Verdrängung von Organen bei großen inneren Hämangiomen

Diagnose

Die Diagnose eines Hämangioms erfolgt in der Regel klinisch durch die Beurteilung des äußeren Erscheinungsbildes. Bei Bedarf kommen folgende Untersuchungen zum Einsatz:

  • Ultraschall (Sonografie): Zur Beurteilung von Lage, Größe und Durchblutung des Hämangioms.
  • MRT (Magnetresonanztomografie): Bei tiefliegenden oder inneren Hämangiomen zur genauen Darstellung.
  • Biopsie: In seltenen Fällen zur Abgrenzung von bösartigen Tumoren.

Behandlung

Die meisten Hämangiome müssen nicht behandelt werden, da sie sich spontan zurückbilden. Eine Behandlung ist jedoch notwendig, wenn:

  • das Hämangiom lebenswichtige Strukturen (Augen, Atemwege) beeinträchtigt,
  • es zu Geschwürbildung, Blutungen oder Infektionen kommt,
  • es zu erheblichen kosmetischen Beeinträchtigungen führt.

Medikamentöse Therapie

Propranolol (ein Betablocker) ist heute die Standardbehandlung für behandlungsbedürftige infantile Hämangiome. Es hemmt das Wachstum und beschleunigt die Rückbildung. Alternativ kann Timolol als Gel bei oberflächlichen Hämangiomen eingesetzt werden.

Laserbehandlung

Der gepulste Farbstofflaser wird vor allem bei flachen, oberflächlichen Hämangiomen eingesetzt und kann Rötungen und Restveränderungen nach der Rückbildung behandeln.

Chirurgische Entfernung

Eine Operation kommt bei sehr großen Hämangiomen, bei solchen mit Komplikationen oder bei kosmetisch störenden Residuen nach der Rückbildung in Betracht.

Kortikosteroide

Früher wurden Kortikosteroide eingesetzt, um das Wachstum zu hemmen. Diese Therapie wird heute aufgrund der Nebenwirkungen seltener angewendet und weitgehend durch Propranolol ersetzt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose für infantile Hämangiome ist in der Regel sehr gut. Die meisten bilden sich vollständig zurück, ohne Narben oder bleibende Veränderungen zu hinterlassen. Komplikationen sind selten, können aber bei großen oder ungünstig gelegenen Hämangiomen auftreten. Regelmäßige Kontrollen durch einen Kinderarzt oder Dermatologen sind empfehlenswert.

Quellen

  1. Hoeger PH et al. - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Hämangiomen im Kindesalter. AWMF-Leitlinie Nr. 006-100 (2016).
  2. Leaute-Labreze C et al. - Propranolol for Severe Hemangiomas of Infancy. New England Journal of Medicine, 2008; 358(24): 2649-2651.
  3. Wassef M et al. - Vascular Anomalies Classification: Recommendations From the International Society for the Study of Vascular Anomalies. Pediatrics, 2015; 136(1): e203-e214.

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