M43.0 Spondylolyse – Ursachen, Symptome & Therapie
M43.0 ist der ICD-10-Code für Spondylolyse, einen Knochendefekt im Wirbelbögen. Er tritt häufig in der Lendenwirbelsäule auf und kann Rückenschmerzen sowie Instabilität verursachen.
Wissenswertes über "M43.0"
M43.0 ist der ICD-10-Code für Spondylolyse, einen Knochendefekt im Wirbelbögen. Er tritt häufig in der Lendenwirbelsäule auf und kann Rückenschmerzen sowie Instabilität verursachen.
Was ist M43.0 (Spondylolyse)?
M43.0 ist der Diagnosecode nach ICD-10 für die Spondylolyse. Dabei handelt es sich um einen Defekt oder eine Stressfraktur im sogenannten Pars interarticularis – einem schmalen Knochenabschnitt des Wirbelbogens, der zwei Gelenkfortsatz-Paare eines Wirbels miteinander verbindet. Dieser Defekt tritt am häufigsten im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, insbesondere am fünften Lendenwirbel (L5).
Ursachen
Die Spondylolyse entsteht meist durch wiederholte mechanische Belastung oder Überlastung der Wirbelsäule. Seltener liegt eine angeborene Anlage vor. Häufige Ursachen sind:
- Stressfrakturen durch wiederholte Hyperextension (Rückwärtsbeugung), z. B. bei Leistungssportlern (Turner, Gewichtheber, Schwimmer)
- Angeborene Knochenschwwäche im Bereich des Wirbelbogens
- Akute Traumata (seltener), z. B. durch Sturz oder Unfall
- Genetische Disposition und familiäre Häufung
Symptome
Viele Betroffene haben keine oder nur geringe Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, können diese umfassen:
- Tiefer Kreuzschmerz, oft in den Gesäß oder die Oberschenkel ausstrahlend
- Schmerzzunahme bei Bewegungen wie Rückwärtsneigen oder längerem Stehen
- Muskelverspännung im Bereich der Lendenwirbelsäule
- In schweren Fällen: Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schwäche in den Beinen (bei Nervenbeeinträchtigung)
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule
Diagnose
Die Diagnose der Spondylolyse erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:
- Röntgenaufnahme: Häufig erster Schritt; der Defekt kann als "Hundehalsband-Zeichen" sichtbar sein
- Computertomographie (CT): Genaue Darstellung des Knochendefekts
- Magnetresonanztomographie (MRT): Beurteilung von Weichteilen und Nervenstrukturen sowie Nachweis von Stressreaktionen vor manifester Fraktur
- SPECT (Szintigraphie): Nachweis erhöhter Knochenstoffwechselaktivität bei akuten Stressfrakturen
Behandlung
Konservative Therapie
Die meisten Fälle von Spondylolyse werden konservativ behandelt:
- Sportpause und Schonung: Reduktion oder temporärer Verzicht auf belastende Aktivitäten
- Physiotherapie: Kräftigung der Rumpf- und Rückenmuskulatur zur Stabilisierung der Wirbelsäule
- Schmerzmedikamente: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen
- Orthesen/Korsetts: Kurzfristige Ruhigstellung bei akuten, schmerzhaften Stressfrakturen, besonders bei Kindern und Jugendlichen
Operative Therapie
Eine Operation ist selten notwendig und wird nur bei anhaltenden, therapieresistenten Beschwerden oder neurologischen Ausfällen in Betracht gezogen:
- Direkte Reparatur des Pars-Defekts (z. B. mit Schraube-Haken-System)
- Spinale Fusion: Versteifung der betroffenen Wirbelabschnitte bei gleichzeitiger Instabilität (Spondylolisthese)
Verlauf und Prognose
Die Prognose bei Spondylolyse ist in der Regel gut. Viele Patienten führen ein beschwerdefreies Leben, sofern sie die körperliche Belastung anpassen. Unbehandelt kann eine Spondylolyse in eine Spondylolisthese (Wirbelgleiten) übergehen, bei der ein Wirbel über den darunter liegenden hinausgleitet.
Quellen
- Standaert CJ, Herring SA. Spondylolysis: a critical review. British Journal of Sports Medicine. 2000;34(6):415-422.
- World Health Organization (WHO). ICD-10 Version 2019 – M43.0 Spondylolyse. Verfügbar unter: https://icd.who.int/browse10/2019/en#/M43.0
- Foreman P, Griessenauer CJ, Watanabe K, et al. L5 spondylolysis/spondylolisthesis: a comprehensive review with an anatomic focus. Child's Nervous System. 2013;29(2):209-216.
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