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Hypertrophie – Ursachen, Symptome & Behandlung

Hypertrophie bezeichnet die Vergrößerung eines Organs oder Gewebes durch Zunahme der Zellgröße. Sie kann physiologisch oder krankhaft sein.

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Wissenswertes über "Hypertrophie"

Hypertrophie bezeichnet die Vergrößerung eines Organs oder Gewebes durch Zunahme der Zellgröße. Sie kann physiologisch oder krankhaft sein.

Was ist Hypertrophie?

Hypertrophie bezeichnet die Vergrößerung eines Organs, eines Gewebes oder einzelner Zellen durch eine Zunahme der Zellgröße. Die Anzahl der Zellen bleibt dabei grundsätzlich unverändert. Damit unterscheidet sich die Hypertrophie von der Hyperplasie, bei der sich ein Gewebe durch eine Zunahme der Zellzahl vergrößert.

Eine Hypertrophie kann eine normale und nützliche Anpassungsreaktion des Körpers sein, beispielsweise beim Muskelaufbau durch regelmäßiges Krafttraining. Sie kann jedoch auch infolge einer Erkrankung oder dauerhaften Überlastung entstehen, etwa bei einer Verdickung des Herzmuskels durch langjährigen Bluthochdruck.

Welche Ursachen hat eine Hypertrophie?

Die Ursachen unterscheiden sich je nach betroffenem Gewebe. Grundsätzlich lassen sich physiologische, pathologische, kompensatorische und hormonell beeinflusste Formen unterscheiden.

Physiologische Hypertrophie

Die physiologische Hypertrophie ist eine normale Anpassung an erhöhte funktionelle Anforderungen. Typische Beispiele sind die Vergrößerung der Skelettmuskulatur durch Krafttraining, die Anpassung des Herzmuskels an regelmäßige sportliche Belastung und das Wachstum der Gebärmutter während der Schwangerschaft.

Pathologische Hypertrophie

Eine pathologische Hypertrophie entsteht infolge einer Erkrankung oder chronischen Überlastung. Dazu gehören die Herzmuskelhypertrophie bei arterieller Hypertonie, eine Verdickung des Herzmuskels bei Aortenklappenstenose und die genetisch bedingte hypertrophe Kardiomyopathie.

Eine dauerhaft erhöhte Druckbelastung des Herzens kann zu einer Verdickung der Herzwand führen. Anfangs dient diese Veränderung häufig dazu, die Herzleistung aufrechtzuerhalten. Langfristig kann sie jedoch die Dehnbarkeit und Funktion des Herzmuskels beeinträchtigen.

Kompensatorische Hypertrophie

Bei einer kompensatorischen Hypertrophie vergrößert sich ein Organ oder ein verbleibender Organteil, um einen Funktionsverlust auszugleichen. Ein typisches Beispiel ist die Vergrößerung der verbliebenen Niere nach der operativen Entfernung einer Niere.

Hormonell beeinflusste Hypertrophie

Hormone und Wachstumsfaktoren können die Proteinsynthese und das Zellwachstum beeinflussen. Dazu zählen unter anderem Wachstumshormon, insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1, Testosteron, Insulin und Schilddrüsenhormone.

Ob daraus eine normale oder krankhafte Gewebevergrößerung entsteht, hängt unter anderem von der Hormonkonzentration, der Einwirkungsdauer und dem betroffenen Gewebe ab.

Häufige Formen der Hypertrophie

Muskelhypertrophie

Die Muskelhypertrophie bezeichnet die Vergrößerung einzelner Muskelfasern als Reaktion auf wiederholte mechanische Belastung. Sie tritt vor allem bei regelmäßigem Krafttraining auf.

Der Trainingsreiz aktiviert verschiedene zelluläre Signalwege und erhöht langfristig die Bildung von Muskelproteinen. Dazu gehören insbesondere die Struktur- und Kontraktionsproteine Aktin und Myosin. Dadurch nimmt der Querschnitt der Muskelfasern zu und der Muskel wird größer.

