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K57.3 – Divertikulitis des Dickdarms | ICD-10

K57.3 ist der ICD-10-Code für Divertikulitis des Dickdarms ohne Perforation oder Abszess. Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung im Überblick.

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Wissenswertes über "K57.3"

K57.3 ist der ICD-10-Code für Divertikulitis des Dickdarms ohne Perforation oder Abszess. Es handelt sich um eine Entzündung kleiner Darmausstuelp.

Was bedeutet K57.3?

Der ICD-10-Code K57.3 steht für Divertikulitis des Dickdarms ohne Perforation oder Abszess. Divertikulitis bezeichnet die Entzündung sogenannter Divertikel – das sind kleine, sackförmige Ausstuelp­ungen der Darmschleimhaut, die sich durch die Muskelschicht des Dickdarms (Kolon) nach außen wölben. Der Code K57.3 wird verwendet, wenn diese Entzündung ohne schwerwiegende Komplikationen wie einen Darmdurchbruch (Perforation) oder eine Eiteransammlung (Abszess) vorliegt.

Ursachen

Divertikel entstehen hauptsächlich durch erhöhten Druck im Dickdarm, oft verursacht durch ballaststoffarme Ernährung und chronische Verstopfung. Wenn diese Darmausstuelp­ungen sich entzünden, spricht man von Divertikulitis. Begünstigende Faktoren sind:

  • Ballaststoffarme Ernährung
  • Höheres Lebensalter (ab 40 Jahren zunehmendes Risiko)
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Rauchen
  • Häufiger Gebrauch von nicht­steroidalen Antirheumatika (NSAR), z. B. Ibuprofen oder Aspirin

Symptome

Typische Beschwerden bei einer Divertikulitis gemäß K57.3 sind:

  • Schmerzen im linken Unterbauch (da der Sigmabereich des Dickdarms am häufigsten betroffen ist)
  • Fieber und Schuettelfrost
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Veränderungen des Stuhlgangs (Durchfall oder Verstopfung)
  • Druckempfindlichkeit des Bauches
  • Erhöhte Entzündungswerte im Blut (z. B. CRP, Leukozyten)

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel durch folgende Maßnahmen gestellt:

  • Körperliche Untersuchung: Druckschmerz im Unterbauch, Abwehrspannung
  • Blutuntersuchung: Nachweis erhöhter Entzündungsmarker (CRP, Leukozyten)
  • Ultraschall des Bauches: Darstellung vergrößerter Divertikel und umliegender Entzündung
  • Computertomographie (CT): Genaueste Methode zur Beurteilung des Schweregrads und Ausschluss von Komplikationen
  • Koloskopie: Wird in der akuten Phase in der Regel nicht durchgeführt, aber nach Abklingen der Entzündung empfohlen

Behandlung

Leichte Fälle (ambulant)

Bei milder, unkomplizierter Divertikulitis (K57.3) ohne Komplikationen kann die Behandlung oft ambulant erfolgen:

  • Körperliche Schonung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Leichte, ballaststoffarme Diät in der akuten Phase
  • Antibiotika (z. B. Amoxicillin/Clavulansäure oder Ciprofloxacin in Kombination mit Metronidazol)
  • Schmerzlinderung mit geeigneten Analgetika

Schwerere Fälle (stationär)

Bei starken Schmerzen, hohem Fieber oder Unsicherheit über Komplikationen ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig:

  • Intravenose Antibiotikatherapie
  • Nahrungskarenz und intravenose Flüssigkeitszufuhr
  • Engmaschige Überwachung der Entzündungsparameter

Langfristige Maßnahmen

Nach Abklingen der akuten Episode wird empfohlen:

  • Erhöhung der Ballaststoffzufuhr (Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte)
  • Regelmäßige körperliche Bewegung
  • Normalisierung des Körpergewichts
  • Bei häufigen Rezidiven: Chirurgische Entfernung des betroffenen Darmabschnitts (Sigmaresektion)

Abgrenzung zu anderen K57-Codes

Der ICD-10-Abschnitt K57 unterteilt Divertikelerkrankungen nach Lokalisation und Vorhandensein von Komplikationen. K57.3 beschreibt ausdrücklich die unkomplizierte Divertikulitis des Dickdarms. Verwandte Codes sind zum Beispiel K57.0 (Dünndarm), K57.2 (Dickdarm mit Perforation/Abszess) oder K57.9 (nicht näher bezeichnete Lokalisation).

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XI – Krankheiten des Verdauungssystems, K57.3. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2024.
  2. Leifeld L. et al.: S2k-Leitlinie Divertikelkrankheit/Divertikulitis. Zeitschrift für Gastroenterologie, 2022; 60(4): 613–688. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).
  3. Strate L.L., Morris A.M.: Epidemiology, Pathophysiology, and Treatment of Diverticulitis. Gastroenterology, 2019; 156(5): 1282–1298. doi:10.1053/j.gastro.2018.12.033.

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