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M43.6 Torticollis (Schiefhals) – Ursachen & Therapie

M43.6 ist der ICD-10-Code für Torticollis (Schiefhals), eine Fehlstellung des Halses mit Drehung und Neigung des Kopfes. Er kann angeboren oder erworben sein.

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Wissenswertes über "M43.6"

M43.6 ist der ICD-10-Code für Torticollis (Schiefhals), eine Fehlstellung des Halses mit Drehung und Neigung des Kopfes. Er kann angeboren oder erworben sein.

Was ist M43.6 – Torticollis (Schiefhals)?

M43.6 ist der offizielle Diagnosecode nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) für den sogenannten Torticollis, im Deutschen auch als Schiefhals bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Fehlhaltung des Halses, bei der der Kopf dauerhaft oder anfällsweise zur einen Seite geneigt und gleichzeitig in die entgegengesetzte Richtung gedreht ist. Diese Haltungsveränderung kann durch eine Vielzahl von Ursachen bedingt sein und tritt sowohl bei Säuglingen als auch bei Erwachsenen auf.

Ursachen

Torticollis kann angeboren (kongenital) oder im Laufe des Lebens erworben sein. Die häufigsten Ursachen umfassen:

  • Kongenitaler muskulärer Torticollis: Verkürzung oder Fibrose des Musculus sternocleidomastoideus durch Geburtstrauma oder intrauterine Fehllage.
  • Spasmodischer Torticollis (zervikale Dystonie): Unwillkürliche Muskelkrämpfe der Halsmuskulatur neurogenen Ursprungs.
  • Reflektorischer Torticollis: Als Schutzreaktion bei entzündlichen Prozessen (z. B. Lymphknotenschwellung, Rachenentzündung, Otitis media).
  • Ossärer Torticollis: Bedingt durch Wirbelsäulenfehlbildungen oder -verletzungen im Halsbereich.
  • Psychogener Torticollis: Selten, durch psychologische Faktoren ausgelöst.
  • Medikamentöser Torticollis: Als Nebenwirkung bestimmter Medikamente (z. B. Antipsychotika).

Symptome

Das klinische Bild variiert je nach Ursache und Schweregrad. Typische Symptome sind:

  • Seitliche Neigung des Kopfes (Lateralflexion)
  • Drehung des Kopfes zur Gegenseite (Rotation)
  • Schmerzen und Verspannungen der Halsmuskulatur
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule
  • Bei Säuglingen: Bevorzugte Kopfseitenwendung, asymmetrische Schädelform (Plagiozephalie)
  • Kopfschmerzen (bei erworbenen Formen)

Diagnose

Die Diagnose M43.6 wird klinisch gestellt und durch bildgebende Verfahren ergänzt:

  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Kopfhaltung, Muskeltonus und Beweglichkeit.
  • Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule: Zum Ausschluss knöcherner Ursachen.
  • Ultraschall: Besonders bei Säuglingen zur Darstellung des Musculus sternocleidomastoideus.
  • MRT oder CT: Bei Verdacht auf strukturelle oder neurogene Ursachen.
  • Neurologische Untersuchung: Zum Ausschluss eines zentralen Ursprungs.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:

Konservative Maßnahmen

  • Physiotherapie: Dehnungs- und Kräftigungsübungen zur Korrektur der Muskelungleichgewichte, insbesondere bei kongenitalem Torticollis.
  • Osteopathie und manuelle Therapie: Zur Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Wärmetherapie und Elektrotherapie: Zur Schmerzlinderung und Muskelentspannung.

Medikamentöse Therapie

  • Botulinumtoxin-Injektionen: Standardtherapie beim spasmodischen Torticollis (zervikale Dystonie) zur Hemmung der überaktiven Muskulatur.
  • Muskelrelaxanzien und Analgetika: Zur Symptomlinderung bei akutem Torticollis.
  • Anticholinergika oder Dopaminantagonisten: Bei medikamentös induzierten Formen.

Operative Therapie

  • Bei ausgeprägtem kongenitalem oder ossärem Torticollis kann eine chirurgische Intervention notwendig sein (z. B. Myotomie, Wirbelsäulenstabilisierung).

Prognose

Bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung ist die Prognose beim kongenitalen Torticollis in der Regel gut. Der spasmodische Torticollis erfordert oft eine langfristige Therapie mit Botulinumtoxin. Unbehandelt können bleibende Fehlstellungen und sekundäre Wirbelsäulenschäden entstehen.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XIII – M43.6 Torticollis.
  2. Leitlinie der Gesellschaft für Neuropädiatrie: Kongenitaler muskulärer Torticollis – Diagnostik und Therapie (2022).
  3. Albanese A. et al.: Phenomenology and classification of dystonia: a consensus update. Movement Disorders, 2013; 28(7): 863–873.

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