Asphyxie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Asphyxie bezeichnet einen lebensbedrohlichen Zustand durch Sauerstoffmangel und Kohlendioxidanstieg im Blut, der ohne rasche Behandlung zu Bewusstlosigkeit und Tod führen kann.
Wissenswertes über "Asphyxie"
Asphyxie bezeichnet einen lebensbedrohlichen Zustand durch Sauerstoffmangel und Kohlendioxidanstieg im Blut, der ohne rasche Behandlung zu Bewusstlosigkeit und Tod führen kann.
Was ist Asphyxie?
Asphyxie (auch: Erstickung) ist ein medizinischer Notfallzustand, bei dem der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und gleichzeitig Kohlendioxid im Blut ansteigt. Dieser Zustand entsteht durch eine Störung der Atmung und kann innerhalb weniger Minuten zu bleibenden Schäden am Gehirn oder zum Tod führen. Besonders gefährdet sind Neugeborene, ältere Menschen sowie Personen mit bestimmten Vorerkrankungen.
Ursachen
Asphyxie kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden. Man unterscheidet äußere und innere Ursachen:
- Äußere Ursachen: Erstickung durch Fremdkörper in den Atemwegen, Ertrinken, Erdrosseln, Einschneiden der Luftzufuhr durch Druck auf den Hals oder das Einatmen von Rauch bzw. toxischen Gasen.
- Innere Ursachen: Schwerer Asthmaanfall, anaphylaktischer Schock, Kehlkopfödem (Schwellung des Kehlkopfes), Lungenembolie, Pneumothorax (Lungenkollaps) oder neurologische Erkrankungen, die die Atemmuskulatur lähmen.
- Perinatale Asphyxie: Eine besondere Form ist die Geburtsasphyxie beim Neugeborenen, bei der während oder kurz nach der Geburt eine unzureichende Sauerstoffversorgung auftritt.
Symptome
Die Symptome der Asphyxie entwickeln sich rasch und verschärfen sich zunehmend:
- Kurzatmigkeit und Atemnot
- Blaue Färbung von Lippen, Fingern und Haut (Zyanose)
- Verwirrtheit, Desorientiertheit und Angstgefühle
- Bewusstlosigkeit
- Herzstillstand im Endstadium
Bei Neugeborenen äußert sich eine Asphyxie durch fehlende oder schwache Atmung nach der Geburt, einen niedrigen Apgar-Score sowie Schlaffheit und blasse oder blaue Hautfarbe.
Diagnose
Die Diagnose einer Asphyxie ist in erster Linie klinisch und erfolgt aufgrund der offensichtlichen Zeichen von Atemnot und Sauerstoffmangel. Zusätzliche diagnostische Maßnahmen umfassen:
- Pulsoximetrie: Messung der Sauerstoffsättigung im Blut mit einem nicht-invasiven Sensor.
- Blutgasanalyse: Bestimmung von Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt sowie des pH-Werts im Blut.
- Bildgebung: Röntgenaufnahme oder CT des Brustkorbs zur Identifikation struktureller Ursachen wie Lungenkollaps oder Fremdkörper.
- Endoskopie: Bei Verdacht auf einen Fremdkörper in den Atemwegen.
Behandlung
Die Behandlung der Asphyxie ist ein medizinischer Notfall und muss sofort eingeleitet werden:
- Sicherung der Atemwege: Entfernung von Fremdkörpern, Lagerung des Patienten, Intubation oder Tracheotomie bei Bedarf.
- Sauerstoffzufuhr: Gabe von hochdosiertem Sauerstoff über Maske oder Beatmungsgerät.
- Kardiopulmonale Reanimation (CPR): Bei Herzstillstand sofortige Herzdruckmassage und Beatmung.
- Behandlung der Grundursache: Zum Beispiel Adrenalingabe bei anaphylaktischem Schock, Bronchodilatatoren bei Asthmaanfall oder chirurgische Eingriffe bei strukturellen Problemen.
- Hypothermiebehandlung bei Neugeborenen: Bei Geburtsasphyxie wird in spezialisierten Zentren eine kontrollierte Abkühlung des Körpers eingesetzt, um Hirnschäden zu minimieren.
Komplikationen und Prognose
Je länger eine Asphyxie andauert, desto schwerwiegender sind die möglichen Folgen. Bereits nach 4 bis 6 Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung kann es zu irreversiblen Hirnschäden kommen. Langzeitfolgen können kognitive Beeinträchtigungen, motorische Störungen, epileptische Anfälle oder ein hypoxisch-ischämisches Syndrom sein. Die Prognose hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Sauerstoffversorgung wiederhergestellt werden kann.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Oxygen therapy for children. Geneva: WHO Press, 2016.
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. Berlin: De Gruyter, 2020.
- Gluckman PD et al. - Selective head cooling with mild systemic hypothermia after neonatal encephalopathy: multicentre randomised trial. The Lancet, 2005; 365(9460):663–670.
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