Leberparenchymzelle – Funktion und Bedeutung
Die Leberparenchymzelle (Hepatozyt) ist die wichtigste Zellart der Leber und übernimmt zentrale Aufgaben im Stoffwechsel, der Entgiftung und der Produktion lebenswichtiger Proteine.
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Die Leberparenchymzelle (Hepatozyt) ist die wichtigste Zellart der Leber und übernimmt zentrale Aufgaben im Stoffwechsel, der Entgiftung und der Produktion lebenswichtiger Proteine.
Was ist eine Leberparenchymzelle?
Die Leberparenchymzelle, auch Hepatozyt genannt, ist die funktionell bedeutsamste Zellart der Leber. Sie macht etwa 70–80 % aller Leberzellen aus und ist verantwortlich für die Mehrzahl der Stoffwechselleistungen dieses lebenswichtigen Organs. Die Leber besteht aus Millionen solcher Zellen, die in kleinen funktionellen Einheiten, den sogenannten Leberläppchen, angeordnet sind.
Aufbau und Struktur
Hepatozyten sind große, polygonale Zellen mit einem oder manchmal zwei Zellkernen. Sie verfügen über einen besonders reich ausgestatteten Zellstoffwechsel-Apparat, darunter viele Mitochondrien (Energielieferanten), ein ausgedehntes endoplasmatisches Retikulum (Proteinsynthese und Entgiftung) sowie einen gut entwickelten Golgi-Apparat (Proteinverpackung und -sekretion). Diese Ausstattung spiegelt die enorme Arbeitslast wider, die jede einzelne Zelle tagtäglich bewältigt.
Funktionen der Leberparenchymzelle
Stoffwechselfunktionen
- Kohlenhydratstoffwechsel: Hepatozyten speichern Glukose in Form von Glykogen und geben bei Bedarf Glukose ins Blut ab (Glykogenolyse). Zudem können sie Glukose neu bilden (Glukoneogenese).
- Fettstoffwechsel: Sie synthetisieren Cholesterin, Fettsäuren und Lipoproteine und bauen Fette ab.
- Proteinstoffwechsel: Leberparenchymzellen produzieren wichtige Blutproteine wie Albumin, Gerinnungsfaktoren und Transportproteine.
Entgiftung (Detoxifikation)
Eine der bekanntesten Aufgaben der Hepatozyten ist die Entgiftung von körperfremden Stoffen wie Medikamenten, Alkohol und Umweltgiften. Mithilfe spezieller Enzyme (u. a. des Cytochrom-P450-Systems) werden diese Substanzen chemisch verändert und wasserlöslich gemacht, sodass sie über Niere oder Galle ausgeschieden werden können.
Galleproduktion
Hepatozyten produzieren täglich etwa 600–1000 ml Galle, die für die Fettverdauung im Darm unerlässlich ist. Die Galle wird in die Gallenkanalikuli abgegeben, die zwischen den Leberzellen verlaufen, und gelangt von dort in die Gallenwege.
Hormon- und Vitaminstoffwechsel
Leberparenchymzellen aktivieren Vitamin D (erste Hydroxylierungsstufe), speichern die Vitamine A, D, E, K und B12 und bauen verschiedene Hormone ab, darunter Steroidhormone und Schilddrüsenhormone.
Regenerationsfähigkeit
Die Leber besitzt eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit. Nach Verlust von bis zu zwei Dritteln der Lebermasse können die verbliebenen Hepatozyten durch Zellteilung die ursprüngliche Organgröße weitgehend wiederherstellen. Diese Fähigkeit ist Grundlage der Lebendspende-Transplantation und der Leberregeneration nach chirurgischen Eingriffen.
Erkrankungen mit Beteiligung der Leberparenchymzellen
Verschiedene Erkrankungen können die Hepatozyten schädigen:
- Hepatitis (Leberentzündung): Virale, alkoholische oder autoimmune Entzündungen führen zur Schädigung und zum Absterben von Hepatozyten.
- Leberzirrhose: Bei chronischer Schädigung werden Hepatozyten durch Bindegewebe ersetzt, was die Leberfunktion dauerhaft einschränkt.
- Fettleber (Steatosis hepatis): Eine übermäßige Einlagerung von Fett in die Hepatozyten beeinträchtigt deren Funktion.
- Hepatozelluläres Karzinom: Leberkrebs, der aus entarteten Hepatozyten entsteht.
Diagnostische Bedeutung
Bei Schädigung der Leberparenchymzellen werden bestimmte Enzyme in die Blutbahn freigesetzt. Die Messung dieser Leberenzyme im Blut – insbesondere ALT (GPT), AST (GOT) und GLDH – ist ein wichtiger diagnostischer Marker für Lebererkrankungen und ermöglicht Rückschlüsse auf Art und Ausmaß der Zellschädigung.
Quellen
- Silbernagl S., Despopoulos A. - Taschenatlas Physiologie, 9. Auflage, Thieme Verlag (2018)
- Fausto N., Campbell J.S., Riehle K.J. - Liver regeneration. Hepatology, 43(2 Suppl 1):S45-53 (2006). PubMed PMID: 16447274
- World Health Organization (WHO) - Liver diseases. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/liver-disease
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