M46.8 – Entzündliche Wirbelsäulenerkrankung
M46.8 ist ein ICD-10-Diagnosecode für sonstige näher bezeichnete entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen. Er umfasst Entzündungen der Wirbelsäule, die keiner spezifischen Kategorie zugeordnet werden.
Wissenswertes über "M46.8"
M46.8 ist ein ICD-10-Diagnosecode für sonstige näher bezeichnete entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen. Er umfasst Entzündungen der Wirbelsäule, die keiner spezifischen Kategorie zugeordnet werden.
Was bedeutet der Diagnosecode M46.8?
Der ICD-10-Code M46.8 steht für sonstige näher bezeichnete entzündliche Spondylopathien – also entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule, die nicht unter die gängigen Hauptdiagnosen wie Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) oder andere klar definierte Spondylopathien fallen. Der Begriff Spondylopathie bezeichnet allgemein Erkrankungen der Wirbelsäule (von griechisch spondylos = Wirbel).
Ursachen
Entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen unter M46.8 können verschiedene Ursachen haben:
- Autoimmunreaktionen: Das Immunsystem greift irrtümlich Strukturen der Wirbelsäule an.
- Infektiöse Ursachen: Bakterielle oder virale Infektionen können Entzündungsprozesse in der Wirbelsäule auslösen.
- Reaktive Entzündungen: Als Reaktion auf Infektionen anderer Körperregionen kann es zu Wirbelsäulenentzündungen kommen.
- Nicht eindeutig klassifizierbare entzündliche Veränderungen: Manche Entzündungen der Wirbelsäule lassen sich keiner spezifischen Erkrankung zuordnen.
Symptome
Die klinischen Beschwerden bei M46.8 können je nach betroffenem Wirbelsäulenabschnitt variieren. Typische Symptome umfassen:
- Rückenschmerzen, häufig mit entzündlichem Charakter (Nachtschmerz, Morgensteifigkeit)
- Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule
- Lokale Schwellung oder Drückempfindlichkeit im betroffenen Bereich
- Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, erhöhte Körpertemperatur oder allgemeines Krankheitsgefühl bei infektiöser Genese
- Ausstrahlende Schmerzen in Gesundheitsregionen wie Hüfte, Beine oder Schultern
Diagnose
Die Diagnose einer entzündlichen Spondylopathie nach M46.8 erfolgt durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Erfassung der Schmerzcharakteristik und Beweglichkeitsmessung
- Blutuntersuchungen: Entzündungsmarker wie CRP (C-reaktives Protein) und Blutsenkungeschwindigkeit (BSG), ggf. HLA-B27-Antigen-Test
- Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) zur Beurteilung von Wirbelkörpern, Bandscheiben und umliegenden Strukturen
- Mikrobiologische Untersuchungen: Bei Verdacht auf infektiöse Ursache zur Erregeridentifikation
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache der Entzündung:
Medikamentöse Therapie
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
- Kortikosteroide bei starker Entzündungsaktivität
- Antibiotika bei nachgewiesener bakterieller Infektion
- Biologika oder DMARDs (krankheitsmodifizierende Antirheumatika) bei autoimmunbedingten Entzündungen
Physiotherapie und Rehabilitation
- Gezielte Krankengymnastik zur Verbesserung der Beweglichkeit und Muskelkräftigung
- Wärme- oder Kälteanwendungen zur Schmerzlinderung
- Ergotherapie bei funktionellen Einschränkungen
Operative Therapie
In seltenen Fällen, bei schwerwiegenden Komplikationen oder strukturellen Schäden, kann eine operative Behandlung notwendig sein.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf von M46.8 ist stark abhängig von der zugrunde liegenden Ursache. Frühzeitig erkannte und behandelte Entzündungen haben in der Regel eine günstige Prognose. Chronische Verläufe können jedoch zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen und Strukturveränderungen der Wirbelsäule führen. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind daher wichtig.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XIII – Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (M40–M54).
- Braun J., Sieper J.: Spondyloarthropathien – Diagnostik und Therapie. Dtsch Arztebl Int. 2009;106(44):718–727.
- Rudwaleit M. et al.: The development of Assessment of SpondyloArthritis international Society classification criteria for axial spondyloarthritis. Ann Rheum Dis. 2009;68(6):777–783.
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