M75.4 Impingementsyndrom der Schulter erklärt
M75.4 bezeichnet das Impingementsyndrom der Schulter. Dabei werden Sehnen und Schleimbeutel im Schultergelenk eingeklemmt, was Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht.
Wissenswertes über "M75.4"
M75.4 bezeichnet das Impingementsyndrom der Schulter. Dabei werden Sehnen und Schleimbeutel im Schultergelenk eingeklemmt, was Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht.
Was ist M75.4 – Impingementsyndrom der Schulter?
Der ICD-10-Code M75.4 steht für das Impingementsyndrom der Schulter, auch bekannt als subakromiales Impingement. Dabei kommt es zu einer mechanischen Einengung des Raums unterhalb des Schulterdächs (Akromion), was zur Reizung oder Einklemmung von Sehnen, insbesondere der Rotatorenmanschette, sowie des Schleimbeutels (Bursa subacromialis) führt. Es ist eine der häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen.
Ursachen
Das Impingementsyndrom kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Mechanische Ursachen: Knöcherne Anbauten (Osteophyten) am Akromion, veränderte Akromionform oder Kalkablagerungen in den Sehnen
- Funktionelle Ursachen: Muskeldysbalancen, schlechte Haltung, Überkopfarbeit oder Sportarten mit wiederholten Armbewegungen über Schulterhöhe
- Degenerative Veränderungen: Verschleiß der Sehnen und Gelenksstrukturen im Alter
- Traumatisch: Verletzungen der Schulter als Ausgangsursache
Symptome
Die typischen Beschwerden bei M75.4 umfassen:
- Schmerzen an der Schulteraüßenseite, oft ausstrahlend in den Oberarm
- Schmerzen beim Heben des Arms, besonders zwischen 60° und 120° (sogenannter schmerzhafter Bogen oder "painful arc")
- Schmerzen nachts, insbesondere im Liegen auf der betroffenen Schulter
- Kraftverlust und eingeschränkte Beweglichkeit
- Schmerzen bei Überkopftätigkeiten
Diagnose
Die Diagnose wird anhand der klinischen Untersuchung und bildgebender Verfahren gestellt:
- Klinische Tests: Neer-Zeichen, Hawkins-Kennedy-Test und der painful arc sind typische Provokationstests
- Röntgen: Beurteilung knöcherner Strukturen und Verkalkungen
- Ultraschall (Sonografie): Darstellung der Sehnen und des Schleimbeutels
- MRT (Magnetresonanztomografie): Detaillierte Beurteilung der Rotatorenmanschette und umgebender Strukturen
Behandlung
Konservative Therapie
In den meisten Fällen wird das Impingementsyndrom konservativ behandelt:
- Physiotherapie: Kräftigung der Rotatorenmanschette, Haltungskorrektur und Beweglichkeitstraining
- Schmerztherapie: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zur Schmerz- und Entzundungshemmung
- Kortisoni njektionen: Intraartikulare oder subakromiale Injektionen bei starken Beschwerden
- Schonung und Anpassung der Aktivitäten: Vermeidung schmerzhafter Bewegungen
- Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT): Besonders bei Verkalkungen sinnvoll
Operative Therapie
Wenn konservative Maßnahmen über mehrere Monate keine ausreichende Besserung bringen, kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden:
- Subakromiale Dekompression: Arthroskopische Erweiterung des Subakromialraums durch Entfernung von Knochenanteilen oder dem Schleimbeutel
- Rekonstruktion der Rotatorenmanschette: Bei gleichzeitigem Sehnenriss
Prognose
Mit konsequenter Therapie erholen sich die meisten Patienten gut. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist die frühzeitige Diagnose sowie die konsequente Durchführung der Physiotherapie. Rückfälle können durch gezieltes Training und ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz vermieden werden.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024, Code M75.4 – Impingementsyndrom der Schulter.
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC): Subakromiales Impingement der Schulter, AWMF-Registernummer 033-049.
- Diercks R et al. – Guideline for diagnosis and treatment of subacromial pain syndrome. Acta Orthopaedica, 2014; 85(3): 314–322.
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