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D62 – Akute posthämorrhagische Anämie

D62 ist der ICD-10-Code für akute posthämorrhagische Anämie – ein Blutmangel durch akuten Blutverlust. Er tritt nach Verletzungen, Operationen oder inneren Blutungen auf.

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Wissenswertes über "D62"

D62 ist der ICD-10-Code für akute posthämorrhagische Anämie – ein Blutmangel durch akuten Blutverlust. Er tritt nach Verletzungen, Operationen oder inneren Blutungen auf.

Was bedeutet der ICD-10-Code D62?

Der ICD-10-Code D62 steht für die akute posthämorrhagische Anämie, also eine Blutarmut, die durch einen akuten, plötzlichen Blutverlust entsteht. Dieser Code wird in der medizinischen Dokumentation und Abrechnung verwendet, um die Diagnose einer Anämie nach einem signifikanten Blutungsereignis eindeutig zu kennzeichnen. Im Gegensatz zur chronischen Blutungsanämie (ICD-10: D50.0) beschreibt D62 ausschließlich den akuten Zustand.

Ursachen

Eine akute posthämorrhagische Anämie kann durch verschiedene Ereignisse ausgelöst werden, bei denen in kurzer Zeit eine größere Menge Blut verloren geht:

  • Schwere Verletzungen oder Traumata (z. B. nach Unfällen)
  • Operative Eingriffe mit starkem Blutverlust
  • Gastrointestinale Blutungen (z. B. Magengeschwür, Darmblutung)
  • Gynäkologische Blutungen (z. B. starke Menstruation, Geburt)
  • Innere Blutungen durch Gefäßrupturen oder Organlazeration
  • Spontane Blutungen bei Gerinnungsstörungen

Symptome

Die Beschwerden bei D62 hängen von der Menge und Geschwindigkeit des Blutverlusts ab. Typische Symptome sind:

  • Blasse Haut und Schleimhäute
  • Schneller Herzschlag (Tachykardie) und niedriger Blutdruck
  • Schwindel, Benommenheit und Ohnmachtsgefühl
  • Ausgepägte Müdigkeit und Schwäche
  • Kurzatmigkeit und Luftnot (Dyspnoe)
  • Kaltschweißigkeit und Verwirrtheit bei schwerem Blutverlust
  • Im Extremfall: hypovolämischer Schock

Diagnose

Die Diagnose einer akuten posthämorrhagischen Anämie wird klinisch und laborchemisch gestellt:

  • Blutbild (CBC): Erniedrigte Erythrozytenzahl, niedriger Hämoglobinwert (Hb) und Hämatokrit
  • Retikulozyten: Nach einigen Stunden bis Tagen ansteigende Werte als Zeichen der Regeneration
  • Gerinnungswerte: PT, aPTT zur Beurteilung einer zugrunde liegenden Gerinnungsstörung
  • Klinische Anamnese und Untersuchung zur Identifikation der Blutungsquelle
  • Bildgebung (Ultraschall, Endoskopie) bei Verdacht auf innere Blutung

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad des Blutverlusts und der Grundursache:

Blutstillung

Vorrangiges Ziel ist die Kontrolle der Blutungsquelle, z. B. durch chirurgische Intervention, Endoskopie oder medikamentöse Therapie.

Volumenersatz

Bei akutem Blutverlust wird zunächst das Blutvolumen mit Infusionslösungen (Kristalloide, Kolloide) stabilisiert.

Bluttransfusion

Bei schwerem Hämoglobinabfall oder hämodynamischer Instabilität können Erythrozytenkonzentrate (EK-Transfusionen) notwendig sein. Die Transfusionsindikation richtet sich nach dem Hb-Wert und dem klinischen Zustand des Patienten.

Eisensubstitution

Nach Überwindung der akuten Phase kann eine Eisensubstitution sinnvoll sein, um die Regeneration der roten Blutkörperchen zu unterstützen.

Behandlung der Grunderkrankung

Zugrunde liegende Erkrankungen (z. B. Gerinnungsstörungen, Magengeschwüre) müssen ebenfalls behandelt werden, um erneute Blutungen zu verhindern.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel III – Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe, Code D62.
  2. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage, De Gruyter Verlag, Berlin 2022 – Stichwort: Anämie, posthämorrhagische.
  3. World Health Organization (WHO): ICD-10 – International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision, Volume 1, Geneva 2019.

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