K57.0 – Divertikulitis Dünndarm ICD-10
K57.0 ist ein ICD-10-Diagnosecode für Divertikulitis des Dünndarms mit Perforation und Abszess. Er beschreibt eine entzündliche Erkrankung mit ernsthafter Komplikation.
Wissenswertes über "K57.0"
K57.0 ist ein ICD-10-Diagnosecode für Divertikulitis des Dünndarms mit Perforation und Abszess. Er beschreibt eine entzündliche Erkrankung mit ernsthafter Komplikation.
Was bedeutet der ICD-10-Code K57.0?
Der ICD-10-Code K57.0 steht für Divertikulitis des Dünndarms mit Perforation und Abszess. Er gehört zur Gruppe der Divertikelkrankheiten des Darms (K57) und beschreibt eine schwerwiegende, entzündliche Komplikation, bei der sich kleine Ausslädungen (Divertikel) der Dünndarmwand entzünden und durchbrechen können.
Erklärung: Divertikulitis des Dünndarms
Divertikel sind kleine, sackförmige Ausstülpungen der Darmwand. Wenn sich diese entzünden, spricht man von einer Divertikulitis. Tritt diese Entzündung im Dünndarm auf, ist das seltener als im Dickdarm, kann aber zu schweren Komplikationen führen.
Ursachen
- Erhöhter intraluminaler Druck im Darm
- Ballaststoffarme Ernährung über längere Zeit
- Altersbedingte Schwäche der Darmwand
- Gestörte Darmmotilität
- Genetische Faktoren
Symptome
- Akute Bauchschmerzen, häufig im rechten Unterbauch oder Nabelbereich
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Übelkeit und Erbrechen
- Veränderte Stuhlgewohnheiten (Durchfall oder Verstopfung)
- Bei Perforation: starke, plötzliche Schmerzen und Zeichen einer Peritonitis (Bauchfellentzündung)
- Bei Abszess: anhaltende Schmerzen, Fieber, tastbare Resistenz im Bauch
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination klinischer, laborchemischer und bildgebender Untersuchungen:
- Laborwerte: Erhöhte Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten)
- Sonographie: Erste bildgebende Methode der Wahl
- Computertomographie (CT): Goldstandard zur Beurteilung von Perforation und Abszess
- Röntgenuntersuchung: Zum Nachweis freier Luft bei Perforation
Behandlung
Konservative Therapie
Bei leichten Fällen ohne Komplikationen kann eine konservative Behandlung erfolgen:
- Nüchternheit oder flüssige Diät zur Darmentlastung
- Antibiotika zur Behandlung der Entzündung
- Schmerztherapie
Interventionelle und chirurgische Therapie
Bei Vorliegen eines Abszesses oder einer Perforation (wie unter K57.0 kodiert) sind invasivere Maßnahmen erforderlich:
- Perkutane Drainage: Kathetergestützte Entleerung eines Abszesses
- Chirurgische Resektion: Entfernung des betroffenen Darmabschnitts, häufig als Notfalloperation
- Intensivmedizinische Behandlung: Bei Peritonitis oder septischem Schock
Abgrenzung zu anderen K57-Codes
Der ICD-10-Kode K57 umfasst mehrere Subkategorien, die nach Lokalisation (Dünndarm, Dickdarm oder beide) und dem Vorhandensein von Komplikationen (mit oder ohne Perforation und Abszess, mit oder ohne Blutung) unterschieden werden. K57.0 bezeichnet spezifisch den Dünndarm mit der schwersten Komplikationsstufe (Perforation und Abszess).
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – Kapitel XI: Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K93).
- Leifeld L. et al.: S2k-Leitlinie Divertikelkrankheit/Divertikulitis. Zeitschrift für Gastroenterologie, 2022; Georg Thieme Verlag.
- Schreyer AG. et al.: Radiologische Diagnostik der Divertikulitis – Empfehlungen der Deutschen Röntgengesellschaft. RoFo, 2018.
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