D64.9 – Anämie nicht näher bezeichnet | ICD-10
D64.9 ist der ICD-10-Code für eine nicht näher bezeichnete Anämie. Dabei ist die Konzentration des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) im Blut erniedrigt, ohne dass eine spezifische Ursache kodiert wird.
Wissenswertes über "D64.9"
D64.9 ist der ICD-10-Code für eine nicht näher bezeichnete Anämie. Dabei ist die Konzentration des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) im Blut erniedrigt, ohne dass eine spezifische Ursache kodiert wird.
Was bedeutet der ICD-10-Code D64.9?
Der ICD-10-Code D64.9 steht für eine Anämie, nicht näher bezeichnet. Dieser Diagnosecode wird verwendet, wenn bei einer Person eine Blutarmut festgestellt wurde, die Art oder Ursache der Anämie jedoch nicht genauer spezifiziert oder kodiert ist. Er gehört zur Gruppe der sonstigen Anämien (ICD-10-Kapitel D64) innerhalb der Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe.
Was ist eine Anämie?
Eine Anämie (umgangssprachlich: Blutarmut) liegt vor, wenn die Konzentration des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin im Blut unter den für das Geschlecht und Alter gültigen Referenzwert abfällt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Anämie bei Erwachsenen als einen Hämoglobinwert von weniger als 13,0 g/dl bei Männern und weniger als 12,0 g/dl bei Frauen. Eine Anämie ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom oder Zeichen einer zugrunde liegenden Ursache.
Ursachen
Die möglichen Ursachen einer Blutarmut sind vielfältig. Häufige Ursachen sind:
- Ernährungsbedingte Mängel: Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folat
- Chronische Erkrankungen: Niereninsuffizienz, Tumorleiden, chronisch-entzündliche Erkrankungen
- Blutverlust: akute oder chronische Blutungen (z. B. bei Magengeschwüren oder starker Menstruation)
- Störungen der Blutbildung: Knochenmarkerkrankungen, aplastische Anämie
- Erhöhter Abbau der roten Blutkörperchen: hämolytische Anämien
- Genetische Ursachen: z. B. Sichelzellanämie oder Thalassämie
Wenn keine spezifische Ursache dokumentiert oder bekannt ist, wird der Code D64.9 verwendet.
Symptome
Die Beschwerden hängen vom Schweregrad der Anämie und der Geschwindigkeit ihres Entstehens ab. Typische Symptome sind:
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche
- Blasse Haut und Schleimhäute
- Kurzatmigkeit und erhöhter Herzschlag (Herzklopfen)
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Kälteempfindlichkeit, insbesondere an Händen und Füßen
Diagnose
Die Diagnose einer Anämie erfolgt in der Regel durch ein Blutbild (Hämogramm). Dabei werden folgende Werte bestimmt:
- Hämoglobinkonzentration (Hb)
- Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblutvolumen)
- Erythrozytenzahl (Anzahl der roten Blutkörperchen)
- MCV (mittleres Erythrozytenvolumen) zur Einordnung der Anämie
Zur Klärung der Ursache können weitere Laboruntersuchungen (z. B. Ferritin, Vitamin B12, Retikulozyten) sowie weiterführende diagnostische Maßnahmen notwendig sein.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache der Anämie:
- Eisenmangelanämie: Eisensubstitution oral oder intravenös
- Vitamin-B12-Mangel: Substitution mit Vitamin B12 (oral oder als Injektion)
- Folsäuremangel: Folsäure-Ergänzung
- Anämie bei chronischen Erkrankungen: Behandlung der Grunderkrankung, ggf. Erythropoietin-Therapie
- Schwere Anämie: Bluttransfusion bei klinischer Notwendigkeit
Bei der Codierung D64.9 sollte im klinischen Alltag nach Möglichkeit eine genauere Diagnose angestrebt werden, um eine optimale Therapie einleiten zu können.
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Haemoglobin concentrations for the diagnosis of anaemia and assessment of severity. WHO/NMH/NHD/MNM/11.1, Genf, 2011.
- Herold, G. et al.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023.
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI/BfArM): ICD-10-GM Version 2024. Systematisches Verzeichnis, Kapitel III: Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe (D50–D89).
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieK92.2
M84.4
M76.8
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: D64.9