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Bioaktivierung bezeichnet den biochemischen Prozess, bei dem inaktive Vorläufersubstanzen im Körper in pharmakologisch oder toxikologisch aktive Verbindungen umgewandelt werden.
Bioaktivierung bezeichnet den biochemischen Prozess, bei dem inaktive Vorläufersubstanzen im Körper in pharmakologisch oder toxikologisch aktive Verbindungen umgewandelt werden.
Der Begriff Bioaktivierung beschreibt einen zentralen biochemischen Vorgang im menschlichen Stoffwechsel: Eine chemisch inaktive oder wenig aktive Substanz wird durch körpereigene Enzyme in eine biologisch aktive Form umgewandelt. Dieser Prozess spielt sowohl in der Pharmakologie als auch in der Toxikologie eine entscheidende Rolle.
Im Gegensatz zur Biotransformation, die in erster Linie der Entgiftung und Ausscheidung von Fremdstoffen dient, führt die Bioaktivierung zur Entstehung einer Verbindung mit spezifischer biologischer Wirkung – sei es eine therapeutische Wirkung (wie bei Prodrugs) oder eine schädigende Wirkung (wie bei der Aktivierung von Prokarzinogenen).
Die Bioaktivierung erfolgt hauptsächlich in der Leber, kann aber auch in anderen Organen wie Darm, Lunge oder Nieren stattfinden. Die wichtigsten beteiligten Enzymsysteme sind:
Ein klassisches Anwendungsgebiet der Bioaktivierung ist das Konzept der Prodrugs (Vorläuferwirkstoffe). Dabei handelt es sich um Medikamente, die als inaktive Verbindung verabreicht werden und erst nach enzymatischer Umwandlung im Körper ihre therapeutische Wirkung entfalten.
Nicht alle durch Bioaktivierung entstehenden Verbindungen sind therapeutisch nützlich. In der Toxikologie beschreibt die Bioaktivierung die Umwandlung an sich harmloser oder wenig reaktiver Substanzen in reaktive, schädigende Metaboliten.
Bestimmte Substanzen – sogenannte Prokarzinogene – sind in ihrer ursprünglichen Form nicht krebserregend. Erst nach ihrer Bioaktivierung durch Leberenzyme entstehen reaktive Zwischenprodukte, die die DNA schädigen und so zur Entstehung von Krebs beitragen können. Ein bekanntes Beispiel ist Benzo[a]pyren, ein Schadstoff aus Tabakrauch und verbranntem Material, der durch CYP-Enzyme in ein hochreaktives Epoxid umgewandelt wird.
Auch die leberschädigende Wirkung einiger Medikamente ist auf Bioaktivierung zurückzuführen. So entsteht bei der Verstoffwechselung von Paracetamol (bei Überdosierung) durch CYP2E1 der reaktive, lebertoxische Metabolit NAPQI (N-Acetyl-p-benzochinon-imin), der bei erschöpften Glutathionreserven zu schweren Leberschäden führt.
Die Effizienz der Bioaktivierung ist individuell sehr unterschiedlich und wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst:
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