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K92.1 Melaena (Teerstuhl) – Ursachen & Behandlung

K92.1 ist der ICD-10-Code für Melaena (Teerstuhl), ein Symptom von Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt. Der schwarze, teerartige Stuhl entsteht durch verdautes Blut.

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Wissenswertes über "K92.1"

K92.1 ist der ICD-10-Code für Melaena (Teerstuhl), ein Symptom von Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt. Der schwarze, teerartige Stuhl entsteht durch verdautes Blut.

Was bedeutet der ICD-10-Code K92.1?

Der ICD-10-Code K92.1 steht für Melaena – auch als Teerstuhl bekannt. Melaena bezeichnet einen schwarzen, teerartigen und übelriechenden Stuhlgang, der durch verdautes Blut im Verdauungstrakt verursacht wird. Der Code gehört zur Gruppe der sonstigen Krankheiten des Verdauungssystems (K92) im ICD-10-Klassifikationssystem.

Ursachen

Melaena entsteht in der Regel durch Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt, also in Ösophagus (Speiseröhre), Magen oder Zwölffingerdarm. Häufige Ursachen sind:

  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi): Geschwürige Veränderungen der Magenschleimhaut
  • Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni): Geschwürige Veränderungen im Duodenum
  • Ösophagusvarizen: Krampfadern in der Speiseröhre, häufig bei Leberzirrhose
  • Gastritis: Entzündung der Magenschleimhaut
  • Mallory-Weiss-Syndrom: Schleimhautrisse am Übergang von Speiseröhre und Magen
  • Einnahme von Medikamenten wie NSAR (nicht-steroidalen Antirheumatika) oder Antikoagulanzien
  • Tumoren oder Karzinome im oberen Verdauungstrakt

Symptome und Erscheinungsbild

Das charakteristische Merkmal der Melaena ist der schwarze, teerartige Stuhl mit einem typisch süßlich-fäuligen Geruch. Dieser entsteht, weil Blut beim Durchlaufen des Magen-Darm-Trakts durch Säuren und Bakterien zu Hämatin abgebaut wird. Begleitende Symptome können sein:

  • Schwindel und Schwächegefühl
  • Blässe
  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Blutdruckabfall
  • Übelkeit oder Erbrechen (ggf. mit Blut: Hämatemesis)
  • Bauchschmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und technischen Verfahren:

  • Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD): Die Magenspiegelung ist die wichtigste diagnostische Maßnahme und ermöglicht gleichzeitig eine therapeutische Intervention.
  • Blutbild: Bestimmung von Hämoglobin, Hämatokrit und Blutgerinnung
  • Stuhltest auf okkultes Blut (Haemoccult)
  • Bildgebende Verfahren wie Sonografie oder CT bei unklarer Blutungsquelle

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Blutung:

  • Endoskopische Blutstillung: Unterspritzung, Clip-Anlage oder Koagulation im Rahmen der ÖGD
  • Medikamente: Protonenpumpenhemmer (z. B. Pantoprazol) zur Säurehemmung, Hämostyptika
  • Volumenersatz: Infusionen oder Bluttransfusionen bei größerem Blutverlust
  • Chirurgische Intervention: Bei nicht beherrschbarer Blutung
  • Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Helicobacter-pylori-Eradikation bei Ulkuserkrankung)

Wann zum Arzt?

Teerstuhl ist immer ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige ärztliche Abklärung. Betroffene sollten umgehend einen Arzt aufsuchen oder den Notruf (112) wählen, insbesondere bei zusätzlichen Symptomen wie Schwindel, Blutdruckabfall oder Bewusstlosigkeit.

Quellen

  1. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2024 – K92.1 Melaena. https://www.bfarm.de/icd
  2. Laine L, Jensen DM. Management of patients with ulcer bleeding. American Journal of Gastroenterology. 2012;107(3):345–360. doi:10.1038/ajg.2011.480
  3. Gralnek IM et al. Diagnosis and management of nonvariceal upper gastrointestinal hemorrhage: European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) Guideline. Endoscopy. 2015;47(10):a1–a46.

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