Für den Muskelaufbau sind vor allem progressives Krafttraining, ausreichende Regeneration, eine bedarfsgerechte Energiezufuhr, genügend Protein und langfristige Trainingskontinuität entscheidend. Ergänzend wird häufig eine Kreatin-Supplementierung eingesetzt. Kreatin kann die Leistungsfähigkeit bei wiederholten, kurzzeitigen und hochintensiven Belastungen unterstützen und dadurch stärkere Trainingsreize ermöglichen.

Besonders gut untersucht ist Kreatinmonohydrat, das unter anderem als hochreiner Markenrohstoff Creapure® angeboten wird. Auch liposomale Kreatinprodukte sind erhältlich und werden mit einer verbesserten Aufnahme beworben. Ein klinisch relevanter Aufnahmevorteil gegenüber herkömmlichem Kreatinmonohydrat ist derzeit jedoch nicht eindeutig belegt. Eine Kreatin-Supplementierung kann in Verbindung mit strukturiertem Krafttraining die Zunahme von Kraft und fettfreier Körpermasse unterstützen, ersetzt aber weder Training noch eine bedarfsgerechte Ernährung.

Herzmuskelhypertrophie

Die Herzmuskelhypertrophie, auch kardiale Hypertrophie genannt, beschreibt eine Zunahme der Herzmuskelmasse. Sie kann als Anpassung an sportliche Belastung auftreten oder durch Erkrankungen verursacht werden.

Eine krankhafte Herzmuskelhypertrophie entwickelt sich häufig als Reaktion auf eine dauerhaft erhöhte Druck- oder Volumenbelastung. Anfangs kann diese Anpassung die Herzfunktion stabilisieren. Langfristig können jedoch eine verminderte Dehnbarkeit des Herzmuskels, Herzrhythmusstörungen oder eine Herzinsuffizienz entstehen.

Konzentrische Hypertrophie

Bei der konzentrischen Hypertrophie verdickt sich die Wand der Herzkammer. Der Innenraum bleibt zunächst weitgehend unverändert oder wird kleiner. Diese Form ist typisch für eine chronische Druckbelastung, beispielsweise durch Bluthochdruck oder eine Aortenklappenstenose.

Exzentrische Hypertrophie

Bei der exzentrischen Hypertrophie vergrößert sich vor allem der Innenraum der Herzkammer. Gleichzeitig nimmt auch die Herzmuskelmasse zu. Diese Form kann bei chronischen Volumenbelastungen auftreten, etwa infolge bestimmter Herzklappenfehler.

Die Herzwand muss dabei nicht grundsätzlich dünner werden. Häufig ist sie lediglich im Verhältnis zum vergrößerten Herzkammerraum weniger stark verdickt.

Prostatavergrößerung

Die altersbedingte gutartige Vergrößerung der Prostata wird medizinisch als benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH, bezeichnet. Obwohl umgangssprachlich teilweise von einer Prostatahypertrophie gesprochen wird, handelt es sich überwiegend um eine Hyperplasie, also eine Vermehrung der Zellzahl.

Die vergrößerte Prostata kann die Harnröhre einengen und Beschwerden beim Wasserlassen verursachen. Die BPH tritt besonders häufig bei älteren Männern auf.

Schilddrüsenvergrößerung

Eine vergrößerte Schilddrüse wird als Struma oder umgangssprachlich als Kropf bezeichnet. Der Begriff Schilddrüsenhypertrophie ist nur dann exakt, wenn die Vergrößerung tatsächlich auf einer Zunahme der Zellgröße beruht. Häufig sind gleichzeitig hyperplastische Veränderungen beteiligt.

Mögliche Ursachen sind Jodmangel, Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis, Schilddrüsenknoten, Funktionsstörungen der Schilddrüse, bestimmte Medikamente und selten Tumorerkrankungen.

