M65.3 Schnellender Finger – Ursachen & Behandlung
M65.3 ist der ICD-10-Code für den schnellenden Finger (Tendovaginitis stenosans). Dabei schnappt ein Finger beim Beugen oder Strecken hörbar ein.
Wissenswertes über "M65.3"
M65.3 ist der ICD-10-Code für den schnellenden Finger (Tendovaginitis stenosans). Dabei schnappt ein Finger beim Beugen oder Strecken hörbar ein.
Was ist M65.3 – Schnellender Finger?
Der ICD-10-Code M65.3 bezeichnet die sogenannte Tendovaginitis stenosans, im Volksmund auch schnellender Finger oder Ringband-Syndrom genannt. Dabei kommt es zu einer Verdickung der Sehnenscheide oder des Ringbandes an einem Finger, sodass die Beugesehne nicht mehr reibungslos gleiten kann. Der betroffene Finger schnappt oder springt beim Beugen und Strecken hörbar oder fühlbar ein – ähnlich wie ein Abzug (Trigger), weshalb der Zustand im Englischen auch „Trigger Finger“ heißt.
Ursachen
Die genaue Ursache ist nicht immer eindeutig. Häufig genannte Faktoren sind:
- Repetitive Handbewegungen und Überlastung der Beugesehnen (z. B. bei handwerklichen Tätigkeiten oder intensiver Computernutzung)
- Entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenerkrankungen
- Anatomische Besonderheiten im Bereich der Ringbänder
- Gelegentlich ohne erkennbare Ursache (idiopathisch)
Symptome
Die typischen Beschwerden bei M65.3 umfassen:
- Schmerzen und Drückempfindlichkeit an der Basis des betroffenen Fingers, besonders über dem Grundgelenk
- Hörbares oder spürbares Einschnappen oder Blockieren des Fingers beim Beugen oder Strecken
- Morgensteifigkeit des Fingers
- In fortgeschrittenen Fällen: vollständige Blockierung des Fingers in Beuge- oder Streckstellung
- Ein tastbarer Knoten oder eine Schwellung an der Fingerbasis
Diagnose
Die Diagnose des schnellenden Fingers wird in der Regel klinisch gestellt, das heißt durch eine körperliche Untersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Der typische Einschnappbefund beim aktiven Bewegen des Fingers ist charakteristisch. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung eingesetzt werden, um die Verdickung der Sehnenscheide oder des Ringbandes sichtbar zu machen und andere Ursachen auszuschließen. Laboruntersuchungen dienen dem Ausschluss von Begleiterkrankungen wie Diabetes oder rheumatischen Erkrankungen.
Behandlung
Konservative Therapie
In leichten bis mäßig schweren Fällen werden zunächst nicht-operative Maßnahmen eingesetzt:
- Schonung und Ruhigstellung des betroffenen Fingers mit einer Schiene
- Antiphlogistische Medikamente (entzündungshemmende Schmerzmittel)
- Kortisoninjektionen in die Sehnenscheide – oft sehr wirksam bei erstmaliger Behandlung
- Physiotherapie und ergänzende Übungen
Operative Therapie
Bei anhaltenden Beschwerden oder vollständiger Blockierung des Fingers kann eine operative Spaltung des Ringbandes (Ringbandspaltung) notwendig werden. Dieser Eingriff erfolgt häufig ambulant unter örtlicher Betäubung und zeigt in der Regel sehr gute Langzeitergebnisse. Eine minimal-invasive, perkutane Variante des Eingriffes ist ebenfalls möglich.
Prognose
Die Prognose bei M65.3 ist insgesamt gut. Viele Betroffene sprechen gut auf Kortisoninjektionen an. Nach operativer Behandlung sind Rezidive selten. Eine frühzeitige Behandlung verhindert in den meisten Fällen eine dauerhafte Einschränkung der Fingerfunktion.
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel XIII, M65.3 – Tendovaginitis stenosans.
- Makkouk AH et al. – Trigger finger: etiology, evaluation, and treatment. Current Reviews in Musculoskeletal Medicine, 2008;1(2):92-96. PubMed PMID: 19468879.
- Wolfe SW et al. (Hrsg.): Green's Operative Hand Surgery, 7. Auflage. Elsevier, 2017. Kapitel: Stenosing Tenosynovitis.
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