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M46.4 – Infektiöse Diskitis der Wirbelsäule

M46.4 ist der ICD-10-Code für infektiöse Bandscheibenerkrankungen der Wirbelsäule. Bakterien oder andere Erreger befallen den Zwischenwirbelraum und verursachen Entzündung und Schmerzen.

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Wissenswertes über "M46.4"

M46.4 ist der ICD-10-Code für infektiöse Bandscheibenerkrankungen der Wirbelsäule. Bakterien oder andere Erreger bef allen den Zwischenwirbelraum und verursachen Entzündung und Schmerzen.

Was bedeutet der ICD-10-Code M46.4?

Der ICD-10-Code M46.4 steht für Diskitis, nicht näher bezeichnet – also eine infektiöse Entzündung der Bandscheiben (Disci intervertebrales) der Wirbelsäule. Die Erkrankung zählt zu den entzündlichen Spondylopathien und ist in der Regel durch eine bakterielle Infektion verursacht, kann aber auch durch Pilze oder andere Mikroorganismen ausgelöst werden. Sie betrifft den Zwischenwirbelraum sowie häufig die angrenzenden Wirbelkörper und das umliegende Gewebe.

Ursachen

Die häufigste Ursache von M46.4 ist eine bakterielle Infektion, die über das Blut (hämatogen) in die Bandscheibe gelangt. Seltener entsteht die Infektion durch direkte Ausbreitung nach einer Operation oder einem Trauma. Zu den typischen Erregern gehören:

  • Staphylococcus aureus (häufigster Erreger)
  • Streptokokken
  • Escherichia coli und andere gramnegative Bakterien
  • Mycobacterium tuberculosis (bei tuberkulöser Form)
  • Pilze (z. B. Candida-Arten, bei immungeschwächten Personen)

Risikofaktoren sind unter anderem:

  • Diabetes mellitus
  • Immunsuppression (z. B. durch Medikamente oder HIV)
  • Drogenabhängigkeit (intravenöser Drogengebrauch)
  • Vorausgegangene Wirbelsäulenoperationen oder Eingriffe
  • Endokarditis oder andere bakterielle Infektionsquellen

Symptome

Die Beschwerden bei M46.4 entwickeln sich oft schleichend und können zunächst unspezifisch sein. Typische Symptome sind:

  • Rückenschmerzen, oft intensiv und bewegungsabhängig
  • Lokale Druckschmerzhaftigkeit über der betroffenen Wirbelsäulenregion
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule
  • In schweren Fällen: neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühle, Schwäche oder Lähmungserscheinungen (bei Beteiligung des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln)

Diagnose

Die Diagnose einer infektiösen Diskitis erfordert eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Labordiagnostik und bildgebenden Verfahren:

  • Blutuntersuchungen: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, BSG, Leukozyten)
  • Blutkulturen: Zum Nachweis des Erregers
  • MRT der Wirbelsäule: Goldstandard für den frühen Nachweis einer Diskitis; zeigt Entzündung und Ausdehnung
  • CT-geführte Biopsie: Zur gezielten Erregerdiagnostik aus dem betroffenen Bandscheibenraum
  • Röntgen und CT: Ergänzend, jedoch weniger sensitiv in frühen Stadien

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach dem nachgewiesenen oder wahrscheinlichsten Erreger und dem klinischen Schweregrad:

Medikamentöse Therapie

Die Behandlung erfolgt primär mit Antibiotika, die je nach Erreger und Antibiogramm ausgewählt werden. Eine initiäle intravenöse Gabe wird empfohlen, gefolgt von einer oralen Erhaltungstherapie über mehrere Wochen bis Monate. Bei Pilzinfektionen kommen Antimykotika (z. B. Fluconazol, Amphotericin B) zum Einsatz.

Ruhigstellung und physikalische Maßnahmen

Eine vorrübergehende Ruhigstellung der Wirbelsäule (z. B. durch ein Korsett) kann zur Schmerzlinderung und Stabilisierung beitragen. Bettruhe wird nur in schweren Fällen empfohlen.

Operative Therapie

Eine Operation ist erforderlich, wenn:

  • Neurologische Ausfälle auftreten oder sich verschlechtern
  • Ein Abszess (z. B. epiduraler Abszess) vorliegt
  • Die Wirbelsäule instabil ist
  • Die konservative Therapie versagt

Der chirurgische Eingriff umfasst in der Regel eine Drainage des Infektionsherdes, Dekompression und ggf. Stabilisierung der Wirbelsäule.

Prognose

Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose von M46.4 in den meisten Fällen gut. Eine verzögerte Therapie kann jedoch zu dauerhaften Schäden an Wirbelsäule und Nervensystem führen. Regelmäßige klinische und laborchemische Verlaufskontrollen sind essenziell.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – Schlüsselnummer M46.4.
  2. Zimmerli W. - Vertebral Osteomyelitis. New England Journal of Medicine, 2010; 362(11):1022–1029.
  3. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Spondylodiszitis, 2022.

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