Seborrhoe: Ursachen, Symptome & Behandlung
Seborrhoe bezeichnet eine übermäßige Talgproduktion der Haut, die zu fettig glänzender Haut und Schuppen führen kann. Sie betrifft häufig Kopfhaut, Gesicht und Brust.
Wissenswertes über "Seborrhoe"
Seborrhoe bezeichnet eine übermäßige Talgproduktion der Haut, die zu fettig glänzender Haut und Schuppen führen kann. Sie betrifft häufig Kopfhaut, Gesicht und Brust.
Was ist Seborrhoe?
Seborrhoe (auch: Seborrhö) bezeichnet eine Fehlfunktion der Talgdrüsen, bei der zu viel Talg (Sebum) produziert wird. Die betroffenen Hautareale wirken fettig glänzend und neigen zu Unreinheiten sowie Schuppenbildung. Die Erkrankung tritt bevorzugt in sogenannten seborrhoischen Zonen auf – Bereichen mit besonders vielen Talgdrüsen wie der Kopfhaut, dem Gesicht (Stirn, Nasenflügel, Kinn), dem Brustbein sowie dem Rücken.
Ursachen
Die genauen Ursachen der Seborrhoe sind vielschichtig und noch nicht vollständig erforscht. Folgende Faktoren spielen eine wichtige Rolle:
- Hormonelle Einflüsse: Androgene (männliche Geschlechtshormone) stimulieren die Talgdrüsen. Deshalb tritt Seborrhoe häufig in der Pubertät und bei hormonellen Veränderungen auf.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist bekannt.
- Mikrobielle Faktoren: Der Hefepilz Malassezia (früher Pityrosporum) besiedelt die Haut und kann die Talgdrüsenaktivität beeinflussen sowie Entzündungsreaktionen auslösen.
- Nervenerkrankungen: Bei Erkrankungen wie Morbus Parkinson tritt Seborrhoe überdurchschnittlich häufig auf.
- Stress und Ernährung: Psychischer Stress und eine fett- und zuckerreiche Ernährung können die Symptome verstärken.
- Medikamente: Bestimmte Arzneimittel (z. B. Lithium, Kortikosteroide) können Seborrhoe begünstigen.
Symptome
Die typischen Zeichen einer Seborrhoe umfassen:
- Fettig glänzende Haut, insbesondere im Gesicht und auf der Kopfhaut
- Gelbliche oder weißliche Schuppen auf Kopfhaut, Augenbrauen oder im Bartbereich
- Vergrößerte Poren und Mitesser (Komedonen)
- Rötung und leichtes Jücken der betroffenen Areale
- Neigung zu Akne (Akne vulgaris) und seborrhoischer Dermatitis
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch einen Dermatologen (Hautarzt) gestellt. Dabei reicht meist eine klinische Untersuchung der betroffenen Hautareale aus. In einigen Fällen können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:
- Sebummetrie: Messung des Hautfettgehalts mit speziellen Geräten
- Mikrobiologischer Abstrich: Zum Nachweis einer Besiedelung mit Malassezia oder anderen Keimen
- Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss hormoneller Störungen (z. B. erhöhte Androgenspiegel)
Behandlung
Eine kausale Heilung ist nicht immer möglich, jedoch lässt sich Seborrhoe gut kontrollieren. Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und Ursache:
Lokale (topische) Behandlung
- Antifungale Shampoos und Cremes: Wirkstoffe wie Ketoconazol, Ciclopirox oder Zinkpyrithion bekämpfen den Malassezia-Pilz und reduzieren Schuppen.
- Salicylsäure: Hilft beim Ablösen von Schuppen (keratolytischer Effekt).
- Kortikosteroide: Kurzfristig einsetzbar zur Reduktion von Entzündungen und Rötungen.
- Selensulfid-Shampoos: Wirken antimikrobiell und reduzieren die Schuppenbildung.
Systemische Behandlung
- Bei schwerer Seborrhoe können orale Antimykotika oder Retinoide (z. B. Isotretinoin) eingesetzt werden.
- Hormonelle Therapien (z. B. Antiandrogene) kommen bei nachgewiesener hormoneller Ursache in Betracht.
Allgemeine Maßnahmen
- Stressreduktion durch Entspannungstechniken
- Ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit reduziertem Zucker- und Fettanteil
- Verwendung milder, ph-neutraler Reinigungsprodukte
- Regelmäßige Haarpflege mit geeigneten Shampoos
Quellen
- Nast A. et al. - S2k-Leitlinie Seborrhoische Dermatitis, Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), 2020.
- Borda L.J., Perper M., Keri J.E. - Treatment of seborrheic dermatitis: a comprehensive review. Journal of Dermatological Treatment, 2019; 30(2):158–169.
- Schwartz R.A., Janusz C.A., Janniger C.K. - Seborrheic dermatitis: an overview. American Family Physician, 2006; 74(1):125–130.
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