Eine Struma kann sowohl bei normaler als auch bei erhöhter oder verminderter Schilddrüsenfunktion auftreten.

Welche Symptome verursacht eine Hypertrophie?

Die Symptome hängen davon ab, welches Organ oder Gewebe betroffen ist. Eine Hypertrophie kann zunächst vollständig beschwerdefrei verlaufen.

Symptome einer Herzmuskelhypertrophie

Mögliche Beschwerden sind:

  • Kurzatmigkeit und verminderte Belastbarkeit

  • Schwindel, Brustschmerzen oder Druckgefühl

  • Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen

  • Ohnmacht oder Wassereinlagerungen bei fortgeschrittener Herzschwäche

Symptome einer Prostatavergrößerung

Eine vergrößerte Prostata kann einen abgeschwächten Harnstrahl, häufigen oder nächtlichen Harndrang, Nachtröpfeln und das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung verursachen. Bei schweren Verläufen kann es zu einem vollständigen Harnverhalt kommen.

Symptome einer Schilddrüsenvergrößerung

Eine Struma kann als sichtbare oder tastbare Schwellung am Hals auffallen. Bei zunehmender Größe können ein Druck- oder Engegefühl, Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Atemprobleme entstehen.

Muskelhypertrophie

Eine durch Krafttraining ausgelöste Muskelhypertrophie verursacht normalerweise keine krankhaften Beschwerden. Schmerzen, deutliche Bewegungseinschränkungen, ausgeprägte Asymmetrien oder anhaltende Muskelschwäche sollten jedoch medizinisch abgeklärt werden.

Wie wird eine Hypertrophie diagnostiziert?

Die Diagnostik richtet sich nach dem betroffenen Organ, den Beschwerden und der vermuteten Ursache.

Diagnose einer Herzmuskelhypertrophie

Zu den wichtigsten Untersuchungen gehören:

  • Blutdruckmessung, körperliche Untersuchung und EKG

  • Echokardiografie und gegebenenfalls kardiale MRT

  • Belastungs- oder Langzeit-EKG

  • Blutuntersuchungen und bei Bedarf genetische Diagnostik

Die Echokardiografie ermöglicht die Beurteilung der Wanddicke, der Größe der Herzkammern und der Pumpfunktion. Eine kardiale MRT kann zusätzliche Informationen über die Gewebestruktur, Vernarbungen oder bestimmte Herzmuskelerkrankungen liefern.

Diagnose einer Muskelhypertrophie

Zur Beurteilung der Muskelmasse und Muskelstruktur können eine körperliche Untersuchung, Umfangs- und Kraftmessungen, Ultraschall, Magnetresonanztomografie oder eine Körperzusammensetzungsanalyse eingesetzt werden.

Diagnose einer Prostatavergrößerung

Die Diagnostik kann ein ärztliches Gespräch, eine körperliche und digitale rektale Untersuchung, eine Urinanalyse, eine Restharnmessung, eine Harnstrahlmessung und einen Ultraschall umfassen.

Zusätzlich kann der PSA-Wert bestimmt werden. Ein erhöhter PSA-Wert ist jedoch nicht spezifisch für Prostatakrebs. Er kann auch bei einer benignen Prostatahyperplasie oder einer Entzündung der Prostata auftreten.

Diagnose einer Schilddrüsenvergrößerung

Typische Untersuchungen sind:

  • Abtasten und Ultraschall der Schilddrüse

  • Bestimmung von TSH und freien Schilddrüsenhormonen

  • gegebenenfalls Schilddrüsenantikörper oder Szintigrafie

  • Feinnadelbiopsie bei verdächtigen Knoten

Wie wird eine Hypertrophie behandelt?

Nicht jede Hypertrophie muss behandelt werden. Entscheidend sind die Ursache, die betroffene Struktur und mögliche Funktionseinschränkungen.

