Kreatinphosphat – Funktion, Wirkung & Bedeutung
Kreatinphosphat ist eine energiereiche Verbindung im Muskelgewebe, die dem Körper bei kurzen, intensiven Belastungen schnell Energie bereitstellt.
Wissenswertes über "Kreatinphosphat"
Kreatinphosphat ist eine energiereiche Verbindung im Muskelgewebe, die dem Körper bei kurzen, intensiven Belastungen schnell Energie bereitstellt.
Was ist Kreatinphosphat?
Kreatinphosphat (auch Phosphokreatin genannt) ist eine natürlich im menschlichen Körper vorkommende, phosphatreiche Verbindung, die hauptsächlich in den Skelettmuskeln gespeichert wird. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der schnellen Bereitstellung von Energie, insbesondere während intensiver körperlicher Aktivität.
Wirkmechanismus
Kreatinphosphat dient als unmittelbarer Energiepuffer für die Resynthese von Adenosintriphosphat (ATP), dem universellen Energieträger der Zelle. Wenn ATP bei körperlicher Belastung zu Adenosindiphosphat (ADP) abgebaut wird, kann Kreatinphosphat seine Phosphatgruppe auf ADP übertragen und so binnen Millisekunden neues ATP regenerieren. Diese Reaktion wird durch das Enzym Kreatinkinase katalysiert:
- Kreatinphosphat + ADP → Kreatin + ATP
Da dieser Prozess ohne Sauerstoff abläuft, steht die Energie äußerst schnell zur Verfügung – jedoch nur für kurze Zeit, da die Kreatinphosphat-Speicher begrenzt sind (typischerweise reichen sie für etwa 6–10 Sekunden maximaler Muskelleistung).
Biologische Bedeutung
Das Kreatinphosphat-System (auch alaktazid-anaerobes System genannt) ist das erste Energiebereitstellungssystem, das bei plötzlicher, hochintensiver Belastung aktiviert wird. Es ist besonders bedeutsam für:
- Sprints und explosive Bewegungen
- Gewichtheben und Kraftsport
- Sprungbewegungen und kurze Intensivleistungen
Nach der Belastung wird Kreatinphosphat in der Erholungsphase durch oxidative Prozesse regeneriert. Die Gesamtmenge an gespeichertem Kreatinphosphat im Körper beträgt beim Erwachsenen etwa 80–120 Millimol pro Kilogramm Trockenmasse im Muskel.
Vorkommen und Zufuhr
Kreatin – der Ausgangsstoff für Kreatinphosphat – wird vom Körper selbst synthetisiert (hauptsächlich in Leber und Niere) und über die Nahrung aufgenommen. Besonders reich an Kreatin sind:
- Fleisch (Rind, Schwein)
- Fisch (Hering, Lachs, Thunfisch)
Vegetarier und Veganer haben in der Regel niedrigere Kreatinspeicher, da tierische Lebensmittel die Hauptquelle darstellen.
Kreatinphosphat und Sport
Im Sportbereich wird häufig Kreatin-Monohydrat als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt, um die Kreatinphosphat-Speicher im Muskel zu vergrößern. Zahlreiche Studien belegen, dass eine Kreatin-Supplementierung:
- die Leistungsfähigkeit bei kurzen, intensiven Belastungen verbessern kann
- die Muskelmasse und Kraftentwicklung unterstützt
- die Erholung zwischen Belastungsintervallen fördern kann
Kreatinphosphat selbst wird in der Medizin auch klinisch eingesetzt, zum Beispiel als kardioprotektive Substanz bei Herzoperationen, um das Herzgewebe während vorlübergehender Durchblutungsunterbrechungen zu schützen.
Medizinische Relevanz
Die Konzentration von Kreatinphosphat im Blut sowie das Enzym Kreatinkinase (CK) sind wichtige diagnostische Marker in der Medizin. Erhöhte CK-Werte deuten auf Muskelschäden hin und werden beispielsweise bei folgenden Erkrankungen beobachtet:
- Herzinfarkt (CK-MB-Fraktion)
- Muskeldystrophien
- Rhabdomyolyse (Muskelzerfall)
- Myositis (Muskelentzündung)
Sicherheit und Nebenwirkungen
Kreatinphosphat und seine Vorstufe Kreatin gelten bei gesunden Erwachsenen als sicher. Bei der Einnahme von Kreatin-Präparaten können gelegentlich leichte Nebenwirkungen auftreten:
- Wassereinlagerungen im Muskelgewebe (vor allem zu Beginn)
- Mägen-Darm-Beschwerden bei hohen Dosen
Personen mit Nierenerkrankungen sollten vor der Einnahme von Kreatin-Präparaten ärztlichen Rat einholen.
Quellen
- Greenhaff, P. L. (1995): Creatine and its application as an ergogenic aid. International Journal of Sport Nutrition, 5(Suppl), S100–S110.
- Wyss, M. & Kaddurah-Daouk, R. (2000): Creatine and creatinine metabolism. Physiological Reviews, 80(3), 1107–1213.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte und Informationen zu Kreatin. Abgerufen unter: www.dge.de
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