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Regurgitieren: Ursachen, Symptome & Behandlung

Regurgitieren bezeichnet das passive Rückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre oder den Mund ohne Würgereiz. Es ist ein häufiges Symptom bei Säuglingen und Erwachsenen.

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Wissenswertes über "Regurgitieren"

Regurgitieren bezeichnet das passive Rückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre oder den Mund ohne Würgereiz. Es ist ein häufiges Symptom bei Säuglingen und Erwachsenen.

Was ist Regurgitieren?

Regurgitieren (lateinisch: regurgitare, zurückfließen lassen) bezeichnet das passive, unwillkürliche Rückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre oder in den Mund. Anders als beim Erbrechen fehlt dabei der aktive Würgereiz und die Kontraktion der Bauchmuskulatur. Der Mageninhalt fließt sozusagen "mühelos" zurück, oft ohne das Bewusstsein der betroffenen Person. Regurgitieren tritt sowohl bei Säuglingen als auch bei Erwachsenen auf und kann verschiedene Ursachen haben.

Ursachen

Die häufigsten Ursachen für Regurgitieren sind:

  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Eine chronische Erkrankung, bei der Mageninhalt regelmäßig in die Speiseröhre zurückfließt, da der untere Schließmuskel der Speiseröhre nicht ausreichend schließt.
  • Säuglingsreflux: Bei Säuglingen ist der untere Ösophagussphinkter noch nicht vollständig ausgereift, weshalb Regurgitieren in den ersten Lebensmonaten sehr häufig und meist harmlos ist.
  • Hiatushernie: Ein teilweises Hochrutschen des Magens durch das Zwerchfell kann den Verschlussmechanismus schwächen.
  • Achalasie: Eine seltene Erkrankung der Speiseröhre, bei der der untere Schließmuskel sich nicht ausreichend öffnet und Speisen zurückfließen.
  • Dysphagie: Schluckstörungen können ebenfalls zu Regurgitieren führen.
  • Erhöhter Magendruck: Durch Schwangerschaft, Übergewicht oder enge Kleidung kann der Druck auf den Magen steigen.

Symptome und Beschwerden

Regurgitieren selbst ist ein Symptom, geht aber häufig mit weiteren Beschwerden einher:

  • Säuerlicher oder bitterer Geschmack im Mund
  • Brennen hinter dem Brustbein (Sodbrennen)
  • Heiserkeit oder Reizhusten (durch Reizung der Stimmbänder)
  • Schluckbeschwerden
  • Speisereflux (Rückkehr unverdauter Nahrungsbestandteile)
  • Bei Säuglingen: Spucken nach dem Trinken, Unruhe, Gedeihstörungen

Diagnose

Zur Abklärung von Regurgitieren stehen verschiedene diagnostische Methoden zur Verfügung:

  • Ösophagogastroduodenoskopie (Magenspiegelung): Direkte Betrachtung der Speiseröhre und des Magens mit einem flexiblen Endoskop.
  • pH-Metrie und Impedanzmessung: Messung des Säuregehalts und der Rückflussereignisse in der Speiseröhre über 24 Stunden.
  • Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Breischluck): Darstellung der Speiseröhre und des Magens zur Erkennung von Hernien oder Motilitsstörungen.
  • Ösophagusmanometrie: Messung des Drucks in der Speiseröhre und des Schließmuskels.

Behandlung

Allgemeinmaßnahmen

Häufig lassen sich die Beschwerden durch Lebensstiländerungen deutlich verbessern:

  • Kleine, häufige Mahlzeiten statt großer Portionen
  • Vermeidung von fettreichen, scharfen oder säurehaltigen Speisen
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Schlafen mit erhöhtem Oberkörper
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin

Medikamentöse Therapie

Bei stärkeren Beschwerden können folgende Medikamente eingesetzt werden:

  • Protonenpumpenhemmer (PPI): Hemmen die Magensaureproduktion und reduzieren die Reizwirkung des zurückfließenden Inhalts.
  • H2-Blocker: Reduzieren ebenfalls die Säureproduktion.
  • Antazida: Neutralisieren die Magensaure kurzfristig.
  • Prokinetika: Fördern die Magenentleerung und stärken den Schließmuskel.

Operative Behandlung

In schweren, therapieresistenten Fällen kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein, z. B. eine Fundoplikatio, bei der der Mageneingang operativ gerafft wird, um den Rückfluss dauerhaft zu verhindern.

Wann zum Arzt?

Gelegentliches Regurgitieren ist meist harmlos. Ein Arztbesuch ist jedoch ratsam bei:

  • Häufigem oder schmerzhaftem Auftreten
  • Gewichtsverlust ohne erklärbare Ursache
  • Schluckbeschwerden oder dem Gefühl, dass Essen stecken bleibt
  • Blut im Erbrochenen
  • Anhaltenden Symptomen trotz Lebensstiländerungen

Quellen

  1. Koop, H. et al. - Gastroösophageale Refluxkrankheit. S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), 2023.
  2. Vakil, N. et al. - The Montreal Definition and Classification of Gastroesophageal Reflux Disease. American Journal of Gastroenterology, 2006.
  3. World Gastroenterology Organisation (WGO) - Global Guidelines: Gastroesophageal Reflux Disease (GERD), 2022.

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