N92.0 - Starke & häufige Menstruation | ICD-10
N92.0 ist ein ICD-10-Diagnosecode für zu häufige und zu starke Menstruation bei regelmäßigem Zyklus. Betroffen sind Frauen mit erhöhtem Blutverlust und verkürzten Zyklusintervallen.
Wissenswertes über "N92.0"
N92.0 ist ein ICD-10-Diagnosecode für zu häufige und zu starke Menstruation bei regelmäßigem Zyklus. Betroffen sind Frauen mit erhöhtem Blutverlust und verkürzten Zyklusintervallen.
Definition
N92.0 ist ein Diagnosecode nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) und steht für zu häufige und zu starke Menstruation bei regelmäßigem Zyklus. Gemeint sind damit Menstruationsblutungen, die sowohl in ihrer Häufigkeit (zu kurze Abststände zwischen den Perioden) als auch in ihrer Intensität (zu starker Blutverlust) vom Normalbereich abweichen, dabei aber ein regelmäßiges Muster aufweisen. Medizinisch werden diese Zustände auch als Menorrhagie (starke Monatsblutung) und Polymenorrhoe (zu häufige Menstruation) bezeichnet.
Ursachen
Die Ursachen für zu häufige und zu starke Menstruationsblutungen sind vielschichtig. Häufige Grunderkrankungen und Auslöser sind:
- Myome (Uterusmyome): Gutartige Muskelknöten in der Gebärmutter, die die Blutungsstärke erhöhen können.
- Endometriose: Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter.
- Endometriumpolypen: Schleimhautwucherungen in der Gebärmutter.
- Hormonelle Störungen: Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron, z. B. im Rahmen eines polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS).
- Gerinnungsstörungen: Erkrankungen wie das Von-Willebrand-Syndrom können starke Blutungen begünstigen.
- Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl Unter- als auch Überfunktion der Schilddrüse können den Zyklus beeinflussen.
- Intrauterinpessare (IUPs) aus Kupfer: Können die Blutungsstärke erhöhen.
- Idiopathisch: In manchen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen.
Symptome
Typische Beschwerden bei N92.0 umfassen:
- Sehr starke Menstruationsblutungen (Notwendigkeit, Binden oder Tampons sehr häufig zu wechseln)
- Blutungsperioden, die länger als 7 Tage andauern
- Auftreten von Blutgerinnseln während der Menstruation
- Verkürzte Zyklusintervalle (unter 21 Tagen)
- Müdigkeit, Schwäche und Konzentrationsprobleme durch Blutarmut (Eisängemangie-Anämie)
- Unterleibsschmerzen und -krämpfe
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine umfassende gynäkologische Untersuchung. Typische diagnostische Maßnahmen sind:
- Anamnese: Ausführliche Befragung zum Zyklus, Blutungsstärke und Begleitsymptomen.
- Gynäkologische Untersuchung: Tastuntersuchung und Spekulumuntersuchung der Gebärmutter.
- Ultraschall (Sonografie): Beurteilung von Gebärmutter und Eierstöcken, Nachweis von Myomen oder Polypen.
- Blutuntersuchung: Blutbild (Ausschluss Anämie), Schilddrüsenhormone, Gerinnungswerte, Hormonstatus.
- Hysteroskopie: Direkte Sichtuntersuchung der Gebärmutterhöhle.
- Endometriumbiopsie: Gewebeentnahme aus der Gebärmutterschleimhaut zum Ausschluss von bösartigen Veränderungen.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Leidensdruck der Patientin. Mögliche Behandlungsoptionen umfassen:
Medikamentöse Therapie
- Hormonelle Kontrazeptiva: Kombinationspillen oder Gestagen-Präparate können den Zyklus regulieren und die Blutungsstärke reduzieren.
- Levonorgestrel-haltiges Intrauterinpessar (Hormonspiral): Wirksam zur Reduktion der Blutungsstärke.
- Antifibrinolytika: Z. B. Tranexamsäure reduziert den Blutverlust.
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Z. B. Ibuprofen lindert Schmerzen und kann die Blutungsstärke leicht vermindern.
- Eisensubstitution: Bei bestehender Anämie infolge starker Blutverluste.
Operative Therapie
- Hysteroskopische Abtragung: Entfernung von Polypen oder Myomen.
- Endometriumablation: Zerstörung der Gebärmutterschleimhaut zur dauerhaften Reduktion der Blutung.
- Hysterektomie: Entfernung der Gebärmutter als letzte Option bei schwerem Leidensdruck.
Wann zum Arzt?
Frauen sollten ärztlichen Rat suchen, wenn Menstruationsblutungen so stark sind, dass der Alltag erheblich beeinträchtigt wird, wenn Blutgerinsel auftreten, wenn die Blutung länger als 7 Tage andauert oder wenn Symptome einer Anämie wie starke Müdigkeit, Schwindel oder Kurzatmigkeit auftreten.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-GM Version 2024, Kapitel N92.0.
- Leitlinienprogramm der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Endometriose (2020).
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Heavy menstrual bleeding: assessment and management. NICE guideline NG88 (2021). Verfügbar unter: https://www.nice.org.uk/guidance/ng88
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieD50.0
S46.1
M77.8
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: N92.0