Z86.2 ICD-10 – Bluterkrankungen in der Anamnese
Z86.2 ist ein ICD-10-Diagnosekode für Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe sowie bestimmte Störungen des Immunsystems in der Eigenanamnese.
Wissenswertes über "Z86.2"
Z86.2 ist ein ICD-10-Diagnosekode für Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe sowie bestimmte Störungen des Immunsystems in der Eigenanamnese.
Was bedeutet der ICD-10-Kode Z86.2?
Der Kode Z86.2 gehört zur ICD-10-Klassifikation (Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision) und steht für Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe sowie bestimmte Störungen mit Beteiligung des Immunsystems in der Eigenanamnese. Das bedeutet, dass eine betroffene Person in der Vergangenheit an einer solchen Erkrankung gelitten hat, diese jedoch zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr aktiv vorliegt.
Anamnese-Kodes der Z-Gruppe dienen dazu, relevante Vorerkrankungen zu dokumentieren, die zwar keinen akuten Behandlungsbedarf mehr darstellen, aber für die aktuelle medizinische Beurteilung und Behandlungsplanung wichtig sein können.
Zugehörige Erkrankungen
Unter diesen Kode fallen früher durchgemachte Erkrankungen aus dem Bereich:
- Anämien (z. B. Eisenanmangelanämie, Sichelzellanämie, aplastische Anämie)
- Gerinnungsstörungen (z. B. Hämophilie, Von-Willebrand-Syndrom)
- Immundefekte (z. B. angeborene oder erworbene Immunmangelzustände)
- Autoimmunerkrankungen mit Blutbeteiligung (z. B. Immunthrombozytopenie)
- Erkrankungen der Lymphozyten und Leukozyten (nicht-bösartige Formen)
Klinische Relevanz
Die Dokumentation mit Z86.2 ist in verschiedenen klinischen Situationen bedeutsam:
- Bei der Planung von Operationen oder invasiven Eingriffen (z. B. bei bekannten Gerinnungsstörungen)
- Bei der Verschreibung von Medikamenten, die das Blutbild oder das Immunsystem beeinflussen können
- Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen
- Bei der Beurteilung von Risikofaktoren für Rückfälle oder Folgeerkrankungen
Abgrenzung zu aktiven Diagnosen
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem aktiven Krankheitskode (z. B. D50–D89 für aktuell bestehende Erkrankungen des Blutes) und dem Anamnese-Kode Z86.2, der ausschließlich für abgeschlossene oder frühere Erkrankungen verwendet wird. Z-Kodes sind sogenannte Zusatzkodes und werden in der Regel nicht als Hauptdiagnose kodiert.
Verwendung in der Praxis
Ärztinnen und Ärzte verwenden Z86.2 häufig in der ambulanten und stationären Dokumentation, um den medizinischen Hintergrund eines Patienten vollständig abzubilden. Dies ist besonders relevant im Kontext der Qualitätssicherung, der Abrechnung und der epidemiologischen Erfassung von Krankheitsverläufen.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – Kapitel XXI, Z-Kodes. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn.
- World Health Organization (WHO): International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision (ICD-10). WHO Press, Genf.
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Kodierrichtlinien für die vertragsärztliche Versorgung. Berlin, aktuelle Auflage.
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