Hepatitis E: Ursachen, Symptome & Behandlung
Hepatitis E ist eine durch das Hepatitis-E-Virus (HEV) verursachte Leberentzündung. Sie wird meist über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen und heilt bei gesunden Erwachsenen oft von selbst aus.
Wissenswertes über "Hepatitis E"
Hepatitis E ist eine durch das Hepatitis-E-Virus (HEV) verursachte Leberentzündung. Sie wird meist über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen und heilt bei gesunden Erwachsenen oft von selbst aus.
Was ist Hepatitis E?
Hepatitis E ist eine akute Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-E-Virus (HEV) ausgelöst wird. Das Virus gehört zur Familie der Hepeviridae und kommt weltweit vor. In Entwicklungsländern mit schlechter Trinkwasserversorgung zählt Hepatitis E zu den häufigsten Ursachen von Leberentzündungen. In Industrieländern werden Infektionen meist durch den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Schweine- oder Wildfleisch ausgelöst.
Ursachen und Übertragungswege
Das Hepatitis-E-Virus wird in erster Linie durch den fäkal-oralen Übertragungsweg weitergegeben, das heißt durch den Kontakt mit infiziertem Stuhl. Die wichtigsten Übertragungswege sind:
- Verunreinigtes Trinkwasser: Häufigste Ursache in Risikogebieten (Südasien, Afrika, Mittelamerika)
- Lebensmittel: Rohe oder nicht ausreichend gegarte tierische Produkte, insbesondere Schweinefleisch, Wildschwein und Meesfrüchte
- Zoonose: Übertragung von Tieren (vor allem Schweinen) auf den Menschen, insbesondere bei HEV-Genotyp 3 und 4
- Bluttransfusionen: In seltenen Fällen möglich, insbesondere bei immungeschwächten Personen
- Mutter-Kind-Übertragung: Vertikale Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind ist möglich
Symptome
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 2 bis 10 Wochen. Viele Infizierte zeigen keine oder nur milde Symptome. Häufige Krankheitszeichen sind:
- Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
- Gelbsucht (Ikterus): Gelbfärbung der Haut und der Augenweißen
- Dunkler Urin und heller Stuhl
- Bauchschmerzen, insbesondere im rechten Oberbauch
- Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit
- Fieber (meist gering ausgeprägt)
- Gelenkschmerzen
Bei den meisten gesunden Erwachsenen heilt die Infektion innerhalb von 4 bis 6 Wochen spontan aus. Schwerwiegende Verläufe sind selten, können jedoch bei Schwangeren, immungeschwächten Personen und Menschen mit vorbestehenden Lebererkrankungen auftreten.
Diagnose
Die Diagnose von Hepatitis E erfolgt über labormedizinische Untersuchungen:
- Blutbild und Leberenzyme: Erhöhte Werte für ALT, AST und Bilirubin weisen auf eine Leberentzündung hin
- Antikörpernachweis: Nachweis von IgM- und IgG-Antikörpern gegen HEV im Blut
- PCR-Test: Direkter Nachweis des Viruserbguts (HEV-RNA) in Blut oder Stuhl, besonders bei immungeschwächten Patienten
Behandlung
Für Hepatitis E gibt es in der Regel keine spezifische antivirale Therapie. Die Behandlung ist meist unterstützend:
- Körperliche Schonung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Verzicht auf Alkohol und lebertoxische Medikamente
- Bei schweren oder chronischen Verläufen (vor allem bei Immunsupprimierten): Behandlung mit dem antiviralen Medikament Ribavirin
- Bei Organtransplantierten kann eine Anpassung der immunsuppressiven Therapie erwägt werden
Chronische Hepatitis E
Bei immungeschwächten Personen (z.B. nach Organtransplantation, bei HIV-Infektion) kann Hepatitis E einen chronischen Verlauf nehmen, der zu einer fortschreitenden Leberzirrhose führen kann. In diesen Fällen ist eine frühzeitige antivirale Behandlung besonders wichtig.
Prävention
- Trinken von sicherem, abgekochtem oder abgepacktem Wasser in Risikogebieten
- Gründliches Erhitzen von Fleisch (insbesondere Schweinefleisch) auf mindestens 70 °C
- Sorgfältige Händehygiene
- In China ist ein zugelassener Hepatitis-E-Impfstoff (Hecolin) verfügbar; in Europa und anderen Ländern ist dieser bisher nicht zugelassen
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Hepatitis E Fact Sheet. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/hepatitis-e (2023)
- Robert Koch-Institut (RKI): Hepatitis E – RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: https://www.rki.de (2022)
- Kamar N, Izopet J, Pavio N et al.: Hepatitis E virus infection. Nature Reviews Disease Primers, 3:17086 (2017)
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