Behandlung der Herzmuskelhypertrophie

Im Mittelpunkt steht die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung. Dazu zählen eine konsequente Blutdruckkontrolle, die Therapie von Herzklappenfehlern, Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz sowie eine individuell angepasste körperliche Belastung.

Je nach Diagnose können ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptorblocker, Betablocker oder andere Medikamente eingesetzt werden. Bei schweren Herzklappenerkrankungen oder bestimmten Formen der hypertrophen Kardiomyopathie können operative oder kathetergestützte Verfahren notwendig sein.

Behandlung der benignen Prostatahyperplasie

Bei milden Beschwerden kann zunächst eine kontrollierte Beobachtung mit Anpassungen des Lebensstils sinnvoll sein. Bei stärkeren Beschwerden kommen Alphablocker, 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, minimalinvasive Verfahren oder operative Eingriffe infrage.

Alphablocker entspannen die Muskulatur im Bereich von Prostata und Blasenhals. Dadurch kann das Wasserlassen erleichtert werden.

Behandlung einer Schilddrüsenvergrößerung

Die Therapie hängt von der Ursache und der Schilddrüsenfunktion ab. Mögliche Maßnahmen sind eine kontrollierte Jodzufuhr bei nachgewiesenem Jodmangel, Schilddrüsenhormone bei bestimmten Unterfunktionen, Thyreostatika bei einer Überfunktion, eine Radioiodtherapie oder eine Operation.

Eine eigenständige Einnahme hoch dosierter Jodpräparate ist nicht grundsätzlich zu empfehlen. Jod kann bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen eine Überfunktion auslösen oder verstärken.

Behandlung einer Muskelhypertrophie

Eine trainingsbedingte Muskelhypertrophie benötigt normalerweise keine medizinische Behandlung. Bei Schmerzen, deutlichen Asymmetrien, Muskelschwäche oder dem Verdacht auf den Missbrauch leistungssteigernder Substanzen sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Hypertrophie und Hyperplasie: Was ist der Unterschied?

Bei einer Hypertrophie werden vorhandene Zellen größer. Bei einer Hyperplasie nimmt dagegen die Anzahl der Zellen zu. Beide Vorgänge können gleichzeitig auftreten, beispielsweise bei der Vergrößerung der Gebärmutter während der Schwangerschaft oder in bestimmten hormonabhängigen Geweben.

Wann sollte eine Hypertrophie ärztlich abgeklärt werden?

Eine medizinische Untersuchung ist insbesondere bei neu auftretender Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht, anhaltendem Herzrasen, deutlichen Problemen beim Wasserlassen, einer schnell zunehmenden Schwellung am Hals oder einer ungeklärten Muskelvergrößerung sinnvoll.

Akute Brustschmerzen, schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder ein vollständiger Harnverhalt erfordern eine sofortige medizinische Abklärung.

Fazit

Hypertrophie bezeichnet die Vergrößerung von Zellen und damit eines Gewebes oder Organs. Sie kann eine normale Anpassung sein, wie beim Muskelaufbau durch Krafttraining, oder als Folge einer Erkrankung auftreten.

Besonders eine Herzmuskelhypertrophie sollte sorgfältig untersucht werden, da sie unter anderem mit Bluthochdruck, Herzklappenfehlern oder erblichen Herzerkrankungen verbunden sein kann. Diagnose und Behandlung richten sich stets nach der Ursache und dem betroffenen Organ.

Quellen

  • Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.

  • Silbernagl S., Lang F.: Taschenatlas Pathophysiologie. 5. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2019.

  • World Health Organization: Cardiovascular diseases.

  • National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases: Benign Prostatic Hyperplasia.

  • European Society of Cardiology: Informationen zu Herzmuskelhypertrophie und Herzinsuffizienz.

  • American Thyroid Association: Informationen zu Struma und Schilddrüsenerkrankungen.

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