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M45.0 - Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew)

M45.0 ist der ICD-10-Code für Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule und der Kreuzdarmbeingelenke.

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Wissenswertes über "M45.0"

M45.0 ist der ICD-10-Code für Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule und der Kreuzdarmbeingelenke.

Was bedeutet die Diagnose M45.0?

Der ICD-10-Code M45.0 steht für Spondylitis ankylosans, auch bekannt als Morbus Bechterew. Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäule und die Kreuzdarmbeingelenke (Sakroiliakalgelenke) betrifft. Im Verlauf kann es zu einer fortschreitenden Versteifung der Wirbelsäule kommen. Die Erkrankung zählt zur Gruppe der Spondyloarthritiden und beginnt meist im jungen Erwachsenenalter.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache der Spondylitis ankylosans ist nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Folgende Faktoren spielen eine wichtige Rolle:

  • Genetische Veranlagung: Etwa 90 % der Erkrankten tragen das Geweibemerkmal HLA-B27, ein bestimmtes Eiweiß auf der Oberfläche der Immunzellen.
  • Familiengeschichte: Das Erkrankungsrisiko ist bei Verwandten von Betroffenen deutlich erhöht.
  • Umweltfaktoren: Bestimmte Infektionen können möglicherweise als Auslöser wirken.
  • Geschlecht: Männer erkranken häufiger und oft schwerer als Frauen.

Symptome

Die Beschwerden beginnen typischerweise schleichend und können zunächst leicht übersehen werden. Charakteristische Symptome sind:

  • Chronische Rückenschmerzen im unteren Rücken und im Gesäß, oft morgens oder nach längerer Ruhe schlimmer (sogenannter Entzündungsschmerz)
  • Morgensteifigkeit der Wirbelsäule, die sich durch Bewegung bessert
  • Fortschreitende Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule
  • Schmerzen in den Hüft-, Schulter- oder Kniegelenken
  • Enthesitis: Entzündungen an Sehnenansätzen, z. B. an der Ferse
  • Müdigkeit und allgemeines Kränklichkeitsgefühl
  • In manchen Fällen: Augenentzündung (Uveitis), Darmentzündung oder Hautveränderungen (Schuppenflechte)

Diagnose

Die Diagnose der Spondylitis ankylosans erfordert eine Kombination aus klinischer Untersuchung, bildgebenden Verfahren und Laborwerten:

  • Klinische Anamnese und körperliche Untersuchung: Beurteilung der Wirbelsäulenbeweglichkeit und typischer Schmerzcharakter
  • Bildgebung: Röntgenaufnahmen der Sakroiliakalgelenke; bei Bedarf MRT (Magnetresonanztomographie) für frühzeitige Entzündungszeichen
  • Labordiagnostik: Nachweis des HLA-B27-Antigens, Bestimmung von Entzündungsparametern wie CRP und BSG
  • Klassifikationskriterien: Anwendung der modifizierten New-York-Kriterien oder der ASAS-Kriterien für axiale Spondyloarthritis

Behandlung

Eine Heilung der Spondylitis ankylosans ist derzeit nicht möglich, jedoch kann die Erkrankung durch gezielte Therapie gut kontrolliert werden. Ziel ist die Linderung der Beschwerden, der Erhalt der Beweglichkeit und die Verhinderung von Folgeschäden.

Medikamentöse Therapie

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Erste Wahl zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung (z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen)
  • Biologika: Bei unzureichendem Ansprechen auf NSAR kommen TNF-alpha-Hemmer (z. B. Adalimumab, Etanercept) oder IL-17-Hemmer (z. B. Secukinumab) zum Einsatz
  • JAK-Inhibitoren: Neuere Wirkstoffklasse für bestimmte Patientengruppen
  • Kortikosteroide: Bei akuten Schüben lokal injiziert oder kurzfristig systemisch

Nicht-medikamentöse Therapie

  • Physiotherapie und Krankengymnastik: Regelmäßige Übungen sind essenziell, um die Beweglichkeit zu erhalten
  • Ergotherapie: Anpassung des Alltags und Arbeitsplatzes
  • Sport: Empfohlen werden Schwimmen, Radfahren und andere gelenkschonende Aktivitäten
  • Wärmetherapie: Kann Muskelverspannungen und Schmerzen lindern

Operative Therapie

In schweren Fällen mit stark eingeschränkter Gelenkfunktion kann ein operativer Eingriff, z. B. ein Gelenkersatz (Endoprothese), in Betracht gezogen werden.

Prognose und Verlauf

Die Spondylitis ankylosans verläuft individuell sehr unterschiedlich. Während manche Betroffene nur leichte Beschwerden haben, kann es bei anderen zu einer fortschreitenden Versteifung der Wirbelsäule kommen. Durch frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie lässt sich der Krankheitsverlauf in vielen Fällen deutlich verbessern. Regelmäßige Kontrollen beim Rheumatologen sind wichtig.

Quellen

  1. Sieper J. et al. - Ankylosing Spondylitis: An Overview. Annals of the Rheumatic Diseases, 2002; 61(Suppl 3): iii8-iii18. PubMed.
  2. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der axialen Spondyloarthritis, 2019.
  3. van der Linden S. et al. - Evaluation of Diagnostic Criteria for Ankylosing Spondylitis. Arthritis & Rheumatism, 1984; 27(4): 361-368.

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