M75.1 – Rotatorenmanschettensyndrom erklärt
M75.1 ist der ICD-10-Code für das Rotatorenmanschettensyndrom – eine schmerzhafte Schultererkrankung durch Schädigung der schulterumgebenden Sehnen.
Wissenswertes über "M75.1"
M75.1 ist der ICD-10-Code für das Rotatorenmanschettensyndrom – eine schmerzhafte Schultererkrankung durch Schädigung der schulterumgebenden Sehnen.
Was ist M75.1 – Rotatorenmanschettensyndrom?
Der ICD-10-Code M75.1 bezeichnet das Rotatorenmanschettensyndrom, eine häufige Erkrankung des Schultergelenks. Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier Muskeln und ihren Sehnen, die das Schultergelenk umgeben, stabilisieren und Bewegungen wie das Heben und Drehen des Arms ermöglichen. Bei M75.1 kommt es zu einer Schädigung, Reizung oder einem Riss dieser Sehnenstrukturen, was zu Schmerzen und Funktionseinschränkungen führt.
Ursachen
Das Rotatorenmanschettensyndrom kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Degenerative Veränderungen: Altersbedingte Abnuutzung der Sehnen, besonders ab dem 40. Lebensjahr
- Akutes Trauma: Sturz auf den ausgestreckten Arm oder eine plötzliche übermäßige Belastung
- Überlastung: Wiederholte Überkopfbewegungen z. B. bei Handwerkern, Sportlern (Tennis, Schwimmen, Wurfsportarten)
- Impingement-Syndrom: Einengung des Sehnenraums unter dem Schulterdach (Acromion), was zur Reibung und Schädigung der Sehne führt
- Durchblutungsstörungen: Verminderte Blutversorgung bestimmter Sehnenbereiche begünstigt Risse
Symptome
Typische Beschwerden bei M75.1 umfassen:
- Schmerzen in der Schulter, oft nachts verstärkt oder bei bestimmten Bewegungen
- Schmerzen beim Heben des Arms über Schulterhöhe
- Kraftverlust im betroffenen Arm
- Eingeschränkte Schulterbeweglichkeit
- Knacken oder Reiben im Schultergelenk
- Bei vollständigem Sehnenriss: deutlicher Kraftverlust bis hin zur Unfähigkeit, den Arm aktiv zu heben
Diagnose
Die Diagnose des Rotatorenmanschettensyndroms erfolgt durch:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Spezifische Funktionstests wie der Jobe-Test, Drop-Arm-Test oder Hawkins-Kennedy-Test
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Kostengünstige Erstuntersuchung zur Beurteilung von Sehnenveränderungen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Goldstandard zur genauen Darstellung von Ausdehnung und Lokalisation des Sehnenschadens
- Röntgen: Zum Ausschluss knöcherner Veränderungen oder Kalkablagerungen
Behandlung
Konservative Therapie
Bei den meisten Patienten wird zunächst ein konservativer Behandlungsansatz gewählt:
- Physiotherapie: Kräftigung der Schultermuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Stabilität
- Schmerztherapie: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
- Kortikosteroide: Injektionen in den subakromialen Raum bei anhaltenden Schmerzen
- Kälte- und Wärmeanwendungen: Unterstützend zur Symptomlinderung
- Schonung: Vermeidung schmerzauslösender Bewegungen in der Akutphase
Operative Therapie
Wenn konservative Maßnahmen nach 3–6 Monaten keine ausreichende Besserung zeigen oder ein kompletter Sehnenriss vorliegt, kann ein operativer Eingriff notwendig sein:
- Arthroskopische Sehnenrekonstruktion: Minimalinvasive Nähung oder Reinsertion der gerissenen Sehne
- Subakromiale Dekompression: Vergrößerung des Sehnengleitraums durch Entfernen von Knochenvorspüngen
- Offene Rekonstruktion: Bei großen oder komplex gerissenen Sehnen
Prognose und Verlauf
Die Prognose hängt stark vom Ausmaß der Sehnenverletzung, dem Alter und der Therapietreue des Patienten ab. Kleine bis mittelgroße Sehnenrisse sprechen häufig gut auf konservative Behandlung an. Bei korrekter Therapie ist in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung der Schulterfunktion möglich. Nach einem operativen Eingriff beträgt die Rehabilitationszeit meist 3–6 Monate.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC): Leitlinie Rotatorenmanschettenruptur (2021)
- Moosmayer S. et al. – Tendon repair compared with physiotherapy in the treatment of rotator cuff tears. Journal of Bone and Joint Surgery (2019)
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Code M75.1
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieStirnhöhlenentzündung Symptome
M99.5
S46.0
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: M75.1