Borreliose Therapie – Behandlung & Antibiotika
Die Borreliose Therapie umfasst die antibiotische Behandlung der durch Zecken übertragenen Lyme-Borreliose. Frühzeitige Behandlung führt in den meisten Fällen zur vollständigen Heilung.
Wissenswertes über "Borreliose Therapie"
Die Borreliose Therapie umfasst die antibiotische Behandlung der durch Zecken übertragenen Lyme-Borreliose. Frühzeitige Behandlung führt in den meisten Fällen zur vollständigen Heilung.
Überblick über die Borreliose Therapie
Die Borreliose (auch Lyme-Borreliose genannt) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Borrelia burgdorferi und verwandte Spirochäten verursacht wird. Diese Erreger werden über den Biss infizierter Zecken auf den Menschen übertragen. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und den betroffenen Organsystemen.
Grundprinzipien der Behandlung
Die Borreliose wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Die Wahl des Antibiotikums, die Dosierung und die Behandlungsdauer hängen vom Krankheitsstadium, dem Schweregrad der Symptome sowie dem Alter des Patienten ab. Grundsätzlich gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungsaussichten.
Therapie nach Krankheitsstadium
Frühstadium (Lokalisierte Infektion)
Das häufigste Anzeichen im Frühstadium ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) – ein ringförmiger Hautausschlag um die Bissstelle. In diesem Stadium ist eine orale Antibiotikatherapie sehr wirksam:
- Doxycyclin: Mittel der ersten Wahl bei Erwachsenen und Kindern ab 9 Jahren; üblicherweise 100 mg zweimal täglich für 14–21 Tage
- Amoxicillin: Alternative für Kinder unter 9 Jahren und Schwangere; typischerweise 500 mg dreimal täglich für 14–21 Tage
- Cefuroxim-Axetil: Weitere Alternative bei Unverträglichkeit; 500 mg zweimal täglich für 14–21 Tage
Frühdisseminiertes Stadium
Wenn sich die Erreger bereits im Körper ausgebreitet haben, können Beschwerden wie Gelenk-, Muskel- oder Nervenschmerzen, Herzrhythmusstörungen oder eine Gesichtsnervenlähmung auftreten. Die Therapie richtet sich nach dem betroffenen Organsystem:
- Neuroborreliose (Nervensystem): Intravenöse Gabe von Ceftriaxon (2 g täglich für 14–28 Tage) oder alternativ Doxycyclin oral in höherer Dosierung
- Kardiale Borreliose (Herz): Je nach Schweregrad orale oder intravenöse Antibiotika; bei schweren Herzrhythmusstörungen ist eine stationäre Überwachung notwendig
- Borrelien-Arthritis (Gelenke): Orale Antibiotika wie Doxycyclin oder Amoxicillin für 28 Tage
Spätstadium (Chronische Manifestationen)
Im Spätstadium können anhaltende Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis) oder neurologische Beschwerden auftreten. Die Behandlung erfolgt ähnlich wie im frühdisseminierten Stadium, meist mit einer längeren Antibiotikagabe. Bei einer behandlungsresistenten Lyme-Arthritis kommen zusätzlich entzündungshemmende Medikamente wie NSAR oder krankheitsmodifizierende Wirkstoffe zum Einsatz.
Post-Lyme-Syndrom
Einige Patienten leiden nach abgeschlossener Antibiotikatherapie noch Wochen oder Monate unter anhaltenden Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder Gelenkschmerzen. Dieses Phänomen wird als Post-Lyme-Syndrom oder Post-Treatment Lyme Disease Syndrome (PTLDS) bezeichnet. Eine verlängerte oder wiederholte Antibiotikatherapie ist in diesen Fällen nach aktueller Studienlage nicht empfohlen. Stattdessen werden symptomorientierte Therapien eingesetzt.
Besondere Patientengruppen
- Schwangere: Amoxicillin ist das Mittel der Wahl; Doxycyclin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert
- Kinder unter 9 Jahren: Amoxicillin oder Cefuroxim; kein Doxycyclin wegen möglicher Zahnenfärbungen und Knochenbeeinflussung
- ältere Patienten: Dosierungsanpassungen je nach Nieren- und Leberfunktion notwendig
Prävention und Nachsorge
Nach einer Zeckenenfernung empfiehlt sich eine Beobachtung der Bissstelle für 4–6 Wochen auf das Auftreten einer Wanderröte. Eine prophylaktische Antibiotikagabe nach Zeckenbiss ist in Deutschland nur in Einzelfällen empfohlen (z. B. bei hochendemischen Regionen und langer Saugzeit). Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind bei kompliziertem Verlauf sinnvoll.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinie Neuroborreliose (2018). Verfügbar unter: www.awmf.org
- Wormser GP et al. – The Clinical Assessment, Treatment, and Prevention of Lyme Disease, Human Granulocytic Anaplasmosis, and Babesiosis: Clinical Practice Guidelines by the Infectious Diseases Society of America. Clinical Infectious Diseases, 2006; 43(9): 1089–1134.
- Robert Koch-Institut (RKI): Lyme-Borreliose – RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: www.rki.de
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