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Zoonose: Definition, Ursachen & Behandlung

Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Sie zählen weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten.

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Wissenswertes über "Zoonose"

Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Sie zählen weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten.

Was ist eine Zoonose?

Eine Zoonose ist eine Infektionskrankheit, die natürlicherweise zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden kann. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: zôon (Tier) und nosos (Krankheit). Zoonosen können durch Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze verursacht werden und gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind mehr als 60 % aller bekannten Infektionskrankheiten des Menschen zoonotischen Ursprungs.

Ursachen und Übertragungswege

Zoonosen werden auf verschiedenen Wegen vom Tier auf den Menschen übertragen. Man unterscheidet dabei direkte und indirekte Übertragungswege:

Direkte Übertragung

  • Kontakt mit infizierten Tieren: durch Bisse, Kratzer oder direkten Körperkontakt (z. B. Tollwut durch Hundebisse)
  • Kontakt mit tierischen Ausscheidungen: Urin, Kot oder Speichel infizierter Tiere (z. B. Leptospirose)
  • Verzehr von tierischen Produkten: rohes oder unzureichend erhitztes Fleisch, Rohmilch oder Eier (z. B. Salmonellose, Listeriose)

Indirekte Übertragung

  • Vektoren: Übertragung durch Insekten oder Spinnentiere wie Zäcken, Mücken oder Flöhe (z. B. Borreliose, Malaria, Leishmaniose)
  • Kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel: z. B. durch tierische Ausscheidungen verunreinigte Trinkwasserquellen
  • Aerosole: Einatmen von erregerhaltigem Staub oder Tier-Ausscheidungen (z. B. Q-Fieber, Hantavirus)

Häufige Zoonosen im Überblick

Es gibt eine Vielzahl bekannter Zoonosen. Zu den bedeutendsten und am häufigsten vorkommenden gehören:

  • Salmonellose: bakterielle Erkrankung durch Salmonella-Arten, häufig über Geflügel und Eier übertragen
  • Lyme-Borreliose: bakterielle Erkrankung, übertragen durch Zäcken, Erreger: Borrelia burgdorferi
  • Tollwut (Rabies): durch das Rabies-Virus, meist durch Bisse infizierter Säugetiere übertragen
  • Toxoplasmose: parasitäre Erkrankung durch Toxoplasma gondii, häufig durch Katzenkot oder rohes Fleisch
  • Vogelgrippe (aviäre Influenza): Virusinfektion, die vor allem von Geflügel auf Menschen übertragen wird
  • Q-Fieber: verursacht durch Coxiella burnetii, über infizierte Nutztiere übertragbar
  • Hantavirus-Infektion: übertragen durch Nagetiere, Aufnahme durch Aerosole oder Kontakt mit Ausscheidungen
  • Brucellosen: bakterielle Erkrankungen durch Brucella-Arten, häufig durch Rohmilch oder Kontakt mit infizierten Tieren

Symptome

Die Symptome einer Zoonose variieren stark je nach Erreger und betroffenen Organsystemen. Häufige allgemeine Beschwerden sind:

  • Fieber und Schüttelfrost
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden (Durchfall, Übelkeit, Erbrechen)
  • Hautveränderungen (z. B. Wanderröte bei Borreliose)
  • Atemwegsbeschwerden (bei Hantavirus, Q-Fieber oder aviärer Influenza)

Einige Zoonosen können schwere Verläufe nehmen und lebensbedrohlich sein, insbesondere bei immungeschwächten Personen, älteren Menschen, Schwangeren und Kindern.

Diagnose

Die Diagnose einer Zoonose erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus:

  • Anamnese: Befragung zu Tierkontakten, Reisen, Berufsumfeld und Lebensmitteln
  • Labordiagnostik: Blutbild, Serologie (Antikörpernachweis), Erregeranzucht, PCR-Untersuchungen
  • Bildgebende Verfahren: bei Verdacht auf Organbefall (z. B. Ultraschall, Röntgen)

Bei Verdacht auf eine Zoonose sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, insbesondere wenn ein bekannter Kontakt mit Tieren oder tierischen Produkten vorliegt.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen Erreger:

  • Bakterielle Zoonosen: werden in der Regel mit Antibiotika behandelt (z. B. Doxycyclin bei Borreliose oder Q-Fieber)
  • Virale Zoonosen: häufig symptomatisch; in einigen Fällen stehen antivirale Medikamente zur Verfügung (z. B. bei Grippe)
  • Parasitäre Zoonosen: spezifische antiparasitäre Mittel (z. B. Pyrimethamin bei Toxoplasmose)
  • Tollwut: nach Exposition sofortige Wundversorgung und postexpositionelle Impfprophylaxe lebensrettend

Prävention und Schutzmaßnahmen

Zur Vorbeugung von Zoonosen empfehlen Gesundheitsbehörden verschiedene Maßnahmen:

  • Regelmäßiges Händewaschen nach Tierkontakt
  • Vollständiges Erhitzen von Fleisch und anderen tierischen Produkten
  • Vermeidung von Rohmilch und Rohmilchprodukten
  • Verwendung von Zäckenschutzmitteln und geeigneter Kleidung in der Natur
  • Impfungen, wo verfügbar (z. B. Tollwutimpfung für Risikogruppen, FSME-Impfung)
  • Regelmäßige tierärztliche Kontrollen von Haus- und Nutztieren
  • Einhaltung hygienischer Standards in der Tierhaltung und Lebensmittelproduktion

Meldepflicht

Viele Zoonosen sind in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig. Das Robert Koch-Institut (RKI) überwacht und dokumentiert das Auftreten von Zoonosen national. Auf europäischer Ebene koordiniert die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) gemeinsam mit dem ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten) die Überwachung zoonotischer Erkrankungen.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Zoonoses. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/zoonoses (abgerufen 2024)
  2. Robert Koch-Institut (RKI): Zoonosen und ökologische Gesundheit. Verfügbar unter: https://www.rki.de (abgerufen 2024)
  3. European Food Safety Authority (EFSA) & ECDC: The European Union One Health 2022 Zoonoses Report. EFSA Journal, 2023.

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