M77.3 Fersensporn – Ursachen, Symptome & Therapie
M77.3 ist der ICD-10-Code für den Fersensporn, eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein. Er verursacht Schmerzen und wird konservativ oder operativ behandelt.
Wissenswertes über "M77.3"
M77.3 ist der ICD-10-Code für den Fersensporn, eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein. Er verursacht Schmerzen und wird konservativ oder operativ behandelt.
Was ist M77.3 – Fersensporn?
Der ICD-10-Code M77.3 bezeichnet den Fersensporn (Kalkaneussporn), eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein (Kalkaneus). Diese Ablagerung entsteht durch chronische Überlastung und kann zu erheblichen Schmerzen führen. Man unterscheidet den plantaren Fersensporn (an der Unterseite der Ferse) und den dorsalen Fersensporn (an der Rückseite der Ferse).
Ursachen
Der Fersensporn entsteht durch wiederholte Zugbelastungen an der Ansatzstelle der Plantarfaszie oder der Achillessehne am Fersenbein. Häufige Ursachen und Risikofaktoren sind:
- Chronische Überlastung des Fußes (z. B. durch langes Stehen oder intensiven Sport)
- Übergewicht und erhöhter Körpermassaindex (BMI)
- Falsch sitzendes oder unzureichend gedämpftes Schuhwerk
- Fußfehlstellungen wie Plattfuß oder Hohluß
- Verkürzte Wadenmuskulatur oder Plantarfaszie
- Zunehmendes Alter
Symptome
Nicht jeder Fersensporn verursacht Beschwerden. Wenn Schmerzen auftreten, sind typische Symptome:
- Anlaufschmerz: Stechender Schmerz bei den ersten Schritten am Morgen oder nach längerem Sitzen
- Schmerzen beim Auftreten auf die Ferse
- Druckschmerzhaftigkeit der Ferse
- Schmerzen, die sich bei längerer Belastung verstärken
Diagnose
Die Diagnose eines Fersensporns erfolgt durch:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Typische Schmerzangaben und Druckschmerz an der Ferse
- Röntgenaufnahme: Sichtbarmachung des knöchernen Sporns am Fersenbein
- Ultraschall: Beurteilung der Plantarfaszie und möglicher Entzündungszeichen
- MRT (Magnetresonanztomographie): Bei unklaren Befunden zur genauen Gewebebeurteilung
Behandlung
Konservative Therapie
Die meisten Fälle des Fersensporns können konservativ behandelt werden:
- Physiotherapie und Dehnungsübungen: Gezieltes Dehnen der Wadenmuskulatur und Plantarfaszie
- Einlagen und orthopädisches Schuhwerk: Entlastung der Ferse durch gepolsterte Ferseneinlagen
- Entzündungshemmende Medikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zur Schmerzlinderung
- Kältetherapie: Lokale Kühlung zur Reduktion von Schwellung und Schmerz
- Kortikosteroid-Injektionen: Lokale Injektionen bei starken Schmerzen
- Stosswellentherapie (ESWT): Nicht-invasive Behandlung mit Schallwellen, die Heilungsprozesse anregen
Operative Therapie
Nur wenn alle konservativen Maßnahmen über mehrere Monate keine ausreichende Besserung bringen, kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden. Dabei wird der knöcherne Sporn abgetragen und/oder die Plantarfaszie teilweise gelöst.
Verlauf und Prognose
Mit konsequenter konservativer Behandlung heilt der Fersensporn bei den meisten Patienten innerhalb von 6 bis 12 Monaten aus. Eine frühzeitige Therapie und die Beseitigung von Risikofaktoren verbessern die Prognose erheblich.
Quellen
- Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Code M77.3 – Fersensporn.
- Roxas M. – Plantar Fasciitis: Diagnosis and Therapeutic Considerations. Alternative Medicine Review, 2005; 10(2): 83–93.
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Plantare Fasziitis und Fersensporn, 2023.
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