Katecholamine: Adrenalin, Noradrenalin & Dopamin
Katecholamine sind körpereigene Botenstoffe wie Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin, die als Stresshormone und Neurotransmitter wirken und lebenswichtige Körperfunktionen steuern.
Wissenswertes über "Katecholamine"
Katecholamine sind körpereigene Botenstoffe wie Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin, die als Stresshormone und Neurotransmitter wirken und lebenswichtige Körperfunktionen steuern.
Was sind Katecholamine?
Katecholamine sind eine Gruppe von biogenen Aminen, die im menschlichen Körper sowohl als Hormone als auch als Neurotransmitter (Botenstoffe im Nervensystem) fungieren. Zu den wichtigsten Katecholaminen zählen Adrenalin (Epinephrin), Noradrenalin (Norepinephrin) und Dopamin. Sie werden aus der Aminosäure Tyrosin synthetisiert und spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation von Stressreaktionen, Kreislauffunktionen und neurologischen Prozessen.
Bildung und Freisetzung
Katecholamine werden hauptsächlich in zwei Bereichen des Körpers produziert:
- Nebennierenmark: Hier werden vor allem Adrenalin (ca. 80 %) und Noradrenalin (ca. 20 %) gebildet und bei Stress oder Gefahr direkt ins Blut abgegeben.
- Nervensystem: Noradrenalin und Dopamin werden in Nervenendigungen des sympathischen Nervensystems sowie im Gehirn als Neurotransmitter freigesetzt.
Die Freisetzung wird durch das vegetative Nervensystem gesteuert, insbesondere durch den Sympathikus, der bei körperlicher oder emotionaler Belastung aktiviert wird.
Wirkmechanismus
Katecholamine entfalten ihre Wirkung durch Bindung an spezifische Adrenorezeptoren (Alpha- und Beta-Rezeptoren) auf den Zielzellen. Je nach Rezeptortyp und betroffenem Gewebe ergeben sich unterschiedliche physiologische Effekte:
- Adrenalin: Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck, Erweiterung der Bronchien, Mobilisierung von Energiereserven (Glukose und Fettsäuren) – klassische "Kampf-oder-Flucht"-Reaktion.
- Noradrenalin: Vor allem gefäßverengend wirkend, erhöht den Blutdruck und ist wichtig für Aufmerksamkeit und Wachheit.
- Dopamin: Reguliert Motivation, Belohnung, Bewegungssteuerung und beeinflusst die Nierendurchblutung.
Medizinische Bedeutung
Erkrankungen durch Über- oder Unterproduktion
Ein Ungleichgewicht der Katecholaminproduktion kann zu ernsthaften Erkrankungen führen:
- Phäochromozytom: Ein meist gutartiger Tumor des Nebennierenmarks, der übermäßig Katecholamine produziert und zu anfallartigem Bluthochdruck, Schweißausbrüchen und Herzrasen führt.
- Parkinson-Erkrankung: Ausgeprägter Dopaminmangel in bestimmten Hirnregionen, der zu Bewegungsstörungen führt.
- Depression und ADHS: Veränderte Noradrenalin- und Dopaminspiegel sind an der Entstehung dieser psychiatrischen Erkrankungen beteiligt.
- Schock: Bei bestimmten Schockformen ist die Katecholaminausschüttung stark erhöht oder erschöpft.
Therapeutischer Einsatz
Synthetisch hergestellte oder naturidentische Katecholamine werden in der Medizin gezielt eingesetzt:
- Adrenalin bei allergischem Schock (Anaphylaxie), Reanimation und schwerem Asthmaanfall.
- Noradrenalin zur Blutdruckstabilisierung bei septischem Schock auf der Intensivstation.
- Dopamin (in hohen Dosen) zur Kreislaufunterstützung bei Herzversagen.
Diagnostik
Zur Messung von Katecholaminen und ihren Abbauprodukten (z. B. Metanephrine, Vanillinmandelsäure) werden folgende Untersuchungen eingesetzt:
- 24-Stunden-Sammelurin: Standardmethode zur Bestimmung der Katecholaminausscheidung.
- Plasma-Metanephrine: Hochsensitiver Bluttest, besonders zur Diagnostik des Phäochromozytoms.
- Blutplasmawerte: Direkte Messung von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Blut.
Quellen
- Lohse, M. J. & Engelhardt, S. (Hrsg.): Pharmakologie und Toxikologie. Thieme Verlag, Stuttgart, 2022.
- Goldstein, D. S.: Catecholamines 101. Clinical Autonomic Research, 2010; 20(6):331–352. PubMed PMID: 20697913.
- Elsevier GmbH (Hrsg.): Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München, 2003.
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