Dermatoskopie – Hautuntersuchung einfach erklärt
Die Dermatoskopie ist eine nicht-invasive Untersuchungsmethode zur vergrößerten Beurteilung von Hautveränderungen. Sie hilft, gutartige von bösartigen Läsionen frühzeitig zu unterscheiden.
Wissenswertes über "Dermatoskopie"
Die Dermatoskopie ist eine nicht-invasive Untersuchungsmethode zur vergrößerten Beurteilung von Hautveränderungen. Sie hilft, gutartige von bösartigen Läsionen frühzeitig zu unterscheiden.
Was ist die Dermatoskopie?
Die Dermatoskopie (auch Dermoskopie genannt) ist ein nicht-invasives diagnostisches Verfahren in der Dermatologie, bei dem Hautveränderungen mithilfe eines speziellen optischen Vergrößerungsgeräts – dem sogenannten Dermatoskop – detailliert untersucht werden. Das Gerät beleuchtet und vergrößert die Hautstruktur bis zu zehnfach oder mehr, sodass Merkmale sichtbar werden, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Die Methode wird vor allem zur Beurteilung von Pigmentmalen, Hautkrebs-Frühstadien und anderen Hautläsionen eingesetzt.
Funktionsweise und Technik
Ein Dermatoskop besteht aus einer Vergrößerungslinse und einer Lichtquelle. Moderne Geräte arbeiten mit polarisiertem Licht, das Reflexionen an der Hautoberfläche reduziert und tiefere Hautschichten sichtbar macht. Ältere Geräte verwenden ein Kontaktmedium (z. B. Ultraschallgel oder Öl) direkt auf der Haut, um Lichtbrechungen zu minimieren.
- Kontakt-Dermatoskopie: Das Gerät wird direkt auf die Haut aufgesetzt, ein Kontaktgel verbessert die Sicht.
- Kontaktlose Dermatoskopie: Mithilfe von polarisiertem Licht ist kein Kontaktmedium notwendig.
- Digitale Dermatoskopie: Bilder werden digital gespeichert und können über Zeit verglichen oder per Telemedizin ausgewertet werden.
Wann wird die Dermatoskopie eingesetzt?
Die Dermatoskopie findet in verschiedenen klinischen Situationen Anwendung:
- Beurteilung von Pigmentmalen (Nävi) auf mögliche Bösartigkeit
- Früherkennung von Melanom und anderen Formen von Hautkrebs (z. B. Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom)
- Diagnose von seborrhoischen Keratosen, Hämangiomen und anderen gutartigen Neubildungen
- Untersuchung von entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Skabies
- Beurteilung von Nagel- und Haarveränderungen
Diagnose und Befundung
Bei der Auswertung dermatoskopischer Befunde werden standardisierte Bewertungssysteme verwendet:
- ABCD-Regel der Dermatoskopie: Bewertung von Asymmetrie, Begrenzung, Farbe (Colour) und Differenzialstruktur
- 7-Punkte-Checkliste nach Argenziano: Gewichtung spezifischer dermatoskopischer Kriterien für Melanome
- Muster-Analyse: Erkennung typischer Muster wie Pigmentnetz, Gefäßstrukturen, Regression und Streifenbildung
Die Interpretation erfordert Erfahrung und spezielle Ausbildung. In Studien konnte gezeigt werden, dass erfahrene Dermatologen mit Dermatoskopie eine deutlich höhere Treffsicherheit bei der Diagnose von Melanomen erreichen als mit bloßem Auge.
Vorteile der Dermatoskopie
- Nicht-invasiv und schmerzfrei
- Erhöhte diagnostische Genauigkeit gegenüber der bloßen Sichtuntersuchung
- Früherkennung von Hautkrebs möglich
- Reduktion unnötiger Biopsien bei gutartigen Befunden
- Digitale Verlaufskontrolle und Teledermatologie möglich
Grenzen und Risiken
Trotz ihrer Vorteile hat die Dermatoskopie auch Grenzen. Die Methode ersetzt nicht die histologische Untersuchung (Gewebeprobe), wenn ein Befund unklar bleibt. Falsch-negative Befunde sind möglich, insbesondere bei amelanotischen (nicht pigmentierten) Melanomen. Die Qualität der Diagnose hängt stark von der Erfahrung des untersuchenden Arztes ab.
Quellen
- Argenziano G et al. – Dermoscopy of Pigmented Skin Lesions: Results of a Consensus Meeting via the Internet. Journal of the American Academy of Dermatology, 2003.
- Leitlinienprogramm Onkologie – S3-Leitlinie Melanom, Deutsche Krebsgesellschaft, 2020. Verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de
- Kittler H et al. – Identification of clinically featureless incipient melanoma by sequential dermoscopy imaging. Archives of Dermatology, 2006.
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