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Cushing-Syndrom: Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Cushing-Syndrom ist eine hormonelle Erkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel im Blut verursacht wird. Es kann zu Gewichtszunahme, Bluthochdruck und Muskelschwäche führen.

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Wissenswertes über "Cushing Syndrom"

Das Cushing-Syndrom ist eine hormonelle Erkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel im Blut verursacht wird. Es kann zu Gewichtszunahme, Bluthochdruck und Muskelschwäche führen.

Was ist das Cushing-Syndrom?

Das Cushing-Syndrom ist eine ernste hormonelle Erkrankung, die durch einen chronisch erhöhten Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut verursacht wird. Cortisol wird in der Nebennierenrinde produziert und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels, des Immunsystems und der Stressreaktion des Körpers. Wenn der Körper dauerhaft zu viel Cortisol produziert oder zu viel Cortisol von außen zugeführt wird, kann das Cushing-Syndrom entstehen.

Man unterscheidet zwischen dem endogenen Cushing-Syndrom, das durch eine körpereigene Überproduktion von Cortisol entsteht, und dem exogenen (iatrogenen) Cushing-Syndrom, das durch die längerfristige Einnahme von Kortikosteroiden (z. B. Kortison-Medikamente) ausgelöst wird.

Ursachen

Die Ursachen des Cushing-Syndroms lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen:

Endogene Ursachen

  • Morbus Cushing: Die häufigste endogene Ursache. Ein gutartiger Tumor der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) produziert übermäßig viel ACTH (adrenocorticotropes Hormon), das die Nebennieren zur Cortisolproduktion anregt.
  • Nebennierentumoren: Gutartige oder bösartige Tumoren der Nebennierenrinde können direkt zu viel Cortisol produzieren.
  • Ektope ACTH-Produktion: Bestimmte Tumore außerhalb der Hypophyse (z. B. Lungentumoren) können ACTH produzieren und so die Nebennieren stimulieren.

Exogene Ursachen

  • Langfristige Einnahme von Kortikosteroid-Medikamenten (z. B. Prednison, Dexamethason) zur Behandlung von Erkrankungen wie Asthma, rheumatoider Arthritis oder Autoimmunerkrankungen.

Symptome

Die Symptome des Cushing-Syndroms sind vielfältig und entwickeln sich meist schleichend. Typische Anzeichen sind:

  • Gewichtszunahme, besonders im Bauchbereich, Gesicht (Mondgesicht) und am Nacken (Büffelnacken)
  • Dünne, empfindliche Haut mit Neigung zu Blutergüssen
  • Violette Dehnungsstreifen (Striae) an Bauch, Oberschenkeln und Armen
  • Muskelschwäche und Muskelabbau, besonders an den Oberschenkeln
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Erhöhter Blutzucker bis hin zu Diabetes mellitus Typ 2
  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • Stimmungsschwankungen, Depressionen, Angstzustände
  • Erhöhte Infektanfälligkeit durch Hemmung des Immunsystems
  • Bei Frauen: Menstruationsstörungen und vermehrter Haarwuchs (Hirsutismus)
  • Bei Männern: Erektionsstörungen und verminderte Libido

Diagnose

Die Diagnose des Cushing-Syndroms erfordert mehrere Untersuchungsschritte:

  • Cortisol im 24-Stunden-Urin: Messung der täglichen Cortisolausscheidung im Urin.
  • Speichelcortisol zur Nacht: Messung des Cortisolspiegels im Speichel spät abends, da dieser beim Cushing-Syndrom erhöht ist.
  • Dexamethason-Hemmtest: Einnahme von Dexamethason (ein synthetisches Kortikosteroid) zur Überprüfung, ob die Cortisolproduktion gehemmt werden kann.
  • MRT oder CT: Bildgebende Verfahren zur Lokalisierung von Tumoren in der Hypophyse oder den Nebennieren.
  • ACTH-Messung im Blut: Zur Unterscheidung zwischen hypophysärer, adrenaler und ektoper Ursache.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:

Operation

Bei einem Hypophysentumor (Morbus Cushing) ist die transsphenoidale Hypophysenoperation die bevorzugte Therapie. Dabei wird der Tumor durch die Nasenhöhle entfernt. Bei Nebennierentumoren wird die betroffene Nebenniere operativ entfernt (Adrenalektomie).

Strahlentherapie

Wenn eine Operation nicht möglich ist oder der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann, kann eine Bestrahlung der Hypophyse eingesetzt werden.

Medikamentöse Therapie

Medikamente wie Metyrapon, Ketoconazol oder Osilodrostat können die Cortisolproduktion hemmen und werden eingesetzt, wenn eine Operation nicht möglich ist oder als Überbrückung vor einer Operation.

Behandlung des exogenen Cushing-Syndroms

Wird das Syndrom durch Kortikosteroid-Medikamente verursacht, sollte die Dosis unter ärztlicher Aufsicht schrittweise reduziert werden. Ein abruptes Absetzen ist gefährlich und kann eine Nebenniereninsuffizienz auslösen.

Prognose

Mit der richtigen Behandlung können viele Symptome des Cushing-Syndroms deutlich verbessert oder vollständig behoben werden. Nach einer erfolgreichen Operation normalisiert sich der Cortisolspiegel häufig innerhalb weniger Monate. Ohne Behandlung kann das Cushing-Syndrom jedoch zu schwerwiegenden Komplikationen wie Herzerkrankungen, Diabetes und Knochenbrüchen führen.

Quellen

  1. Nieman LK et al. - The Diagnosis of Cushing's Syndrome: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2008.
  2. World Health Organization (WHO) - Endocrine Disorders, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int
  3. Lüdecke DK, Spanos G - Pituitary tumors: diagnosis and treatment. Deutsches Ärzteblatt, 2020.

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