Subduralraum – Definition und klinische Bedeutung
Der Subduralraum ist ein schmaler Spalt zwischen zwei Hirnhäuten. Er liegt zwischen der harten und der weichen Hirnhaut und spielt eine wichtige Rolle bei bestimmten Hirnblutungen.
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Der Subduralraum ist ein schmaler Spalt zwischen zwei Hirnhäuten. Er liegt zwischen der harten und der weichen Hirnhaut und spielt eine wichtige Rolle bei bestimmten Hirnblutungen.
Was ist der Subduralraum?
Der Subduralraum (lateinisch: Spatium subdurale) ist ein sehr schmaler Spalt im Schädel, der sich zwischen zwei der drei Hirnhäute befindet: der Dura mater (harte Hirnhaut) und der darunter liegenden Arachnoidea (Spinnwebhaut). Unter normalen Bedingungen ist dieser Raum so eng, dass er kaum als echter anatomischer Hohlraum existiert. Er enthält eine dünne Schicht Gewebsflüssigkeit, die die beiden Häute voneinander trennt.
Die drei Hirnhäute insgesamt sind: die äußere Dura mater, die mittlere Arachnoidea und die innerste Pia mater. Der Subduralraum liegt genau zwischen Dura mater und Arachnoidea, während der Subarachnoidalraum – der mit Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) gefüllt ist – zwischen Arachnoidea und Pia mater liegt.
Anatomische Lage und Bedeutung
Der Subduralraum erstreckt sich über die gesamte Oberfläche des Gehirns und setzt sich in den Wirbelkanal fort, wo er das Rückenmark umhüllt. Er enthält kleine Brückenvenen (Brücken- oder Brückenvenen), die von der Hirnoberfläche zur Dura mater verlaufen. Diese Venen sind besonders verletzungsanfällig, da sie bei Kopfverletzungen leicht einreißen können.
Klinische Bedeutung: Subduralblutung
Die größte medizinische Bedeutung des Subduralraums liegt in seiner Rolle bei der Subduralblutung (auch: subdurales Hämatom). Dabei tritt Blut in den Subduralraum ein und sammelt sich zwischen Dura mater und Arachnoidea an. Dies kann gefährlichen Druck auf das Gehirn ausüben.
Akutes subdurales Hämatom
Ein akutes subdurales Hämatom entsteht in der Regel durch ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, etwa durch einen Verkehrsunfall oder Sturz. Es entwickelt sich innerhalb von Stunden und ist ein medizinischer Notfall, da der zunehmende Druck auf das Gehirn lebensbedrohlich werden kann.
Chronisches subdurales Hämatom
Ein chronisches subdurales Hämatom entwickelt sich über Wochen bis Monate, oft nach einem vermeintlich harmlosen Sturz oder sogar ohne erinnerliches Ereignis. Es tritt häufiger bei älteren Menschen auf, da das Gehirn im Alter etwas schrumpft und die Brückenvenen stärker gedehnt und damit verletzlicher sind. Auch Blutverdünner (Antikoagulanzien) erhöhen das Risiko erheblich.
Symptome einer Subduralblutung
- Kopfschmerzen, die sich langsam verschlimmern
- Verwirrtheit oder Wesensveränderungen
- Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit
- Schwäche oder Lähmung einer Körperseite (Hemiparese)
- Sprach- oder Sehstörungen
- Übelkeit und Erbrechen
Diagnose
Die Diagnose einer Blutung im Subduralraum erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren. Die Computertomographie (CT) des Kopfes ist die Methode der Wahl, da sie schnell verfügbar ist und Blutansammlungen zuverlässig darstellt. In manchen Fällen wird zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, die feinere Details liefert.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Größe des Hämatoms und den Symptomen des Patienten.
- Konservativ: Kleine, symptomarme Hämatome können unter engmaschiger ärztlicher Beobachtung ohne Operation behandelt werden.
- Operativ: Größere oder symptomatische Hämatome werden in der Regel operativ entleert. Dabei wird durch kleine Bohrlöcher im Schädel (Bohrlochtrepanation) oder durch eine offene Operation das angesammelte Blut abgeleitet.
Quellen
- Greenberg, M. S. – Handbook of Neurosurgery, 9. Auflage, Thieme Verlag, 2020.
- Teasdale, G. et al. – The Glasgow Coma Scale at 40 years: standing the test of time. Lancet Neurology, 2014.
- World Health Organization (WHO) – Neurological Disorders: Public Health Challenges, WHO Press, Genf, 2006.
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