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K29.4 – Chronische atrophische Gastritis

K29.4 ist der ICD-10-Code für chronische atrophische Gastritis – eine langanhaltende Magenschleimhauterkrankung mit Gewebsabbau und eingeschränkter Magendrüsenfunktion.

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Wissenswertes über "K29.4"

K29.4 ist der ICD-10-Code für chronische atrophische Gastritis – eine langanhaltende Magenschleimhauterkrankung mit Gewebsabbau und eingeschränkter Magendrüsenfunktion.

Was ist K29.4?

Der ICD-10-Code K29.4 steht für die chronische atrophische Gastritis. Dabei handelt es sich um eine langfristige Entzündung der Magenschleimhaut, bei der es im Verlauf zu einem fortschreitenden Abbau der Magenschleimhautdrüsen kommt. Dieser Prozess wird als Atrophie bezeichnet. Die verminderte Anzahl von Drüsenzellen führt zu einer eingeschränkten Produktion von Magensaft, Salzsaure und dem sogenannten Intrinsic Factor, der für die Aufnahme von Vitamin B12 unentbehrlich ist.

Ursachen

Die chronische atrophische Gastritis kann verschiedene Ursachen haben:

  • Helicobacter pylori-Infektion: Das Bakterium Helicobacter pylori ist die häufigste Ursache. Es besiedelt die Magenschleimhaut und löst eine dauerhafte Entzündungsreaktion aus, die über Jahre zur Atrophie führen kann.
  • Autoimmune Gastritis (Typ A): Hierbei richtet das Immunsystem des Körpers sich gegen die eigenen Belegzellen der Magenschleimhaut. Diese Form ist mit Vitamin-B12-Mangel und perniziöser Anämie assoziiert.
  • Chronische Reizung: Langfristiger Alkoholkonsum, regelmäßige Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) oder anhaltender Gallereflux können ebenfalls zur Entwicklung einer atrophischen Gastritis beitragen.

Symptome

Die chronische atrophische Gastritis verläuft häufig über lange Zeit symptomarm oder beschwerdefrei. Mögliche Beschwerden sind:

  • Dumpfes Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit und Blähungen
  • Frühzeitiges Sättigungsgefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Bei Vitamin-B12-Mangel: Müdigkeit, Schwindel, Kribbeln in den Extremitäten (Polyneuropathie)

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) gestellt, bei der Gewebeproben (Biopsien) entnommen und histologisch untersucht werden. Zusätzliche diagnostische Maßnahmen umfassen:

  • Helicobacter-pylori-Test: z. B. Atemtest, Stuhltest oder Biopsietest
  • Blutuntersuchung: Bestimmung von Vitamin B12, Ferritin, Blutbild sowie Antikörper gegen Belegzellen oder Intrinsic Factor (bei autoimmuner Gastritis)
  • Pepsinogen-I/II-Quotient: Als Serummarker für den Grad der Magenschleimhautatrophie

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:

  • Helicobacter-pylori-Eradikation: Bei nachgewiesener Infektion wird eine Kombinationstherapie aus zwei Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer (PPI) durchgeführt („Tripeltherapie“).
  • Vitamin-B12-Substitution: Bei autoimmuner Gastritis mit Intrinsic-Factor-Mangel ist eine regelmäßige Zufuhr von Vitamin B12 – meist als Injektion oder hochdosiertes orales Präparat – notwendig.
  • Ernährungsanpassung: Vermeidung von reizenden Substanzen wie Alkohol, Koffein und NSAR.
  • Regelmäßige Kontrollgastroskopien: Da die chronische atrophische Gastritis als Risikofaktor für die Entwicklung von Magenkrebs gilt, sind endoskopische Verlaufskontrollen empfohlen.

Quellen

  1. Malfertheiner P. et al. – Management of Helicobacter pylori infection: the Maastricht V/Florence Consensus Report. Gut, 2017; 66(1):6–30.
  2. Lahner E., Annibale B. – Pernicious anemia: new insights from a gastroenterological point of view. World Journal of Gastroenterology, 2009; 15(41):5121–5128.
  3. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) – ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XI: Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K93).

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