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M76.5 Patellaspitzensyndrom – ICD-10 Erklärung

M76.5 ist der ICD-10-Code für das Patellaspitzensyndrom (Jumper's Knee) – eine schmerzhafte Reizung der Patellasehne am Kniegelenk, häufig durch Überlastung.

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Wissenswertes über "M76.5"

M76.5 ist der ICD-10-Code für das Patellaspitzensyndrom (Jumper's Knee) – eine schmerzhafte Reizung der Patellasehne am Kniegelenk, häufig durch Überlastung.

Was bedeutet der ICD-10-Code M76.5?

Der ICD-10-Code M76.5 bezeichnet das sogenannte Patellaspitzensyndrom, auch bekannt als Jumper's Knee (englisch für „Springerknie“). Es handelt sich um eine Überlastungserkrankung der Patellasehne, die vom unteren Pol der Kniescheibe (Patella) zum Schienbeinknochen (Tibia) verläuft. Der Code gehört zur Gruppe der Enthesiopathien – das sind Erkrankungen an den Ansatzstellen von Sehnen und Bändern am Knochen.

Ursachen

Das Patellaspitzensyndrom entsteht in der Regel durch wiederholte Überlastung des Kniegelenks, insbesondere bei Sport- oder Berufsarten mit häufigem Springen, Laufen oder abrupten Richtungswechseln. Typische Ursachen sind:

  • Intensive sportliche Betätigung (z. B. Basketball, Volleyball, Leichtathletik)
  • Plötzliche Steigerung von Trainingsintensität oder -volumen
  • Muskulare Ungleichgewichte oder mangelnde Flexibilität der Oberschenkelmuskulatur
  • Harter Untergrund beim Training
  • Biomechanische Fehlstellungen (z. B. X-Beine, flaches Fußgewölbe)

Symptome

Das Leitsymptom ist ein Schmerz am unteren Rand der Kniescheibe, der sich typischerweise folgendermaßen äußert:

  • Belastungsschmerz beim Springen, Treppensteigen oder Kniebeugen
  • Druck- und Klopfschmerz am Patellaunterrand
  • Morgensteifigkeit oder Anlaufschmerz nach längerer Ruhe
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Dauerschmerz auch in Ruhe

Die Beschwerden beginnen oft schleichend und werden ohne Behandlung chronisch.

Diagnose

Die Diagnose wird klinisch gestellt. Der Arzt oder die Ärztin erhebt eine gezielte Anamnese (Vorgeschichte) und führt eine körperliche Untersuchung durch. Zur Bildgebung werden eingesetzt:

  • Ultraschall (Sonographie): Zur Darstellung von Veränderungen der Patellasehne
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Bei unklaren Befunden oder Verdacht auf Sehnenriss
  • Röntgen: Zum Ausschluss knöcherner Veränderungen

Behandlung

Konservative Therapie

In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung erfolgreich:

  • Belastungsreduktion und Sportpause (kein vollständiger Verzicht notwendig)
  • Physiotherapie: Exzentrisches Krafttraining der Oberschenkelmuskulatur gilt als Goldstandard
  • Dehnung und Mobilisation der Muskelgruppen rund ums Knie
  • Kühlung und entzündungshemmende Medikamente (z. B. Ibuprofen, kurzfristig)
  • Stosswellentherapie (extrakorporale Stosswellentherapie, ESWT)
  • Patellaseh-nen-Bandagen oder Tapings zur Entlastung

Operative Therapie

Bei chronischen, therapieresistenten Fällen kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden, etwa eine Sehnendebridierung (Entfernung von verändertem Sehnengewebe) oder eine arthroskopische Intervention.

Prognose

Bei frühzeitiger Behandlung ist die Prognose gut. Viele Betroffene können nach einigen Wochen bis Monaten den Sport wieder vollständig aufnehmen. Ohne Therapie besteht das Risiko einer Chronifizierung oder eines Sehnenrisses.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024 – Klassifikation M76.5
  2. Lian ØB, Engebretsen L, Bahr R: Prevalence of jumper's knee among elite athletes from different sports. American Journal of Sports Medicine, 2005; 33(4): 561–567.
  3. Zwerver J, Bredeweg SW, van den Akker-Scheek I: Prevalence of jumper's knee among nonelite athletes from different sports. American Journal of Sports Medicine, 2011; 39(9): 1984–1988.

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