IVM – In-vitro-Maturation einfach erklärt
IVM (In-vitro-Maturation) ist eine fortschrittliche Reproduktionsmedizin-Methode, bei der unreife Eizellen außerhalb des Körpers zur Reife gebracht werden. Sie ist eine schonende Alternative zur klassischen IVF.
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IVM (In-vitro-Maturation) ist eine fortschrittliche Reproduktionsmedizin-Methode, bei der unreife Eizellen außerhalb des Körpers zur Reife gebracht werden. Sie ist eine schonende Alternative zur klassischen IVF.
Was ist IVM (In-vitro-Maturation)?
Die In-vitro-Maturation (IVM) ist ein Verfahren der assistierten Reproduktion, bei dem unreife Eizellen (sogenannte Oozyten) aus den Eierstöcken einer Frau entnommen und anschließend im Labor außerhalb des Körpers zur Reife gebracht werden. Der Begriff setzt sich aus dem Lateinischen zusammen: in vitro bedeutet so viel wie "im Glas" (also außerhalb des lebenden Organismus), und Maturation bezeichnet den Reifungsprozess der Eizelle.
IVM unterscheidet sich von der klassischen In-vitro-Fertilisation (IVF) vor allem darin, dass bei IVM kaum oder gar keine Hormonstimulation der Eierstöcke notwendig ist. Bei der IVF werden die Eierstöcke vorab intensiv mit Hormonen stimuliert, damit möglichst viele reife Eizellen entstehen. Bei der IVM wird die Reifung der Eizellen erst im Labor abgeschlossen.
Wie funktioniert die IVM-Behandlung?
Der Ablauf einer IVM-Behandlung lässt sich in mehrere Schritte unterteilen:
- Entnahme unreifer Eizellen: Mit Hilfe einer vaginalen Ultraschallsonde und einer feinen Nadel werden unreife Eizellen aus den Eierstöcken entnommen. Dieser Eingriff wird als Follikelpunktion bezeichnet.
- Maturation im Labor: Die entnommenen unreifen Eizellen werden in einem speziellen Nährmedium im Labor bei Körpertemperatur inkubiert, bis sie die für die Befruchtung notwendige Reife erreichen. Dieser Prozess dauert in der Regel 24 bis 48 Stunden.
- Befruchtung: Nach erfolgreicher Reifung werden die Eizellen mit Spermien befruchtet, entweder durch klassische Insemination oder durch intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).
- Embryotransfer: Die befruchteten Eizellen (Embryonen) werden nach einigen Tagen in die Gebärmutter der Frau übertragen.
Wann wird IVM angewendet?
Die In-vitro-Maturation ist besonders geeignet für bestimmte Patientengruppen:
- Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS), da sie ein erhöhtes Risiko für das ovarielle Hyperstimulationssyndrom (OHSS) bei hormoneller Stimulation haben.
- Frauen, die vor einer Chemotherapie oder Strahlentherapie ihre Fruchtbarkeit erhalten möchten (Fertilitätsprotektion).
- Frauen, bei denen eine hormonelle Stimulation aus medizinischen Gründen nicht möglich oder nicht gewünscht ist, z. B. bei hormonempfindlichen Krebserkrankungen.
- Frauen mit schlechtem Ansprechen auf hormonelle Stimulation.
Vorteile der IVM
- Reduziertes OHSS-Risiko: Da kaum Hormone verwendet werden, ist das Risiko einer ovariellen Überstimulation deutlich geringer.
- Geringere Belastung: Weniger oder keine Hormoninjektionen bedeuten eine niedrigere körperliche und emotionale Belastung für die Patientin.
- Kürzere Behandlungsdauer: Die Vorbereitung ist in der Regel schneller abgeschlossen als bei einer klassischen IVF.
- Kostenersparnis: Durch den Verzicht auf aufwändige Hormonstimulation können Kosten eingespart werden.
Erfolgschancen und Einschränkungen
Die Erfolgsraten der IVM sind im Vergleich zur klassischen IVF im Durchschnitt etwas geringer, da die Qualität der im Labor gereiften Eizellen variieren kann. Studien zeigen jedoch, dass bei geeigneten Patientinnen, insbesondere bei Frauen mit PCOS, akzeptable Schwangerschaftsraten erzielt werden können. Die Methode wird kontinuierlich weiterentwickelt, und die Ergebnisse verbessern sich stetig.
Es ist wichtig, dass IVM in spezialisierten reproduktionsmedizinischen Zentren durchgeführt wird, die über entsprechende Laborausstattung und Erfahrung verfügen. Eine individuelle Beratung durch einen Facharzt für Reproduktionsmedizin ist unerlässlich, um festzustellen, ob IVM für die jeweilige Patientin geeignet ist.
Quellen
- Chian R-C, Uzelac PS, Nargund G. - In vitro maturation of human immature oocytes for fertility preservation. - Fertility and Sterility, 2013.
- Walls ML, Hart RJ. - In vitro maturation. - Best Practice and Research Clinical Obstetrics and Gynaecology, 2018.
- Europäische Gesellschaft für Humanreproduktion und Embryologie (ESHRE) - Guidelines on Ovarian Stimulation, 2020. Verfügbar unter: www.eshre.eu
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