Dermis - Aufbau, Funktion und Erkrankungen
Die Dermis ist die mittlere Schicht der Haut, die zwischen Oberhaut und Unterhaut liegt. Sie gibt der Haut Festigkeit und enthält Blutgefäße, Nerven und Hautanhangsgebilde.
Wissenswertes über "Dermis"
Die Dermis ist die mittlere Schicht der Haut, die zwischen Oberhaut und Unterhaut liegt. Sie gibt der Haut Festigkeit und enthält Blutgefäße, Nerven und Hautanhangsgebilde.
Was ist die Dermis?
Die Dermis (auch Korium oder Lederhaut genannt) ist die mittlere der drei Hauptschichten der menschlichen Haut. Sie liegt direkt unterhalb der Epidermis (Oberhaut) und über der Subcutis (Unterhaut). Die Dermis macht den größten Teil der Hautdicke aus und verleiht der Haut ihre mechanische Stabilität, Elastizität und Reissfestigkeit.
Aufbau und Struktur
Die Dermis besteht hauptsächlich aus Bindegewebe, das reich an Kollagenfasern und elastischen Fasern ist. Diese Fasern sind in eine gallertartige Grundsubstanz (Matrix) eingebettet, die hauptsächlich aus Hyaluronsäure und Proteoglykanen besteht. Man unterscheidet zwei Schichten der Dermis:
- Stratum papillare (Papillarschicht): Die obere, dünnere Schicht mit fingerförmigen Ausstülpungen (Papillen) in die Epidermis. Sie enthält feine Kollagenfasern, Kapillaren und Nervenenden.
- Stratum reticulare (Retikularschicht): Die untere, dickere Schicht mit gröberen Kollagen- und Elastinfasern. Sie bildet das Hauptgerüst der Dermis und sorgt für Zugfestigkeit und Elastizität.
Inhalt und Bestandteile
In der Dermis befinden sich zahlreiche wichtige Strukturen:
- Blutgefäße: Versorgen die Haut mit Nährstoffen und Sauerstoff und regulieren die Körpertemperatur.
- Lymphgefäße: Transportieren überschüssige Gewebsflüssigkeit ab und unterstützen das Immunsystem.
- Nerven und Sinnesrezeptoren: Ermöglichen Tast-, Schmerz-, Druck- und Temperaturempfindungen.
- Haarfollikel: Wurzeln der Haare liegen tief in der Dermis verankert.
- Talg- und Schweißdrüsen: Produzieren Talg und Schweiß, die die Haut schützen und bei der Temperaturregulation helfen.
- Fibroblasten: Spezialisierte Zellen, die Kollagen, Elastin und die Grundsubstanz produzieren und für die Wundheilung wichtig sind.
Funktionen der Dermis
Die Dermis übernimmt viele lebenswichtige Aufgaben:
- Mechanischer Schutz: Kollagen und Elastin schützen tiefere Strukturen vor Druck und Verletzungen.
- Temperaturregulation: Durch Weitstellung oder Engstellung der Blutgefäße sowie Schweißproduktion reguliert die Dermis die Körpertemperatur.
- Sinneswahrnehmung: Nervenfasern und spezialisierte Rezeptoren leiten Reize wie Berührung, Schmerz oder Wärme an das Gehirn weiter.
- Wundheilung: Fibroblasten und Gefäße spielen eine zentrale Rolle bei der Reparatur von Hautschäden.
- Immunabwehr: über Immunzellen und Lymphgefäße beteiligt sich die Dermis an der Abwehr von Krankheitserregern.
Erkrankungen der Dermis
Verschiedene Erkrankungen können die Dermis betreffen:
- Dermatitis (Hautentzündung): Entzündliche Reaktion der Dermis und Epidermis, z. B. bei Kontaktallergie oder atopischem Ekzem.
- Sklerodermie: Eine Erkrankung, bei der es zu einer übermäßigen Kollagenablagerung in der Dermis kommt, was zu Verhärtung und Verdickung der Haut führt.
- Psoriasis (Schuppenflechte): Betrifft primär die Epidermis, greift aber auf entzündliche Prozesse in der Dermis zurück.
- Alterung der Haut: Mit dem Alter nimmt die Produktion von Kollagen und Elastin ab, was zu Faltenbildung und Elastizitätsverlust führt.
- Wunden und Narbenbildung: Nach Verletzungen der Dermis kann es zu Narbengewebe kommen, da Fibroblasten das Gewebe reparieren.
Klinische Bedeutung
Die Dermis ist von zentraler Bedeutung in der Dermatologie (Hautkunde), der plastischen Chirurgie und der Wundmedizin. Viele diagnostische Verfahren wie die Hautbiopsie entnehmen Gewebeproben aus der Dermis, um Erkrankungen zu identifizieren. Auch kosmetische Behandlungen wie Hyaluronsäure-Injektionen oder Laserbehandlungen zielen darauf ab, die Dermis zu regenerieren und die Hautalterung zu verlangsamen.
Quellen
- Fritsch, P. - Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer Medizin Verlag, 2. Auflage (2018).
- Welsch, U. & Deller, T. - Sobotta Lehrbuch Histologie. Elsevier Urban & Fischer, 3. Auflage (2010).
- World Health Organization (WHO) - Skin Health and Dermatological Conditions. Verfügbar unter: https://www.who.int (abgerufen 2024).
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