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Schwitzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Schwitzen ist eine natürliche Körperfunktion zur Temperaturregulation. Übermäßiges Schwitzen kann jedoch auf Erkrankungen hinweisen und die Lebensqualität beeinträchtigen.

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Wissenswertes über "Schwitzen"

Schwitzen ist eine natürliche Körperfunktion zur Temperaturregulation. Übermäßiges Schwitzen kann jedoch auf Erkrankungen hinweisen und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Was ist Schwitzen?

Schwitzen (medizinisch: Diaphorese oder Transpiration) ist ein physiologischer Prozess, bei dem die Schweißdrüsen der Haut Flüssigkeit absondern. Dieser Vorgang ist lebensnotwendig, da er die Körpertemperatur reguliert und eine Überhitzung verhindert. Der menschliche Körper verfügt über zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen, die über die gesamte Körperoberfläche verteilt sind.

Arten des Schwitzens

Normales Schwitzen

Normales Schwitzen tritt als Reaktion auf körperliche Anstrengung, Wärme oder Stress auf. Es ist ein gesunder und wichtiger Schutzmechanismus des Körpers.

Primäre Hyperhidrose

Bei der primären Hyperhidrose schwitzt der Betroffene übermäßig stark, ohne dass eine zugrundeliegende Erkrankung die Ursache ist. Besonders betroffen sind Hände, Füße, Achseln und das Gesicht.

Sekundäre Hyperhidrose

Die sekundäre Hyperhidrose ist Folge einer anderen Erkrankung oder einer Medikamenteneinnahme. Sie tritt häufig am gesamten Körper auf.

Ursachen

Schwitzen kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden:

  • Physikalische Ursachen: Wärme, körperliche Aktivität, Sport
  • Emotionale Ursachen: Stress, Angst, Aufregung
  • Hormonelle Ursachen: Wechseljahre, Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Diabetes mellitus
  • Infektionskrankheiten: Fieber, Tuberkulose, HIV
  • Neurologische Erkrankungen: Morbus Parkinson, Schlaganfall
  • Medikamente: Antidepressiva, Fiebermittel, bestimmte Blutdruckmittel
  • Tumorerkrankungen: Lymphome oder andere maligne Erkrankungen (sogenannte B-Symptomatik mit Nachtschweiß)

Symptome und Begleiterscheinungen

Übermäßiges Schwitzen kann mit weiteren Beschwerden einhergehen, darunter:

  • Feuchte oder nasse Hände und Füße
  • Durchnässte Kleidung ohne erkennbaren Auslöser
  • Unangenehmer Körpergeruch durch Bakterienabbau des Schweißes
  • Hautreizungen oder Pilzinfektionen in feuchten Körperregionen
  • Psychische Belastung durch soziale Scham

Diagnose

Zur Abklärung von übermäßigem Schwitzen führt der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung durch. Folgende diagnostische Maßnahmen können eingesetzt werden:

  • Jod-Stärke-Test (Minor-Test): Visualisiert die Schweißproduktion auf der Haut
  • Blutuntersuchungen: Schilddrüsenwerte, Blutzucker, Hormonwerte
  • Schweißmessung (Sudometrie): Quantifizierung der Schweißmenge
  • Bildgebung: Bei Verdacht auf eine systemische Erkrankung (z. B. Röntgen, Ultraschall)

Behandlung

Allgemeine Maßnahmen

Leichte Fälle können durch einfache Maßnahmen gelindert werden: atmungsaktive Kleidung tragen, auf scharfe Gewürze und Alkohol verzichten sowie regelmäßige Körperhygiene.

Medikamentöse Behandlung

  • Antitranspirantien mit Aluminiumchlorid: Hemmen die Schweißdrüsen durch Verstopfung der Ausführungsgänge
  • Anticholinergika: Medikamente, die die Aktivität der Schweißdrüsen über das Nervensystem hemmen
  • Betablocker oder Anxiolytika: Bei stressbedingtem Schwitzen

Nicht-invasive und invasive Therapien

  • Iontophorese: Schwache elektrische Ströme reduzieren die Schweißproduktion, vor allem an Händen und Füßen
  • Botulinum-Toxin-Injektionen: Hemmen die Nervenimpulse an den Schweißdrüsen für mehrere Monate
  • Mikrowellentherapie: Zerstört Schweißdrüsen in der Achselregion dauerhaft
  • Operative Eingriffe: Endoskopische thorakale Sympathektomie (ETS) als letzte Option bei schwerer primärer Hyperhidrose

Wann zum Arzt?

Ärztliche Abklärung ist empfohlen, wenn Schwitzen ohne erkennbaren Auslöser auftritt, den Alltag erheblich beeinträchtigt, mit Nachtschweiß verbunden ist, von weiteren Symptomen wie Gewichtsverlust, Fieber oder Herzrasen begleitet wird oder plötzlich neu auftritt.

Quellen

  1. Schlereth T, Dieterich M, Birklein F. Hyperhidrosis – Causes and Treatment of Enhanced Sweating. Deutsches Ärzteblatt International. 2009;106(3):32–37.
  2. Hornberger J, Grimes K, Naumann M, et al. Recognition, diagnosis, and treatment of primary focal hyperhidrosis. Journal of the American Academy of Dermatology. 2004;51(2):274–286.
  3. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Leitlinie Hyperhidrose. AWMF-Register Nr. 013-059. 2022.

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