M77.4 Metatarsalgie – Ursachen & Behandlung
M77.4 ist der ICD-10-Code für Metatarsalgie – Schmerzen im vorderen Fußbereich. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Wissenswertes über "M77.4"
M77.4 ist der ICD-10-Code für Metatarsalgie – Schmerzen im vorderen Fußbereich. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Was bedeutet der ICD-10-Code M77.4?
Der ICD-10-Code M77.4 steht für Metatarsalgie – einen medizinischen Begriff für Schmerzen im Vorfüßbereich, genauer gesagt im Bereich der Mittelfüßknochen (Metatarsalknochen). Diese Schmerzen treten häufig beim Stehen, Gehen oder sportlicher Aktivität auf und können den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Ursachen
Metatarsalgie kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Fehlstellung des Fußes (z. B. Senk-Spreizfuß, Hohlfuss)
- Überlastung durch langes Stehen, intensive sportliche Aktivität oder falsch sitzendes Schuhwerk
- Übergewicht, das den Vorfüß zusätzlich belastet
- Morton-Neurom – eine Verdickung des Nervengewebes zwischen den Mittelfüßknochen
- Arthritis oder entzündliche Gelenkerkrankungen
- Hammerzehe oder Hallux valgus (Schiefstellung der Großzehe), die die Druckverteilung am Vorfüß verändern
- Stressfrakturen der Metatarsalknochen
Symptome
Typische Beschwerden bei Metatarsalgie umfassen:
- Dumpfe oder stechende Schmerzen im Bereich der Zehengrundgelenke
- Schmerzen, die sich beim Gehen, Läufen oder langem Stehen verstärken
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Zehen
- Das Gefühl, auf einem Stein oder einer Beule zu stehen
- Entlastungshinken oder verändertes Gangbild
Diagnose
Die Diagnose M77.4 wird in der Regel durch eine Kombination aus:
- Anamnese (Befragung zu Beschwerden, Beruf, Schuhwerk, Sport)
- Körperlicher Untersuchung (Druckschmerz, Ganganalyse)
- Bildgebung (Röntgen zum Ausschluss von Frakturen oder Arthritis; MRT bei Verdacht auf Morton-Neurom)
- Podologische Untersuchung (Fussdruckmessung)
gestellt.
Behandlung
Konservative Maßnahmen
In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung erfolgreich:
- Orthopädische Einlagen zur Druckentlastung des Vorfüßes
- Schuhoptimierung – geeignetes Schuhwerk mit ausreichend Platz und guter Dämpfung
- Physiotherapie zur Stärkung der Fußmuskulatur und Korrektur von Fehlstellungen
- Schmerztherapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR, z. B. Ibuprofen)
- Ruhe und Schonung bei akuten Beschwerden
- Gewichtsreduktion zur Entlastung des Fußes
Invasive und operative Maßnahmen
Sollten konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kommen in Betracht:
- Kortisoninjektionen zur lokalen Entzündungshemmung
- Operative Korrektur von Fehlstellungen (z. B. bei Hallux valgus oder schwerem Spreizfuß)
- Neurektomie (operative Entfernung eines Morton-Neuroms)
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-GM Version 2024, Code M77.4 – Metatarsalgie. URL: https://www.bfarm.de/icd
- Niethard, F.U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. 8. Auflage. Thieme Verlag, 2017.
- Espinosa, N., Brodsky, J.W., Maceira, E.: Metatarsalgia. In: Journal of the American Academy of Orthopaedic Surgeons, Vol. 18, Nr. 8, 2010, S. 474–485.
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