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M40.4 – Andere Lordosen: Ursachen & Therapie

M40.4 bezeichnet nach ICD-10 andere Lordosen – eine übermäßige Einwärtskrümmung der Wirbelsäule, meist im Lenden- oder Halsbereich. Sie kann Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen.

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Wissenswertes über "M40.4"

M40.4 bezeichnet nach ICD-10 andere Lordosen – eine übermäßige Einwärtskrümmung der Wirbelsäule, meist im Lenden- oder Halsbereich. Sie kann Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen.

Was ist M40.4?

Der ICD-10-Code M40.4 steht für andere Lordosen – eine Gruppe von Wirbelsäulenverkrümmungen, bei denen die natürliche Einwärtskrümmung (Lordose) der Wirbelsäule übermäßig ausgeprägt ist. Dieser Code wird verwendet, wenn die Lordose nicht durch eine andere spezifisch kodierte Ursache erklärt werden kann. Betroffen sind häufig die Lendenwirbelsäule (Lumballordose) oder die Halswirbelsäule (Zervikallordose).

Ursachen

Eine verstärkte Lordose kann verschiedene Ursachen haben:

  • Muskuläre Dysbalancen: Schwäche der Bauch- oder Rückenmuskulatur führt zu einer Fehlhaltung.
  • Adipositas: Übergewicht, insbesondere im Bauchbereich, zieht das Becken nach vorne und verstärkt die Lendenlordose.
  • Schwangerschaft: Das veränderte Körpergewicht kann vorrübergehend eine Lordose begründen.
  • Angeborene Fehlbildungen: Strukturelle Anomalien der Wirbelsäule können eine Lordose begünstigen.
  • Haltungsbedingte Ursachen: Langes Sitzen, falsche Sitzposition oder häufiges Tragen von Hochschuhen.
  • Folgeerkrankungen: Andere Wirbelsäulenerkrankungen wie Kyphose oder Spondylolisthesis können kompensatorisch eine Lordose verursachen.

Symptome

Viele Betroffene bemerken die verstärkte Lordose zunächst nur äußerlich an einem ausgeprägten Hohlkreuz oder einem nach vorne geneigten Becken. Mögliche Beschwerden sind:

  • Rückenschmerzen, vor allem im Lendenwirbelbereich
  • Verspannungen der Rückenmuskulatur
  • Bewegungseinschränkungen und eingeschränkte Flexibilität der Wirbelsäule
  • In schweren Fällen: Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Beinen (bei Nervenbeteiligung)
  • Schmerzen beim langen Stehen oder Gehen

Diagnose

Die Diagnose einer Lordose erfolgt durch eine Kombination aus:

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt beurteilt die Haltung und die Beweglichkeit der Wirbelsäule.
  • Röntgenaufnahme: Seitliche Röntgenbilder der Wirbelsäule zeigen den Grad der Verkrümmung und ermöglichen eine genaue Winkelmessung.
  • MRT oder CT: Bei Verdacht auf neurologische Beteiligung oder zur Darstellung von Weichteilen und Bandscheiben.
  • Haltungsanalyse: Spezielle Messverfahren können den Lordosewinkel bestimmen.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Lordose:

Konservative Maßnahmen

  • Physiotherapie: Gezieltes Kräftigen der Bauch- und Rückenmuskulatur sowie Dehnübungen zur Haltungskorrektur.
  • Ergotherapie: Anpassung des Arbeitsplatzes und Alltagshilfen zur Entlastung der Wirbelsäule.
  • Orthopädische Hilfsmittel: In bestimmten Fällen können Stützkorsetts eingesetzt werden.
  • Schmerztherapie: Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente bei akuten Beschwerden.
  • Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht als Ursache ist eine Gewichtsabnahme empfehlenswert.

Operative Behandlung

Ein operativer Eingriff ist nur in seltenen, schwerwiegenden Fällen notwendig, z. B. wenn neurologische Schäden drohen oder konservative Maßnahmen keine Verbesserung bringen.

Verlauf und Prognose

Bei frühzeitiger Behandlung und konsequenter Physiotherapie ist die Prognose in den meisten Fällen gut. Eine regelmäßige Bewegung, Rückenschule und ergonomisches Verhalten im Alltag können das Fortschreiten der Lordose verhindern und Beschwerden dauerhaft lindern.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel M40 – Lordose.
  2. Schmorl G, Junghanns H: Die gesunde und kranke Wirbelsäule in Röntgenbild und Klinik. Thieme Verlag, Stuttgart.
  3. Cailliet R: Low Back Pain Syndrome. 5th edition. F.A. Davis Company, Philadelphia, 1995.

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